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FITBOOK-Ticker

Corona-News – Impfstoff-Erfolge lassen auf Rückkehr zur Normalität ab Ostern hoffen

Corona-News: Immer mehr Corona-Impfstoff-Projekte melden Erfolge
Corona-News: Immer mehr Corona-Impfstoff-Projekte melden Erfolge. Nach BioNTech/Pfizer und Moderna nun auch AstraZeneca in Zusammenarbeit mit der Universität OxfordFoto: Getty Images

Auf der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus hat mit AstraZeneca ein weiteres Pharmaunternehmen einen Studienerfolg gemeldet. Das schürt die Hoffnung, nach Ostern zurück zur Normalität kehren zu können. Diese und weitere Corona-News im FITBOOK-Ticker.

Nach den Partnern BioNTech und Pfizer sowie dem US-Konzern Moderna legte nun auch der britische Pharmariese zusammen mit der Universität Oxford positive Daten zur Wirksamkeit ihres Impfstoffs vor. Das Vakzin könne eine Wirksamkeit von rund 90 Prozent gegen Covid-19 erreichen, es seien keine ernsten Nebenwirkungen aufgetreten, teilte AstraZeneca am Montag mit.

AstraZeneca-Impfstoff bei Kühlschranktemperaturen lagerbar

„Wir haben einen Impfstoff für die Welt“, sagte der Leiter der Impfstoffgruppe der Uni Oxford, Andrew Pollard. Er verhindere nicht nur schwere Verläufe und Krankenhausaufenthalte, sondern könne auch zu Kühlschranktemperaturen gelagert werden. Das Vakzin könne daher rund um die Welt über die üblichen Vertriebswege für Impfstoffe ausgeliefert werden. Der Impfstoff von BioNTech benötigt dagegen eine ultrakalte Lagerung von minus 70 Grad und ist bei normalen Kühlschranktemperaturen fünf Tage lang haltbar. Moderna erwartet, dass sein Impfstoff bei Kühlschranktemperaturen 30 Tage lang stabil ist und bis zu sechs Monate bei minus 20 Grad Celsius gelagert werden kann.

Die Mainzer Biotechfirma Biontech und ihr US-Partner Pfizer sowie Moderna hatten in den zulassungsrelevanten Studien mit ihren Impfstoffen eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent nach zwei Impfdosen erzielt. Am Freitag hatten Biontech und Pfizer in den USA eine Notfallgenehmigung beantragt und erwarten diese bis Mitte Dezember.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigte sich optimistisch, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für einen Impfstoff in Europa geben wird. „Und dann können wir mit den Impfungen sofort loslegen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. AstraZeneca will noch in dieser Woche Gespräche mit der US-Gesundheitsbehörde FDA beginnen und Daten weltweit bei den Behörden einreichen, bei denen Schnellverfahren möglich sind.

AstraZeneca-Impfstoff je nach Dosierung bis zu 90 Prozent wirksam

Die Wirksamkeit des Impfstoffs von AstraZeneca hängt von der Dosierung ab. So wurde eine Wirksamkeit von 90 Prozent erzielt, wenn das Vakzin zunächst mit einer halben Dosis verabreicht wurde, gefolgt von einer vollen Dosis im Abstand von mindestens einem Monat. Wenn zwei volle Dosen im Abstand von mindestens einem Monat geimpft wurden, wurde laut der Zwischenanalyse nur eine Wirksamkeit von 62 Prozent erreicht.

Wissenschaftler warnten jedoch, das als Beweis zu werten, dass der Impfstoff weniger bringe als die der Konkurrenz. Es sei wenig sinnvoll, die Vakzine auf Grundlage von Ausschnitten aus den Phase-3-Daten voneinander abzugrenzen, sagte Danny Altman, Professor für Immunologie vom Imperial College London. „Ich glaube, dass wir in einem Jahr alle drei Impfstoffe mit einem Schutz von etwa 90 Prozent verwenden werden und viel glücklicher sein werden.“

Rückkehr zur Normalität nach Ostern?

Bis Ende des Jahres will AstraZeneca 200 Millionen Dosen fertiggestellt haben, bis Ende des ersten Quartals 2021 weltweit 700 Millionen Dosen. BioNTech und Pfizer erwarten, 2020 weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoffdosen herzustellen und 2021 bis zu 1,3 Milliarden. Zahlreiche Regierungen haben sich Millionen Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca bereits vorab gesichert, auch die Europäische Kommission hat einen Kaufvertrag über bis zu 400 Millionen Dosen unterschrieben.

