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Kann sie auch Krankheiten heilen?

Diese Diät verspricht MAXIMALE Fettverbrennung

Ketogenes Menü
Statt „Sättigungsbeilagen“ wie Kartoffeln oder Reis gibt es Blattsalat zum Hähnchen-Steak – so will es der ketogene Ernährungsplan
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Von der ketogenen Diät hört man häufig im Zusammenhang mit Abnehmwunsch und Krafttraining. Es handelt sich um eine kohlenhydratlimitierte Ernährungsweise mit Fokus auf Fetten, auch Eiweiß spielt eine wichtige Rolle. Es gibt Ärzte, die die ketogene Diät bei bestimmten Krankheiten empfehlen. Zudem soll sie den Stoffwechsel im Sinne der Gewichtsreduktion positiv beeinflussen. Es gibt aber auch kritische Expertenstimmen. FITBOOK hat sich genauer informiert.

Wer eine ketogene Diät einhält, nimmt kaum oder höchstens sehr wenig Kohlenhydrate zu sich. Diese sind beispielsweise in Nudeln, Brot und Brötchen, Reis und stärkereichem Gemüse wie Kartoffeln, roter Paprika oder Karotten enthalten. Vor allem Süßes ist verboten, ebenso wie Obst – des hohen Fruchtzuckergehalts wegen. Den Hauptanteil der Ernährung machen Fette aus, dicht gefolgt von tierischen oder pflanzlichen Proteinlieferanten wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte oder Tofu. Auch kohlenhydratarmes Gemüse steht auf dem Speiseplan.

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Was bringt die ketogene Diät?

Nicht nur für zusätzliche Leistungen, beispielsweise beim Sport, sondern für sämtliche Zellprozesse und die Funktion der Organe benötigt der Körper Energie. Diese wird aus dem Blutzucker und dieser für gewöhnlich aus Kohlenhydraten gewonnen, die man mit dem Essen aufnimmt.

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Krebszellen ernähren sich von Zucker

Der ketogene Stoffwechsel sorgt also für schnelle Abnehmerfolge. Keine ganz neue Erkenntnis – immerhin basiert auf dieser Tatsache die berühmte Diät nach Robert Atkins († 72), die Ende der Neunzigerjahre bekannt wurde. „Low-Carb“, also eine kohlenhydratreduzierte Ernährung, hat sich bereits damals als effizientes Mittel bewährt, um schnell an Gewicht zu verlieren. Seit einigen Jahren ist die ketogene Diät aber auch ein großes Thema in der Medizin. Die Theorie: Da beispielsweise Krebszellen vom Zucker leben, sollen sie durch das Streichen desselben aus der Ernährung quasi aushungert werden. Und auch andere Krankheiten soll der Zuckerverzicht positiv beeinflussen können. Entsprechend stellen auch manche Diabetiker ihre Ernährung auf die ketogene Diät um.

Einige Wissenschaftler warnen vor einer Keto-Diät

Die Gefahren einer Ernährung mit zu viel Fleisch

Zudem wird vor kosmetischen Problemen gewarnt. Eine sehr eiweiß-, beziehungsweise fleischlastige Ernährung soll dauerhaft Mundgeruch verursachen und dem Verdauungstrakt belasten können. Vor allem Kraftsportler, die ihren Proteinbedarf (mit dem Ziel des Muskelaufbaus) aus großen Fleischmengen beziehen, riskieren durch diese Ernährungsform einen Anstieg des Harnsäurespiegels im Blut und damit eine höhere Wahrscheinlichkeit auf Gicht, wie Diplom-Sportwissenschaftler und Personal Coach Felix Klemme auf FITBOOK-Nachfrage bestätigt. Außerdem wirke (rotes) Fleisch säurebildend, weshalb zu viel davon zu einer Übersäuerung des Körpers führen könne. Die Folge, neben schlechtem Atem: „verminderte Leistungsfähigkeit, Hautunreinheiten und Pickel“, so Klemme. Umso wichtiger sei es, zwischendurch auch mal Gemüse auf den Speiseplan zu setzen, da es Basen bilde und auch mithilfe seiner enthaltenen Mineralstoffe einer Übersäuerung entgegensteuere.

