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Deshalb sollten Sie jeden Tag unbedingt Haferflocken essen

Haferflocken sind lecker, machen satt und bieten gesundheitliche Vorteile
Haferflocken sind lecker, machen satt und bieten gesundheitliche Vorteile Foto: Getty Images
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Julia Freiberger
Ernährungsexpertin

23. Juni 2026, 20:08 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Haferflocken gehören zu den unscheinbaren Lebensmitteln, die oft unterschätzt werden. Dabei liefern sie hochwertiges Eiweiß, wichtige Mineralstoffe und Ballaststoffe, die lange satt machen können. Neue Studien deuten sogar darauf hin, dass Hafer positive Effekte auf Cholesterinspiegel und Blutzuckerkontrolle haben kann. Warum das traditionelle Getreide seit Jahren zu den beliebtesten Frühstückszutaten zählt, erfahren Sie im Folgenden.

Schon seit rund 5000 Jahren wird Hafer in Mitteleuropa angebaut. Anders als viele moderne Superfoods hat das Getreide hierzulande eine lange Tradition. Und die hat gute Gründe: Von der Verdauung über die Sättigung bis hin zur Nährstoffversorgung sprechen viele Argumente dafür, regelmäßig Haferflocken auf den Speiseplan zu setzen.

Die Vorteile von Haferflocken zum Frühstück

1. Haferflocken liefern wertvolle Inhaltsstoffe

Haferflocken enthalten verschiedene B-Vitamine, Vitamin E, wichtige Aminosäuren, Folsäure sowie Mineralstoffe wie Magnesium und Zink. Damit gehören sie zu den nährstoffreicheren Getreideprodukten. Auch ihr Eisengehalt macht sie besonders für Menschen interessant, die sich vegetarisch oder vegan ernähren.1

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2. Hafer unterstützt die Verdauung

Hafer liefert reichlich Ballaststoffe. Werden die Flocken mit Milch oder Wasser zubereitet, quellen diese im Verdauungstrakt auf und können die Darmtätigkeit fördern. Deshalb werden Haferflocken häufig als Hausmittel bei Verstopfung empfohlen.2

Darüber hinaus gelten Haferbrei und Porridge als gut verträgliche Mahlzeiten bei empfindlichem Magen. Einige Studien deuten darauf hin, dass die enthaltenen Ballaststoffe die Magen-Darm-Gesundheit unterstützen können.3

3. Hafer wird mit positiven Effekten auf Cholesterin und Blutzucker in Verbindung gebracht

Etwa die Hälfte der Ballaststoffe in Haferflocken besteht aus Beta-Glucanen. Dabei handelt es sich um lösliche Ballaststoffe, die wissenschaftlich besonders gut untersucht sind. Studien zeigen, dass Beta-Glucane dazu beitragen können, den Cholesterinspiegel zu senken und den Anstieg des Blutzuckers nach einer Mahlzeit abzumildern.4

Ein regelmäßiger Verzehr von Haferprodukten wird deshalb mit positiven Effekten auf die Stoffwechselgesundheit in Verbindung gebracht.

4. Haferflocken können lange satt machen

Mit rund 370 Kalorien pro 100 Gramm gelten Haferflocken nicht als kalorienarm. Dennoch werden sie häufig für eine ausgewogene Ernährung empfohlen. Grund dafür sind unter anderem die enthaltenen Ballaststoffe, die zu einem länger anhaltenden Sättigungsgefühl beitragen können.

Dadurch fällt es manchen Menschen leichter, zwischen den Mahlzeiten auf zusätzliche Snacks zu verzichten. Im Vergleich zu stark verarbeiteten Frühstücksprodukten sorgen Haferflocken oft für eine gleichmäßigere Energieversorgung.

5. Beliebt bei Sportlern

Hafer besteht zu rund 15 Prozent aus pflanzlichem Eiweiß. Proteine werden für zahlreiche Stoffwechselprozesse im Körper benötigt und tragen zum Erhalt sowie zum Aufbau von Muskelmasse bei.