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock sprach von „fantastischen Nachrichten“. „Wir haben 100 Millionen Dosen bestellt, und wenn alles gutgeht, wird der Großteil der Auslieferung im neuen Jahr sein“, sagte er dem Sender Sky News. Das Vereinigte Königreich ist in Europa mit am stärksten von der Pandemie betroffen, dort haben sich bislang mehr als 1,5 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Die britische Regierung hofft auf eine allmähliche Rückkehr zur Normalität nach Ostern.

AstraZeneca setzt auf Vektorimpfstoff

Die bislang im Rennen führenden Impfstoffe unterscheiden sich vor allem durch ihre Herstellungsweise. Während die Vakzine von BioNTech und Moderna auf einer völlig neuen Technologie basieren, beruht das von AstraZeneca auf einer herkömmlichen Herstellungsweise. Der Impfstoff, der mit der Universität Oxford entwickelt wird, ist ein sogenannter Vektorimpfstoff, der auf Adenoviren von Affen basiert. Er soll Erbmaterial des Virus in menschliche Zellen einschleusen, das Immunsystem darauf mit der Bildung von Antikörpern reagieren.

Die Impfstoffe von BioNTech und Moderna basieren dagegen auf der sogenannten Boten-RNA (mRNA), die den menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Proteinen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermitteln soll. Ein solcher Impfstoff soll schneller in großem Maßstab hergestellt werden können als herkömmliche. Er benötigt aber eben auch eine höhere Kühlung, was die Logistik erschwert. Auch fehlen Langzeiterfahrungen, da es bislang noch kein mRNA-Medikament oder -Impfstoff auf den Markt geschafft hat.

FFP2-Masken unterscheiden sich nach Hersteller

FFP2-Masken werden nicht in standardisierten Größen verkauft. Weil die meisten Hersteller individuell produzieren würden, können unterschiedliche Modelle auch unterschiedlich gut passen, wie der Tüv Nord erklärt.

Verbraucher sollten deshalb darauf achten, ein Hersteller-Modell zu wählen, das auf dem eigenen Gesicht gleichmäßig anliegt und komfortabel sitzt. Nur dann ist auch ausreichender Schutz gewährleistet. Es ist daher ratsam, zunächst nur eine Packung Masken eines Herstellers zu kaufen und die Passform der FFP2-Maske zu prüfen.

FFP2-Masken sind nicht zum Waschen gedacht

FFP2-Masken gibt es mit und ohne Ventil. Die Vorrichtung könne das Atmen etwas erleichtern, erklärt der Tüv Nord weiter. Sie schützt allerdings nur den Träger. Deshalb seien sie für den Aufenthalt in Altenheimen oder in Gegenwart von Risikopatienten ungeeignet.

Tüv Nord weist zudem darauf hin, dass FFP2-Masken nicht gewaschen werden dürfen. Das senkt das Schutzniveau. Den Angaben zufolge können sie einen Tag lang getragen werden, danach sollte man sie im Hausmüll entsorgen.

CE-Kennzeichen und vier Zahlen

Partikelfiltrierende Halbmasken (FFP2/FFP3/KN95) sind für den Einsatz im Gesundheitsbereich zertifiziert und müssen mindestens 95 Prozent der Aerosole abfangen. Wer entsprechende Masken kaufen will, sollte auf der Verpackung auf die Kombination aus CE-Zeichen und vier Zahlen achten, rät der Tüv Nord.

Erfüllen die Masken die Kriterien der entsprechenden Prüfnorm (DIN EN 149:2009-08), bekommt die Verpackung ein CE-Kennzeichen sowie eine vierstellige Nummer. Dies lässt Rückschlüsse auf das Prüf-Institut zu.

WHO rät von Remdesivir-Einsatz bei Covid-19 ab

Das ursprünglich im Zusammenhang mit dem Ebola-Virus entwickelte Mittel Remdesivir wird bereits seit Monaten im Rahmen der Behandlung von Covid-19-Patienten diskutiert. Es galt zunächst als Hoffnungsträger, welcher dann aber doch keine bzw. kaum Wirkung auf den Verlauf von Covid-19-Erkrankungen gezeigt haben soll; zuletzt wurde Remdesivir dann durch die EU-Kommission als offizielles Corona-Medikament zugelassen. Womöglich ein Fehler – zumindest rät die Weltgesundheitsorganisation zum Einsatz von Remdesivir gegen Covid-19 ab.

