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Experten zerlegen Pre-Workout-Frühstück von „The Rock“

Experteneinschätzung

„The Rocks“ Pre-Workout-Frühstück ist „ökologisches und gesundheitliches Desaster“ 

Das Frühstück von Dwayne „The Rock“ Johnson hat es in sich
Das Frühstück von Dwayne „The Rock“ Johnson hat es in sich. Aber ist es auch gesund?Foto: Getty Images

Dwayne „The Rock“ Johnson gehört zu den optisch eindrucksvollsten Schauspielern Hollywoods. Der 49-Jährige ist ein echter Muskelberg und somit Vorbild für Millionen von Männern. Nun hat er sein opulentes Frühstück auf Instagram gezeigt. Doch ist das überhaupt gesund? Wir haben zwei Experten dazu befragt.

Den Schauspieler Dwayne Johnson kennen die meisten vermutlich unter seinem Spitznamen „The Rock“. Die Bezeichnung kommt nicht von ungefähr: 1,96 Meter groß und rund 118 Kilogramm schwer ist der ehemalige Wrestler und somit ein echter Muskelberg. So glänzt er auf der Leinwand mit seinem eindrucksvollen Körper, der viele Männer dazu motiviert, öfter ins Fitnessstudio zu gehen. Da fragt man sich: Wie ernährt sich „The Rock“ eigentlich? Auf Instagram hat er nun sein Frühstück gezeigt, das er vor einem harten Workout-Tag zu sich nimmt. Und dieses fällt ganz schön eindrucksvoll aus. Wir haben es kurz analysiert und zwei Experten um ihre Einschätzung gebeten.

So sieht das Frühstück von The Rock aus

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Dwayne Johnson bezeichnet sein Frühstück als ein „Pre-Workout-Power-Breakfast“. Er brauche viel Energie aus Protein, Fetten und Kohlenhydraten sowie schnellverfügbarem Zucker, um sich auf sein hartes Bein-Workout vorzubereiten. Und so kommt eine ziemlich eindrucksvolle Mischung zusammen:

  • ein Omelett aus Eiklar
  • gegrilltes Bison-Fleisch
  • Avocado
  • Haferflocken mit Papaya
  • englische Muffins mit Erdnussbutter und Honig
  • ein Energydrink

Wie gesund ist diese Zusammensetzung? Wir haben es kurz analysiert.

Omelett aus Eiklar

Einige Menschen schwören darauf, nur das Eiklar vom Ei zu verzehren. Dadurch wollen sie meistens das Fett und die Kalorien aus dem Eigelb einsparen und nur das wertvolle Eiweiß zu sich nehmen. Warum das auch Dwayne „The Rock“ Johnson bei seinem kalorienhaltigen Power-Frühstück macht, ist fragwürdig. Denn das Eigelb beinhaltet die meisten Inhaltsstoffe und hat prozentual gesehen sogar mehr Eiweiß als das Eiklar. Wer das Eigelb wegwirft und nur das Eiklar verwendet, verzichtet dadurch auf wertvolle Vitamine, Mineralien und sogar einen Teil des Eiweißes. Also nicht besonders empfehlenswert.

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Gegrilltes Bisonfleisch

Als weitere Proteinquelle setzt „The Rock“ auf gegrilltes Bisonfleisch. Dieses gilt tatsächlich als besonders gesund. Es ist reich an Eisen, Zink und Selen. Zudem enthält es viel Eiweiß und wenig Fett (nur etwa drei Prozent). Ein geringerer Wasseranteil als beispielsweise beim Rind sorgt für eine höhere Nährstoffdichte. Somit ist es eine gute Eiweißquelle für Fleischesser, wenn auch eine sehr teure. Ein Kilogramm Bison Hüftsteak kostet etwa 90 Euro in Deutschland.

Zudem sollte man bei der Zubereitung aufpassen, denn insbesondere beim Grillen können sich durch die brennende Kohle schädliche Stoffe bilden und als Rauch in das Fleisch eindringen. Also lieber kurz anbraten.

