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Studie zeigt

Sportarten, bei denen Linkshänder im Vorteil sind

Linkshänder Timo Boll
Timo Boll (40) ist einer der besten Tischtennis-Spieler – und LinkshänderFoto: dpa

Wenn im sportlichen Wettkampf Sekundenbruchteile und blitzschnelle Reaktionen zählen, schlägt oft die Stunde der Linkshänder. Für sie scheint das Motto zu gelten: Je höher der Zeitdruck, desto besser.

Deutschlands Tischtennis-Star Timo Boll gehört auch im Alter von 40 Jahren noch zur absoluten Weltspitze. In Tokio will der ehemalige Weltranglistenerste seine umfangreiche Medaillensammlung (u. a. siebenfacher Europameister und WM-Dritter im Einzel) um weiteres olympisches Edelmetall ergänzen. Seine Erfolge sind vor allem auf seine enorme Geschwindigkeit, Präzision und Beweglichkeit zurückzuführen. Offenbar hat er aber auch noch einen anderen Vorteil, wie eine Studie über Linkshänder nahelegt. Ein deutscher Forscher ist der Frage nachgegangen, in welchen Sportarten Linkshänder besonders überzeugen.

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Linkshänder in „schnellen“ Sportarten überproportional vertreten

Den Vorteil scheint es besonders in Ballsportarten mit hohem Zeitdruck zu geben, wie Studien des Sportwissenschaftlers Florian Loffing von der Oldenburger Carl von Ossietzky Universität nahelegen. Er untersuchte sechs Ballsportarten von denen drei – Tischtennis, Cricket und Baseball – einen deutlich erhöhten Anteil von Linkshändern in der Weltspitze aufwiesen. Der Wissenschaftler, der übrigens mit links schreibt und mit rechts Tennis spielt, befasst sich seit über zehn Jahren mit dem Thema. Seine Publikation wurde in der Fachzeitschrift „Biology Letters“ veröffentlicht.

Zeitdruck als Faktor, der den Linkshänder-Vorteil verstärkt oder abschwächt

Überproportional vertreten sind Linkshänder in der Weltspitze (Männer/Top 100) bei den von Loffing als „schnell“ identifizierten Sportarten Tischtennis, Cricket und Baseball. „Generell geht man von einem Linkshänder-Anteil von rund zehn Prozent in der westlichen Gesellschaft aus. In der Weltspitze beim Baseball sind es dagegen bei den Werfern 30,39 Prozent, beim Tischtennis 25,82 und beim Cricket bei den Werfern 21,78 Prozent“, so der Forscher, der dafür die Top-100-Listen analysierte.

Bei den Rückschlagsportarten Tennis, Badminton und Squash wurde im Vergleich ein geringerer Zeitdruck ermittelt und in diesem Zusammenhang auch ein geringerer Linkshänder-Anteil in der Weltspitze festgestellt. „Wobei ich jetzt nicht sagen würde, dass Squash oder Badminton langsame Sportarten sind“, warnt Loffing vor Fehlschlüssen. In Videoanalysen werteten der Wissenschaftler und sein Team Ballwechsel aus, um den Zeitdruck zu definieren.

Was bedeutet „hoher Zeitdruck“ bei einem Sport?
„Wir haben dabei den Zeitpunkt notiert, wann ein Spieler den Ball mit dem Schläger berührt. Zeitdruck haben wir dann als Abstand zwischen dem Schläger-Ballkontakt des einen Spielers und dem Schläger-Ballkontakt des anderen Spielers definiert“, erläutert Loffing. „Je geringer der Zeitwert, desto höher der Zeitdruck.“ Bei Cricket und Baseball wurden die Ballflugzeiten als Parameter genommen.

Entgegen der Annahme, dass Linkshänder generell in interaktiven Sportarten – also Tennis, Tischtennis oder Badminton – einen Vorteil haben, legen die Auswertungen die Vermutung nahe, dass der Vorteil in der Weltspitze gemessen am Anteil an Linkshändern selbst innerhalb der interaktiven Sportarten variiert. „Zeitdruck kann ein möglicher Faktor sein, der den Vorteil verstärkt oder abschwächt“, resümiert der Wissenschaftler.

Rechtshänder auf Aktionen von Rechtshändern „gepolt“

Dass Linkshänder einen Vorteil im interaktiven Sport haben, ist schon seit den 1980er und 1990er Jahren wissenschaftlich belegt. Dabei geht es um den Nachteil des Gegners. Denn der ist aufgrund der Mehrheit an Rechtshändern in seinem Sport auf deren Aktionen „gepolt“. Trifft er nun im sportlichen Duell auf Linkshänder, fällt es ihm daher schwerer, auf dessen Aktionen zu reagieren.

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