Große Zweifel an Wirksamkeit von Remdesivir gegen Covid-19

Verschiedene Medien berichten über die am Freitag im „British Medical Journal“ veröffentliche Stellungnahme der WHO, der zufolge Remdesivir „keinen bedeutenden Einfluss auf die Sterblichkeit“ im Fall einer Covid-19-Erkrankung habe. Das Mittel bewirke weder eine Verkürzung noch Milderung des Krankheitsverlaufs – viele Patienten müssten trotz Remdesivir-Einnahme künstlich beatmet werden. Dafür seien potenziell schädliche Nebenwirkungen durch das Medikament nicht ausgeschlossen.

Bislang gilt es laut dem Robert-Koch-Institut (RKI), Remdesivir bei „sauerstoffpflichtigen, jedoch nicht-beatmeten Patienten“ anzuwenden – und zwar „möglichst frühzeitig“.

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RKI meldet Höchststand an Neuinfektionen

In Deutschland ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf einen neuen Höchstwert gestiegen: Das Robert-Koch-Institut meldete am Freitag 23.648 Neuinfizierte innerhalb eines Tages – und damit einen Anstieg gegenüber dem Rekord vom vorigen Freitag. Die Todesfälle legten demnach um 260 auf 13.630 zu. Die Zahlen befeuern die Debatte über weitere Corona-Auflagen für Restaurants, Schulen oder Kontaktbeschränkungen, über die Bund und Länder kommenden Mittwoch beraten wollen. Die Bundesländer wollen dazu bereits am Montag Vorschläge vorlegen. Nach Informationen von „Reuters“ aus Länderkreisen gilt dabei derzeit als am wahrscheinlichsten, dass die Schließung etwa von Restaurants verlängert und neue Auflagen in Schulen verhängt werden. Der Einzelhandel soll demnach dagegen wohl im Vorweihnachtsgeschäft offen bleiben.

Herdenimmunität durch Corona-Impfstoffe? Experten sind skeptisch

Dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zufolge genügt eine Immunisierung von etwa zwei Dritteln der Bevölkerung, um die Verbreitung von Corona aufzuhalten. Impfungen sollen dabei helfen, diese Durchdringung zu erreichen. Doch das ist an hohe Erwartungen geknüpft, was Vakzine leisten können. Einige Experten halten solche Ansprüche für überzogen.

„Die Idee der Herdengemeinschaft ist es, die Gefährdeten zu schützen“, erläutert Eleanor Riley, Professorin für Immunologie und Infektionskrankheiten an der Universität Edinburgh. Wären beispielsweise 98 Prozent einer Bevölkerung geimpft, träten nur so geringe Virusmengen auf, dass die restlichen zwei Prozent geschützt wären. Herdenimmunität heiße aber nicht, dass Einzelne sich nicht anstecken könnten, betont ECDC-Experte Josep Jansa. „Man darf nicht glauben, wegen der Herdenimmunität kann es mich nicht treffen. Herdenimmunität bezieht sich auf den Schutz der Gemeinschaft.“

Inwieweit Corona-Impfstoffe dabei helfen können, eine Herdenimmunität zu schaffen, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wie stark ist die Verbreitung des Virus? Können die Impfstoffe, die nun vor der Zulassung stehen, eine Übertragung des Erregers stoppen? Oder verhindern sie nur eine Erkrankung der Menschen? Wie groß ist der Anteil der Bevölkerung, der zu einer Impfung bereit ist? Bieten die Impfstoffe allen Menschen den gleichen Schutz?

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Entscheidend ist die Reproduktionsrate

Je ansteckender ein Virus ist, desto höher muss der entweder durch die Krankheit selbst oder durch Impfung immun gewordene Anteil der Bevölkerung sein, damit man von Herdenimmunität sprechen kann. Aufschluss gibt hier die Reproduktionsrate: Der sogenannte R-Wert gibt an, wie viele Menschen eine mit einer bestimmten Krankheit infizierte Person unter normalen Umständen ansteckt. Das hoch infektiöse Masernvirus zum Beispiel hat einen geschätzten R-Wert von zwölf oder höher. Eine Herdenimmunität tritt deshalb erst ein, wenn mindestens 92 Prozent einer Gruppe immun sind. Bei einer saisonalen Grippe mit einem R-Wert von 1,3 würde der Schwellenwert bei nur 23 Prozent liegen.

