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Aktuelle Studie

Diese 4 Verhaltenstipps schützen vor Gicht

Frau fasst sich ans Knie wegen Gicht
Die neusten Erkenntnisse legen nahe, dass beeinflussbare Faktoren eine wichtige Rolle bei der Prävention von Gicht spielenFoto: Getty Images

Gicht ist eine klassische Zivilisationserkrankung. Das heißt aber noch lange nicht, dass man sie nicht abwenden kann. In einer Studie haben Forscher jetzt herausgefunden, welche vier Risikofaktoren es unbedingt zu vermeiden gilt.

In Deutschland leiden fast eine Million Menschen an Gicht, informiert die Deutsche Rheuma-Liga. Die Stoffwechselerkrankung entsteht dadurch, dass sich im Körper zu viel Harnsäure (Hyperurikämie) ansammelt, die sich an verschiedenen Stellen, z.B. in Gelenken, Sehnen und Schleimbeuteln, ablagert. Betroffen sind vor allem Männer, meist erst nach dem 40. Lebensjahr. Dass sich überhaupt so viele Menschen mit gichtbedingten Gelenkschmerzen rumschlagen, müsse aber nicht sein, lautet das Fazit einer neuen Studie, erschienen in der Fachpublikation Arthritis & Rheumatology.

Diese 4 Faktoren begünstigen Gicht

Die Forscher rund um Dr. med. Hyon K. Choi von der Harvard Medical School in Boston konnten in der Beobachtungsstudie vier Risikofaktoren identifizieren:

  • Übergewicht (Body-Mass-Index von über 25)
  • Erhöhter Alkoholkonsum
  • Ernährung mit viel Fleisch, Salz und Zucker
  • Erhöhte Einnahme von Entwässerungsmedikamenten

Die Wissenschaftler stellten fest, dass jeder einzelne der vier untersuchten Faktoren in einer sogenannten Dosis-Wirkungs-Beziehung mit dem Harnsäurewert stehe. So betrug bei Übergewicht das Risiko für einen erhöhten Harnsäurespiegel beispielsweise 44 Prozent, 12 Prozent bei einer erhöhten Einnahme von Entwässerungsmedikamenten, 9 Prozent bei einer fleisch-, salz- und zuckerlastigen Ernährung sowie 8 Prozent bei erhöhtem Alkoholkonsum.

„Die Erkenntnisse legen nahe, dass beeinflussbare Faktoren eine wichtige Rolle bei der Prävention von Hyperurikämie und wahrscheinlich auch Gicht spielen. Öffentliche Gesundheitsinitiativen sollten sich darum bemühen, Verhaltensänderungen auf individueller Basis zu fördern (…).“, sagt Dr. med. Hyon K. Choi.

Im Umkehrschluss lassen sich den Studienautoren zufolge vier Verhaltenstipps ableiten, deren Einhaltung einem erhöhten Harnsäurespiegel vorbeugen könne. Mit der Folge, dass man so die Zahl an Gicht-Neuerkrankungen drastisch reduzieren könnte.

Diese 4 Verhaltensempfehlungen beugen Gicht vor

  • Reduzieren Sie Ihr Übergewicht
  • Trinken Sie Alkohol in moderaten Dosen
  • Essen Sie möglichst wenig Fleisch, Salz und Zucker
  • Sorgen Sie für eine reduzierte Einnahme von Entwässerungsmedikamenten

Den Vorteil der ersten drei Empfehlungen fasst Dr. med. Choi wie folgt zusammen: „Die zu erwartenden gesundheitlichen Vorteile gehen weit über Hyperurikämie und Gicht heraus, bis hin zu typischen Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen und Diabetes.“ Wer also aktiv Gicht vorbeugt, schützt sich indirekt zusätzlich vor schwerwiegenderen Krankheiten.

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