Mann mit Grillgut

Fleisch ist mein Gemüse – so sehen es viele Männer, vor allem Sportler, die eine ketogene Diät einhalten. Leider ist das nicht sonderlich gesund
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Manche Wissenschaftler glauben: Ketose hat keine Nachteile

In Expertenkreisen gibt es aber mindestens genauso viele Befürworter der „Keto-Diät“, darunter etwa Professor Nicolai Worm, Diplom-Ökotrophologe und Autor aus München. Er hat sich mit ketogener Ernährung intensiv auseinandergesetzt und behandelt das Thema auch in seinem Buch „Die Flexi-Diät: Abnehmen mit mediterranem Low Carb“. Er ist sich sicher: „Sofern man es richtig macht, birgt eine ketogene Diät keine Risiken.“

Wie Prof. Worm im FITBOOK-Interview erklärt, tritt die Ketose nicht nur dann auf, wenn man sich speziell ernährt, sondern auch, wenn man für einen gewissen Zeitraum gar nichts isst. Entsprechend setze der Körper auch beim Heilfasten eine Ketose in Gang, mit der Folge, dass der Energiebedarf des zentralen Nervensystems zum Großteil über Ketonkörper gedeckt wird. „Es ist kein Zufall, dass sich weltweit immer mehr Forscher dafür interessieren, ob und inwieweit eine ketogene Diät bei Alzheimer, Multiple Sklerose und Parkinson helfen kann.“

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Die wissenschaftliche Studienlage lasse bereits positive Rückschlüsse zu. Bei Kindern mit Epilepsie soll ketogene Ernährung Anfälle seltener machen. Und: „Am besten belegt ist der hervorragende Effekt bei der Behandlung von Diabetes Typ 2“, so Prof. Worm. Die oben genannte Lebensgefahr, die für Zuckerkranke entstehen könne, sei eine „Ketoazidose“. Sie trete jedoch nur dann auf, wenn ein Typ-1-Diabetiker zu wenig oder kein Insulin gespritzt hat.

Kann eine ketogene Diät Krebserkrankungen positiv beeinflussen?

Der Hintergrund: Schmerzen und Appetitlosigkeit sorgten dafür, dass Krebspatienten nicht ausreichend essen. Um Blutzucker zu bilden, die der Körper zum Funktionieren – und nicht zuletzt im Kampf gegen die Krankheit – braucht, greife er auf Muskelmasse zurück, das schwäche den Körper. Ketose könne hier Einhalt gebieten. „Der Zuckerbedarf ist durch diese Stoffwechselumstellung um bis zu 60 Prozent verringert. Dadurch kann das Gehirn die nötige Energie aus den Ketonkörpern beziehen.“

An eine Wunderheilung solle man, trotz optimistisch stimmender Tierversuche, nicht glauben. „Mäuse und Ratten, denen Krebszellen eingeimpft wurden, sollen durch ketogene Kost länger gelebt haben. Am Ende der Versuche sind sie dennoch gestorben“, weiß der Fachmann. Ohnehin könne man die Ergebnisse nur schwer auf den Menschen übertragen. Zwar gebe es Krebsarten, die von Zucker leben – „dennoch bildet der Körper im Rahmen gewöhnlicher Stoffwechselprozesse Zucker, das Ganze ist also nicht so einfach.“

So funktioniert die ketogene Diät richtig

Auch Andrea Ciro Chiappa, Diplom-Ökotrophologe aus dem Vorstand der Deutschen Fastenakademie, will die angeblichen Nachteile der Diät entkräften können. Chiappa ist Co-Leiter regelmäßiger Gruppenfastenkuren, er lebt selbst in Ketose. Wie er versichert, müsse eine ketogene Ernährung keineswegs auf tierischen Eiweißlieferanten basieren. Es sollten nicht mehr als 300 Gramm rotes Fleisch pro Woche sein, alles darüber hinaus erhöhe das Risiko auf Darmerkrankungen und einen ungesund höhen Harnsäurespiegel.