Beim Coronavirus ist der genaue R-Wert gar nicht bekannt, wie Winfried Pickl, Professor für Immunologie an der Medizinischen Universität Wien, erläutert. „Das Problem ist, dass wir momentan nicht genau wissen, wie schnell das Virus ohne Schutzmaßnahmen – also wie vor einem Jahr mit Reisen und normalen sozialen Kontakten – übertragen wird.“ Da viele Länder noch immer weit von normalen Verhältnissen entfernt seien, müsse man davon ausgehen, dass der R-Wert von Covid-19 „näher bei vier als bei zwei“ liege, erklärte er. Denn trotz umfassender Schutzmaßnahmen habe der R-Wert etwa in Österreich oder Deutschland in der Nähe von 1,5 gelegen.

Darüber hinaus würde ein Impfstoff mit weniger als 100 Prozent Wirksamkeit eine entsprechend höhere Durchimpfung erfordern, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Der von der deutschen Biotechfirma BioNTech zusammen mit dem US-Pharmakonzern Pfizer entwickelte Impfstoff zeigt ersten Daten zufolge eine Wirksamkeit von 95 Prozent, der von Moderna von 94,5 Prozent. Um in den USA eine Herdenimmunität zu erreichen, hält es Amesh Adalja vom Johns Hopkins Center for Health Security für ein gutes Ziel, mehr als 70 Prozent der Bevölkerung zu impfen. Ein höherer Wert könnte erforderlich sein, wenn ein Impfstoffe weniger wirksam wäre.

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»Pandemie nicht allein mit Impfung zu verhindern

Einen weiteren wichtigen Faktor sehen Experten darin, ob ein Impfstoff die Übertragung des Virus stoppen kann. Bisherige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die ersten Impfstoffe, die auf den Markt kommen, zumindest verhindern, dass Menschen an Covid-19 erkranken. Es könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Geimpften weiter mit dem Virus infizierten und es unbemerkt an andere weitergäben.

Insbesondere Infektionen der Atemwege seien mit Impfstoffen schwer vollständig zu blockieren, sagt Bodo Plachter, stellvertretender Direktor des Instituts für Virologie am Lehrkrankenhaus der Universität Mainz. Sie würden wohl dazu beitragen, die Menge des zirkulierenden Virus zu reduzieren. „Es kann durchaus sein, dass die Geimpften weniger Viren ausscheiden, das bremst die Pandemie“, sagt er. „Es ist aber eine falsche Annahme, dass man die Pandemie allein aufgrund der Impfung wird verhindern können.“

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„Lasst uns die Verwundbaren direkt schützen“

Professorin Riley von der Universität Edinburgh warnt daher, dass die Idee einer Herdenimmunität durch Covid-19-Impfungen wenig erfolgversprechend sein könnte. Ein besserer Ansatz sei, „die Herdenimmunität auf den Kopf zu stellen“. Die ersten begrenzten Impfstoffvorräte könnten zum Schutz der am stärksten Gefährdeten eingesetzt werden, ohne sich um die robusteren Mitglieder der „Herde“ zu sorgen, die das Virus relativ problemlos wegsteckten. „Vergessen wir den Schutz der Massen, um die Verletzlichen zu schützen“, fordert sie. „Lasst uns die Verwundbaren direkt schützen.“

Schutz von 95 Prozent! Corona-Impfstoff von BioNTech vor Zulassungsantrag

Nach einer finalen Analyse der relevanten Studie habe der Impfstoff einen Schutz von 95 Prozent vor Covid-19 gezeigt, teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch mit. Sie veröffentlichten auch positive Daten zur Sicherheit des Impfstoffs, die sie als Meilenstein für eine Notfallgenehmigung in den USA bezeichnet hatten. Den Antrag dafür wollen sie nun innerhalb weniger Tage bei der US-Gesundheitsbehörde FDA einreichen. Damit könnte der Impfstoff von BioNTech die erste verfügbare Impfung gegen Covid-19 in den USA werden.