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Avocado

Der vermutlich gesündeste Teil des Frühstücks von „The Rock“ ist die Avocado. Die Frucht enthält viel gesundes Fett (etwa 14 Gramm mehrfach ungesättigte Fettsäuren pro 100 Gramm). Dazu kommen 6,7 Gramm Ballaststoffe und etwa zwei Gramm Protein. Damit ist die Avocado ein hervorragender Sattmacher und arm an Kohlenhydraten. Das lässt den Insulinspiegel nur leicht steigen, wenn die Avocado alleine verzehrt wird.

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Haferflocken mit Papaya

Haferflocken am besten in Wasser und mit ein wenig Naturjoghurt aufgequollen sind tatsächlich eine sehr gesunde Mahlzeit. Sie enthalten viele langkettige Kohlenhydrate (58 Prozent), leicht verdauliches Eiweiß (13,5 Prozent) und wichtige Ballaststoffe (10 Prozent) sowie Vitamine und Mineralien. Auch die Papaya gilt als eine äußerst gesunde Frucht. Sie enthält viel Vitamin C, Beta-Carotin sowie das Enzym Papain. Dieses hilft bei der Eiweißspaltung und fördert somit die Verdauung. Außerdem enthält die Papaya weniger Zucker als beispielsweise ein Apfel.

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Englische Muffins mit Erdnussbutter und Honig

Hier wird der gesunde Aspekt des Frühstücks etwas kompliziert. Denn englische Muffins mit Honig sind einfach nur eine Zuckerbombe. Sie dienen „The Rock“ sicherlich als schnelle Energielieferanten, aber als gesund kann man die Backwaren mit Zucker nicht bezeichnen. Etwas anders verhält es sich mit Erdnussbutter. Reine Erdnussbutter enthält nämlich viel gesundes Fett (49 Prozent), viel Eiweiß (26 Prozent) und wenige Kohlenhydrate (10 Prozent). Damit ist es ein hervorragender Sattmacher und Energielieferant, der den Insulinspiegel ebenfalls nur leicht steigen lässt. In Kombination mit Muffins und Honig geht aber der gesundheitliche Aspekt leider verloren.

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Energydrink

Bei dem Frühstücksgetränk von „The Rock“ müssen wir die Stirn etwas runzeln: ein Energydrink, wirklich? Das gehört sicherlich nicht zu einem gesunden Frühstück. Speziell der von ihm gewählte Energydrink enthält 160 mg Koffein. Das entspricht etwa zwei Tassen schwarzen Kaffees. Zwar ist darin kein Zucker enthalten, dafür aber ein Zuckeraustauschstoff namens Sucralose. Dieser steht zusammen mit Aspartam und Saccharin im Verdacht, die Darmflora zu schädigen. Allein das ist schon ein Grund, um von Softdrinks mit Süßstoffen die Finger zu lassen.

Der Grund für den Energydrink auf dem Frühstücksfoto ist einfach: Dwayne Johnson hat diese Marke gegründet und ist einer der Eigentümer. Somit ist es nichts anderes als reines Marketing.

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Das sagen Experten zu „The Rocks“ Frühstück

Offensichtlich geht es „The Rock“ bei seinem Frühstück nicht in erster Linie um eine gesunde Ernährung, sondern um die Vorbereitung auf ein intensives Workout: „Zu diesem Zweck ist eine eher überdurchschnittliche Eiweiß- und Kalorienzufuhr natürlich sinnvoll. Zugleich wissen wir aber nichts über das restliche Programm, wie z. B. die weiteren Mahlzeiten des Tages, etwaige Supplemente, etc.“, sagt der Studienarzt Dr. med. Stefan Kabisch von der Charité in Berlin.

Doch Dr. Kabisch warnt, dass selbst ein sportlicher Mensch keine Riesenmengen Eiweiß auf einmal verwerten kann. „Der Überschuss wird als Harnstoff über die Nieren ausgeschieden. Wer eine Nierenerkrankung hat, sollte damit also vorsichtig sein“, erklärt der Studienarzt. Außerdem liefern Fleisch und Hülsenfrüchte auch Purine bzw. Harnsäure. Diese können im Übermaß zu Gicht und Nierensteinen führen. „Bei jungen Menschen gibt es zudem Hinweise darauf, dass langfristig eine hohe Eiweißzufuhr das Krebsrisiko steigert“, sagt der Mediziner. Allerdings sei das noch nicht eindeutig bewiesen.