Zusammen mit komplexen Kohlenhydraten machen dies Haferflocken zu einer beliebten Frühstücksoption bei sportlich aktiven Menschen. Sie liefern Energie und lassen sich unkompliziert mit weiteren nährstoffreichen Zutaten kombinieren.

6. Hafer enthält Nährstoffe für Haut, Haare und Bindegewebe

Haferflocken liefern unter anderem Silizium, Mangan und Kupfer. Diese Nährstoffe sind an verschiedenen Prozessen im Körper beteiligt und spielen unter anderem für Bindegewebe, Haut und Haare eine Rolle.5

Zudem enthalten Haferflocken Polyphenole mit antioxidativen Eigenschaften. Diese Pflanzenstoffe können dazu beitragen, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Aussagen über direkte Effekte auf Cellulite, Hautstraffung oder Faltenbildung lassen sich auf Grundlage der aktuellen Studienlage jedoch nur eingeschränkt treffen.6

7. Haferflocken sind vielseitig verwendbar

Haferflocken lassen sich auf unterschiedlichste Weise in die Ernährung integrieren. Beim Backen können sie einen Teil des Mehls ersetzen und kommen unter anderem in Plätzchen-, Waffel- oder Kuchenteigen zum Einsatz. Auch herzhafte Gerichte lassen sich mit Haferflocken zubereiten – etwa Gemüsebratlinge oder Panaden. Wer morgens wenig Zeit hat, kann die Flocken zudem in Smoothies oder Overnight Oats verwenden.

8. Neue Forschung liefert weitere Hinweise auf positive Effekte für den Cholesterinspiegel

Dass Hafer den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen kann, legen auch aktuelle Forschungsarbeiten nahe. Eine 2026 veröffentlichte Studie der Universität Bonn untersuchte die Auswirkungen einer kurzfristigen, sehr haferreichen Ernährung. Dabei wurden Verbesserungen bei verschiedenen Cholesterinwerten beobachtet, die teilweise noch Wochen nach dem Ende der Intervention anhielten. Die Forscher vermuten, dass neben den bekannten Beta-Glucanen auch Veränderungen im Darmmikrobiom eine Rolle spielen könnten.7

9. Hafertage könnten die Blutzuckerkontrolle unterstützen

Auch bei Menschen mit Typ-2-Diabetes wird Hafer wissenschaftlich untersucht. Eine 2024 veröffentlichte Studie beschäftigte sich mit sogenannten Hafertagen, bei denen die Teilnehmer über mehrere Tage überwiegend Haferprodukte verzehrten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich der Insulinbedarf verringern und die Blutzuckerkontrolle verbessern könnte. Die Autoren sehen darin einen möglichen ergänzenden Ansatz innerhalb einer ärztlich begleiteten Ernährungstherapie.

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Das rät die Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Haferflocken nicht nur wertvolle Nährstoffe liefern, sondern auch zu den wenigen Lebensmitteln gehören, für deren Ballaststoffe offiziell anerkannte gesundheitsbezogene Aussagen existieren. Für einen nachweisbaren cholesterinsenkenden Effekt werden demnach täglich etwa drei Gramm Beta-Glucane benötigt. Diese Menge steckt in rund 70 Gramm Haferflocken.8

Außerdem schaden Haferflocken der Darmflora nicht. Die enthaltenen Ballaststoffe dienen vielmehr als Nahrung für nützliche Darmbakterien. Wer Haferflocken regelmäßig verzehrt, sollte ausreichend trinken, damit die Ballaststoffe ihre Wirkung optimal entfalten können.

Ein weiterer Tipp der Verbraucherzentrale: Eingeweichte Haferflocken, etwa als Overnight Oats, können leichter verdaulich sein. Durch das Einweichen wird ein Teil der enthaltenen Phytinsäure abgebaut, wodurch bestimmte Mineralstoffe besser aufgenommen werden können.