Die Daten sollen auch anderen Regulierungsbehörden weltweit vorgelegt werden. BioNTech und Pfizer waren in der vergangenen Woche die weltweit ersten Unternehmen, die erfolgreiche Daten aus der zulassungsrelevanten Studie mit einem Corona-Impfstoff vorgelegt hatten. Nach einer ersten Zwischenanalyse zeigte das Vakzin eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent beim Schutz vor Covid-19. Am Montag zog der US-Biotechkonzern Moderna nach und verkündete, dass sein Impfstoff einen Schutz von 94,5 Prozent vor Covid-19 bietet. Moderna will in den kommenden Wochen ebenfalls eine Notfallgenehmigung in den USA beantragen.

Wirksamkeit von 50 Prozent als Mindestwert

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte eine Wirksamkeit von 50 Prozent als Mindestwert für eine mögliche Zulassung festgelegt. Hinsichtlich der Sicherheit hatte die Behörde im Oktober neue Richtlinien für eine Notfallgenehmigung veröffentlicht: Erwartet werden Sicherheitsdaten von mindestens zwei Monaten von etwa der Hälfte der Studienteilnehmer nach Verabreichung der letzten Impfdosis. Pfizer rechnet damit, dass der für Impfstoffe zuständige Beratungsausschuss der FDA die Daten bei seinem Treffen im Dezember überprüfen wird.

„Die Daten zeigen, dass unser Impfstoff mit einer Dosierung von 30 Mikrogramm nur 28 Tage nach der ersten Dosis einen hohen Schutz gegen Covid-19 erzeugen kann“, sagte BioNTech-Chef Ugur Sahin. Der Impfstoff wird zweimal mit einer Dosis von je 30 Mikrogramm verabreicht. Die Dosierung ist damit niedriger als die von Moderna mit je 100 Mikrogramm. Der Impfstoff der Tübinger Biotechfirma CureVac, der wie die von BioNTech und Moderna auf der sogenannten Boten-RNA (mRNA) basiert, soll sogar nur mit einer Dosis von zwölf Mikrogramm getestet werden. Die zulassungsrelevante Studie von Curevac hat aber noch nicht begonnen.

„Das ist der Beweis, den wir brauchten“

Die finale Analyse der Studie von BioNTech und Pfizer, die mehr als 43.000 Teilnehmer umfasst, basiert auf 170 Covid-19-Fällen unter den Probanden. Davon traten 162 in der Gruppe auf, die ein Placebo erhielt, und acht in der geimpften Gruppe. Es habe zehn schwere Fälle gegeben, einer davon bei einem geimpften Teilnehmer. Der Schutz durch den Impfstoff sei unabhängig von Alter und ethnischer Herkunft gleich gewesen. Bei Erwachsenen über 65 Jahren habe die Wirksamkeit über 94 Prozent betragen. „Der 94-prozentige Schutz älterer Menschen ist das Entscheidende – das ist der Beweis, den wir brauchten, um sicherzugehen, dass die am stärksten gefährdeten Menschen geschützt werden“, sagte der Wissenschaftler Andrew Hill von der Universität Liverpool.

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Müdigkeit und Kopfschmerzen als einzige schwere Nebenwirkungen

Pfizer und BioNTech zufolge wurde der Impfstoff gut vertragen. Die meisten Nebenwirkungen seien schnell abgeklungen. Die einzigen schweren Nebenwirkungen seien Müdigkeit gewesen, von der 3,8 Prozent der Geimpften betroffen gewesen seien, und Kopfschmerzen, die bei zwei Prozent nach der zweiten Dosis auftraten. Moderna hatte von etwas mehr Nebenwirkungen berichtet. Die von dem Unternehmen neben Müdigkeit (9,7 Prozent bei Moderna) genannten Nebenwirkungen wie Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen oder Schmerzen an der Einstechstelle sind nach Einschätzung von Experten aber nicht unüblich bei Impfungen von Erwachsenen. Moderna kann mit Logistikvorteilen bei seinem Impfstoff punkten, da er keine ultrakalte Lagerung wie das BioNTech-Vakzin benötigt.

BioNTech und Pfizer bekräftigten, noch in diesem Jahr bis zu 50 Millionen Impfdosen herstellen zu wollen und bis zu 1,3 Milliarden im kommenden Jahr. Die Europäische Union hat sich bereits bis zu 300 Millionen Dosen davon gesichert, die Lieferung könnte Ende dieses Jahres beginnen. Die USA haben mit den Unternehmen einen Vertrag über die Lieferung von 100 Millionen Dosen im Wert von rund 1,95 Milliarden Dollar geschlossen, es besteht zudem die Option zum Erwerb von weiteren 500 Millionen Dosen.