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Laut dem Experten liefere das Frühstück von „The Rock“ viel Energie, teilweise auch aus Zucker (Honig, Obst) und tierischem Fett. Zudem sei die Auswahl der Lebensmittel unnötig überspezifisch: „Es spricht nichts gegen Eigelb im Omelett, anderes Fleisch als Bisonfleisch und Alternativen zu Papaya und Avocado“, konstatiert Dr. Kabisch. Ein klassisches ausgewogenes Frühstück mit ballaststoffreichem Vollkorngetreide, etwas Obst und ein oder zwei Milchprodukten sei mindestens genauso gesund, deutlich preiswerter und ökologisch angemessener.

Das Frühstück ist ein Desaster

Noch kritischer sieht es der Ernährungsexperte und Diabetologe Dr. Matthias Riedl. „Das Frühstück ist ein ökologisches und gesundheitliches Desaster“, urteilt der Mediziner. „Zu viel tierisches Eiweiß. Überhaupt zu viel Eiweiß. Der Energiedrink mit Sucralose und künstlichen Aromen geht der gesunden Darmflora auf die Nerven. Zusammen mit dem vielen, tierischen Eiweiß, dem Mangel an Gemüse und damit auch Ballaststoffen, erhöht es das Risiko für Arterienverkalkung, Diabetes und Entzündungen“, sagt Dr. Riedl.

Laut dem Diabetologen sollte nur etwa ein Drittel des verzehrten Eiweißes aus tierischen, der Rest hingegen aus pflanzlichen Quellen stammen. Außerdem sieht er in dem Frühstück einen großen Mangel an Gemüse. „Einzig positiv sind die Avocado und der Hafer“, schlussfolgert Dr. Riedl. Zudem sieht es danach aus, dass „The Rock“ bei dieser Kalorienmenge über sein natürliches Sättigungsgefühl hinaus isst. „Sollte er irgendwann mit dem Training aufhören, wird er unter dem mangelnden Sättigungsgefühl und bei diesen Ernährungsgewohnheiten rasch übergewichtig werden und ein enorm hohes Diabetesrisiko haben“, warnt der Experte. Dieses Frühstück sei ein Desaster und das absolute Gegenteil von gesund.

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Und so sieht das Bein-Workout aus

So wie es aussieht, kann sich The Rock sein reichhaltiges Frühstück gönnen. Denn das Bein-Workout, welches er danach laut Instagram-Post absolvierte, hatte es in sich. Zunächst gab es eine etwa 30-minütige Aufwärmphase mit einem Core-Workout, Übungen mit einer Faszienrolle und Stretching.

Danach folgten die Beinübungen:

Danach legte er mit seinen Giant Sets los: Vier bis fünf Sätze mit vier bis fünf Übungen pro Satz. Jeweils 15-20 Wiederholungen und keine Pause zwischen den Übungen. Nach jedem Satz wird das Gewicht gesteigert. Am Ende folgten noch Ausfallschritte bis zum Muskelversagen mit einer 54-Kilogramm-Kette sowie als Supersatz sogenanntes Rumänisches Kreuzheben. Allein beim Lesen wird einem schwindelig. Da sind dann vermutlich die Muffins mit Erdnussbutter und Honig schnell verbrannt.

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Fazit

Das Frühstück von Dwayne „The Rock“ Johnson ist laut dem Diabetologen Dr. Matthias Riedl „ein Desaster und das absolute Gegenteil von gesund“. Aus gesundheitlicher Sicht gibt es keinen Grund, das Eigelb beim Omelett wegzulassen, schließlich liefert dieses mehr wichtige Nährstoffe als das Eiklar. Bisonfleisch ist zwar gesund und fettarm, allerdings sollte man es nicht jeden Tag gegrillt essen. Außerdem ist es unnötig teuer, da kann man auch zu magerem Geflügel greifen. Haferflocken mit Papaya (ohne Milch zubereitet) sind hingegen uneingeschränkt zu empfehlen, ebenfalls wie eine Avocado. Englische Muffins mit Erdnussbutter und Honig sind dagegen fettreiche Zuckerbomben, auf die man verzichten sollte. Und auch ein Energydrink hat beim gesunden Frühstück nichts verloren. Wer sich einen Koffeinkick wünscht, sollte lieber schwarzen, ungesüßten Kaffee trinken. Dieser ist nachweislich gesund.

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