Die Verbraucherzentrale betont außerdem, dass Haferflocken zwar sehr gesund sind, eine abwechslungsreiche Ernährung aber nicht ersetzen. Neben Hafer können auch andere Vollkornprodukte wie Dinkel-, Gersten-, Weizen- oder Roggenflocken regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.

Julia Freiberger
Ernährungsexpertin

Gesund, aber kein Zauberfood

„Haferflocken sind ein nährstoffreiches Lebensmittel und können ein sehr gutes Frühstück sein. Dennoch würde ich niemandem empfehlen, sie jeden Tag essen zu müssen. Entscheidend für Gesundheit und Gewicht sind nicht ein einzelnes Lebensmittel, sondern die gesamte Ernährung und der Lebensstil. Wer abnehmen möchte, sollte nicht auf Haferflocken allein setzen. Wissenschaftlich gilt als gut belegt, dass langfristiger Erfolg vor allem von einer passenden Energiebilanz, ausreichend Bewegung, gutem Schlaf und dauerhaft gesunden Gewohnheiten abhängt. Mein Rat als Ernährungsexpertin: Hören Sie auf Ihren Körper und wählen Sie Lebensmittel nicht wegen einzelner Gesundheitsversprechen. Wer Haferflocken gerne isst, kann sie regelmäßig genießen – Abwechslung auf dem Speiseplan bleibt aber genauso wichtig.“

Porridge-Rezept zum Nachmachen

Echte Haferlocken-Fans wissen: Nichts geht über die Basisvariante, den Porridge. Hier das Grundrezept:

  1. Für eine Person einfach vier gehäufte Esslöffel Haferflocken (entspricht etwa 40 Gramm) mit einer kleinen Prise Salz in einem Viertelliter Wasser oder Milch kurz aufkochen – für die vegane Variante einfach Soja-, Hafer-, Mandel- oder Reismilch nehmen.
  2. Den Topf vom Herd nehmen und abgedeckt etwa drei Minuten stehen lassen.
  3. Im Anschluss den Porridge je nach Geschmack mit Gewürzen wie Zimt oder einem Schuss Honig verfeinern. Auch frisches Obst passt hervorragend dazu.

Total im Trend: Zucchini oder Möhre in die Haferflocken raspeln! Das soll sich geschmacklich kaum bemerkbar machen, trotzdem wird der Brei dadurch fluffiger und es winken obendrein ein paar Extra-Vitamine und -Mineralstoffe.

Quellen

  1. Ökotest. Haferflocken: So gesund ist das Getreide wirklich. (aufgerufen am 23.06.2026) ↩︎
  2. NDR. Ernährung bei Verstopfung: Den Darm auf Trab bringen. (aufgerufen am 23.06.2026) ↩︎
  3. Korczak, R., Kocher, M. 2, Swanson, K.S. (2020). Effects of oats on gastrointestinal health as assessed by in vitro, animal, and human studies. Nutrition Reviews. ↩︎
  4. Hou, Q., Li, Y. et al. (2015). The Metabolic Effects of Oats Intake in Patients with Type 2 Diabetes: A Systematic Review and Meta-Analysis. Nutrients. ↩︎
  5. Zentrum der Gesundheit. Hafer – Eines der gesündesten Getreide. (aufgerufen am 23.06.2026) ↩︎
  6. Science Direct. Cellulite. (aufgerufen am 23.06.2026) ↩︎
  7. Klümpen, L., Mantri, A. et al. (2026). Cholesterol-lowering effects of oats induced by microbially produced phenolic metabolites in metabolic syndrome: a randomized controlled trial. Nat Commun. ↩︎
  8. Verbraucherzentrale. Haferflocken regelmäßig essen: Sind Haferflocken gesund? (aufgerufen am 23.06.2026) ↩︎

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