Corona-Pandemie führt zu extremen Schwankungen bei Krankschreibungen

Die Corona-Pandemie hat im ersten Halbjahr zu extremen Schwankungen bei den Krankschreibungen geführt. Nach einem sehr starken Anstieg um den 20. März herum seien die Zahlen fast genauso stark wieder gefallen, heißt es in einem Bericht der Techniker Krankenkasse (TK), über den die Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ berichten (Mittwochsausgaben).

Im Mai sei der niedrigste Wert seit zehn Jahren erreicht worden. Dieser habe sich „dort bis zum Sommer“ eingependelt. Die Abstandsregeln reduzierten offenbar nicht nur die Ansteckung mit Corona, auch andere Infektionskrankheiten hätten weniger Chancen, sich zu verbreiten. 

FDA genehmigt ersten Corona-Selbsttest

Die US-Gesundheitsbehörde FDA genehmigt den ersten Corona-Schnelltest für zu Hause. Der Selbsttest des US-Unternehmens Lucira Health ist ein molekularer Einweg-Test zum Nachweis des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2, das Covid-19 verursacht.

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Fitnesstracker können bei der Diagnose von Corona hilfreich sein

Forscher des US-amerikanischen Scripps Research Translational Institute untersuchen im Rahmen der DETECT-Studie, inwieweit Fitnesstracker in der Lage sind, Corona-Infektionen zu erkennen. Teilnehmen können alle US-Amerikaner, indem sie die App MyDataHelps herunterladen und so ihre mit dem Fitnesstracker gesammelten Daten teilen. In Deutschland hat das Robert-Koch-Institut mit der Datenspende-App im April ein vergleichbares Projekt gestartet.

Die ersten in „Nature Medicine“ veröffentlichten Ergebnisse der DETECT-Studie sind durchaus vielversprechend. So lasse sich durch Analyse von Daten wie Herzfrequenz, Schlaf und Aktivität sowie selbst festgestellter Symptome Covid-19 besser erkennen als anhand der Symptome allein. Die Treffer-Wahrscheinlichkeit lag bei 80 Prozent.

Corona-News: SARS-CoV-2 und Covid-19 – was ist der Unterschied?

Nachdem nun die Parameter bestätigt worden seien, um eine Corona-Erkrankung zu erkennen, sei der nächste Schritt, die Informationen zu nutzen, um frühzeitig Ausbrüche des Virus zu erkennen und die Verbreitung zu stoppen, erklären die Forscher.

Um die aus den Fitnesstrackern bezogenen Daten mit einer tatsächlichen Infektion in Verbindung zu bringen, wurden Personen, die über Symptome klagten und positiv getestet wurden, herangezogen.

Handy-Daten zeigen mögliche Superspreader-Orte

Restaurants, Fitnessstudios und Hotels sollen das größte Potenzial haben, sich zu Superspreader-Orten zu entwickeln, wie Wissenschaftler der US-amerikanischen Universität Stanford herausfanden. Das Team betrachtete mithilfe eines Computermodells anonymisierte Handy-Bewegungsdaten von 93 Millionen Menschen und konnte so das Verhalten der Menschen abbilden.

Die Forscher schauten, wo sich die Menschen aufhielten und wie lange und wie viele andere Personen mit ihnen dort waren. Daraus ergaben sich annähernd 553 Millionen sogenannte „Points of Interests“. Das Team konnte so aus den Bewegungsdaten ein Netz mit 5,4 Milliarden Eckpunkten zusammenstellen.

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Das Modell zeigte einerseits, dass eine kleine Anzahl von Superspreader-Orten (10 Prozent) für einen Großteil der Ansteckungen (85 Prozent) verantwortlich ist und gezielte Maßnahmen an diesen Orten wirksamer sind als großflächige Beschränkungen und das andererseits die Einschränkung der Mobilität zu einer Verringerung der Infektionen führen kann.

Des Weiteren bestätigte das Computermodell laut Studie auch, dass benachteiligte Bevölkerungsgruppen nicht in der Lage seien, sich in puncto Mobilität so schnell einzuschränken und deshalb höhere Infektionsraten aufwiesen. Zudem seien die Orte, die sie besuchten, auch überfüllter und daher risikoreicher.

Das Modell habe aber auch eine Schwäche, räumen die Forscher ein. Es berücksichtige nicht die ältere Bevölkerung sowie die Kinder. Aussagen über Schulen und Pflegeheime etwa könnten so nicht getroffen werden.

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