Ungesättigte Fettsäuren sind wichtig

Viel Fett, etwas Eiweiß und kaum Kohlenhydrate – so funktioniere ketogene Ernährung richtig. „Besonders wichtig sind hochwertige Pflanzenfette, beispielsweise aus Avocados oder Oliven. Auch von hochwertigem Raps-, Walnuss- oder Leinöl kann man fast nicht zu viel zu sich nehmen.“

Laut Diätberater Chiappa werden ungesättigte Fettsäuren nur zu Teilen in den Fettdepots gespeichert. Der Rest fließe in die Aufrechterhaltung der Zellmembranen, werde zu Hormonen, versorge das Hirn und wirke zudem entzündungshemmend und sei deshalb enorm wichtig für den gesamten Körper.

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Fruchtgemüsesorten und Blattsalate gehören auf den Speiseplan

Auch dass bei der Keto-Diät Ballaststoffe und wertvolle Mineralstoffe zu kurz kommen müssen, stimme so nicht. „Da sie Kohlenhydrate vermeiden sollen, schreiben viele sämtliches Gemüse ab.“ Dabei sei nur wenig davon wirklich ungeeignet, beispielsweise Hülsenfrüchte, da sie relativ stärkereich sind. „Auch kann man sich merken, dass Wurzelgemüse verhältnismäßig kohlenhydratreich ist, da Pflanzen ihre Stärke unterirdisch speichern, um sie vor Fraßfeinden zu schützen“, erklärt der Experte. Dafür seien Fruchtgemüsesorten wie Tomaten, Gurken, Zucchini oder Auberginen ärmer an Kohlenhydraten und dadurch bestens geeignet für eine ketogene – und gleichzeitig mineralstoffreiche Ernährung. Auch Blattsalat sei bedenkenlos erlaubt.

Avocado und frischer Salat

Die Gemüseabteilung hat viel mehr zu bieten, stärkereiche – und damit für die ketogene Diät ungeeignete – Lebensmittel
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Laut Chiappa ist es übrigens von Mensch zu Mensch unterschiedlich, wie schnell die Ketose erreicht ist. Bei manchen genüge bereits der Verzicht auf „klassische“ Kohlenhydrate, also Teigwaren, Süßigkeiten und Fertiggerichte, in denen meist viel Zucker steckt. Wer herausfinden will, ob sich Ketonkörper gebildet haben, könne einen Selbsttest machen. Chiappa empfiehlt etwa Ketostix-Teststreifen zur Urinanalyse aus der Apotheke. Schlägt der Test positiv aus, seien Möhrchen und rote Paprika, „selbst kleinere Portionen Kartoffeln“, gelegentlich erlaubt.

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Fazit zur ketogenen Diät

Wer seine Ernährung ketogener gestalten will, sollte insbesondere auf raffinierte Zucker und industriell verarbeitete Lebensmittel verzichten. Und auch wenn viel Fett auf den Speiseplan gehört: Hier sind nicht alle Vertreter gleichermaßen zu empfehlen. Minderwertiges Fett, beispielsweise aus Wurst oder Hack, ist gegenüber pflanzlichen Ölen mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren dringend zu vernachlässigen. Wichtig ist es, auch genügend grünes Gemüse und Ballaststofflieferanten zu sich zu nehmen, um eine ausreichende Nährstoffversorgung und gut funktionierende Verdauung zu gewährleisten.

Aber Achtung: Auch wenn sie – richtig ausgeführt – gesundheitliche Vorteile bringen soll, ist diese Art der Ernährung nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Bei bestimmten Stoffwechselstörungen, Vorerkrankungen der Gallenblase oder gar des Herzens kann sie negative Auswirkungen haben. Bevor Sie Anleitungen aus dem Internet, in denen der ketogene Lebensstil ausführlich erklärt wird, zu stark verinnerlichen, ist es dringend angebracht, sich mit einem Arzt und Ernährungswissenschaftler zu beraten.

Arzt-Sprechstunde

Bei Vorerkrankungen oder bestimmten gesundheitlichen Konditionen kann eine ketogene Diät kontraindiziert sein. Sprechen Sie am besten mit einem Profi
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