Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Experteneinschätzung

US-Star Heidi Montag isst rohes Bisonherz und Stierhoden! Ist das nicht ungesund? 

rohes fleisch gesund
Fleischeslust: Bei TV-Star Heidi Montag darf es aktuell nicht nur blutig, sondern komplett roh seinFoto: Snorlax / MEGA

Einen Snack der etwas anderen Art gönnt sich zurzeit Reality-Star Heidi Montag (35). Weil sie Probleme hat, ein zweites Mal schwanger zu werden, probiert sie in Sachen Ernährung einiges aus. Aktuell kommt bei ihr rohes Fleisch auf den Speiseplan. Doch was ist davon aus gesundheitlicher Sicht eigentlich zu halten?

Heidi Montag, bekannt aus „The Hills“ und „The Hills: New Beginnings“ zog kürzlich alle Paparazzi-Blicke auf sich, als sie dabei gesichtet wurde, wie sie beherzt in ein großes Stück Fleisch hineinbeißt. In ein rohes Stück Fleisch wohlgemerkt! FITBOOK erklärt, was dahintersteckt – und ob es überhaupt gesund sein kann, rohes Fleisch zu essen.

Heidi Montag verspeist rohe Tierorgane

Laut dem US-Magazin „People“ handelte es sich bei dem rohen Fleisch, das die 35-Jährige verzehrte, um ein Bison-Herz. Im Übrigen nicht das erste Mal, dass Heidi Montag offen ihre neue Vorliebe für rohes Fleisch bzw. rohe Tierorgane zeigte. So postete sie vor einem Monat ein Video bei „Instagram“ mit einem Teller, auf dem eine tierische Leber und Stierhoden zu sehen waren. Beide probierte sie roh. Gekocht wird das Fleisch offenbar nur, wenn sie es roh nicht kauen kann.

Auch interessant: Tipps, um eine Lebensmittelinfektion oder -vergiftung zu vermeiden

Fleischdiät, um schwanger zu werden?

Heidi Montag verspeist das rohe Fleisch jedoch offenbar nicht zum Vergnügen, sondern aus einem ganz bestimmen Grund. Die Mutter eines vierjährigen Sohnes möchte ein zweites Baby. Weil sie bisher jedoch keinen Erfolg hatte, unterstützt sie den Prozess mit passender Ernährung. So zumindest die Theorie. „Ich versuche seit mehr als eineinhalb Jahren, schwanger zu werden. Deshalb bin ich bereit, unterschiedliche Sachen auszuprobieren“, erklärt der TV-Star im „People“-Interview. Bei ihren Ernährungs-Recherchen stieß sie auf die sogenannte „carnivore diet“ (Fleischdiät) – und ist von dem Konzept offenbar überzeugt. „Es ist eine großartige Nährstoffquelle. Ich fühle mich mit dieser Diät einfach unglaublich. Ich habe viel mehr Energie, fühle mich klarer und habe eine gesteigerte Libido. Außerdem haben sich meine chronischen Schmerzen verbessert.“ In Sachen Geschmack gesteht Heidi Montag jedoch, dass sie sich erst an das rohe Fleisch gewöhnen musste – und es generell gekocht bevorzugt.

Was ist die Fleischdiät?

Bei der Fleischdiät konsumiert man ausschließlich Tierprodukte. Dazu zählen Fleisch, Fisch, Eier und ausgewählte Milchprodukte. Auf alle anderen Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen wird verzichtet. Das macht die Diät zu einer sehr restriktiven Ernährungsweise.1 Hinter der Fleischdiät („carnivore diet“) steckt die Überzeugung, dass unsere Vorfahren sich ebenso ernährt haben und die Diät – inklusive rohes Fleisch – deshalb gesund ist.

Auch interessant: Was darf man bei einer Paleo-Diät essen und was nicht?

Rohes Fleisch – gesund oder ungesund?

Es ist natürlich nicht neu, dass Fleisch auch roh gegessen werden kann. Immerhin gibt es genügend Restaurants, die Tartar oder Carpaccio oder das regional beliebte Mett-Brötchen auf der Speisekarte haben. Der Vorteil von rohem Fleisch: Es enthält Vitamine, die nicht durchs Kochen zerstört werden. Doch der rohe Fleischkonsum, wie Heidi Montag ihn vormacht, birgt auch einige Risiken. Wenn es nicht ganz frisch und von hoher Qualität ist, können sich Bakterien wie Salmonellen, E.coli oder Listerien darauf befinden.2,3 Im Normalfall kein Problem, weil sie durch Kochen oder Braten zerstört werden. Anders ist das aber eben, wenn das Fleisch roh verzehrt wird. Erkrankungen können die Folge sein.4

Auch interessant: Der positive Einfluss verschiedener Protein-Quellen auf den Blutdruck

Das sagt die Expertin

Vor der Ansteckung mit Erregern warnt auch Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Um eine mögliche Infektion durch Listeriose-, EHEC- und weitere Bakterien sowie Toxoplasmose-Erreger zu vermeiden, gelte:

  • Fleisch-, Geflügel- und Fischgerichte vollständig durchgaren
  • auf rohes Fleisch, (z. B. Carpaccio, Mett, Tatar), Rohwurst (z. B. Mett-, Tee- oder Schmierwurst), rohe Pökelfleisch-Erzeugnisse, rohen Fisch und daraus hergestellte Erzeugnisse (z. B. Sushi) und auf nicht völlig durchgegarte Fischprodukte (z. B. Graved Lachs, in Salzlake eingelegte Produkte und kaltgeräucherter Fisch wie Forellenfilet oder Raucherlachs) verzichten
  • auf Rohmilch und Vorzugsmilch sowie Erzeugnisse aus Rohmilch (z. B. Weichkäse aus Rohmilch) verzichten und auch bei anderen Käsesorten die Käserinde nicht mit verzehren
  • auf rohe Eier und daraus zubereiteten Speisen (z. B. Tiramisu, Pudding und Creme sowie selbst gemachte Mayonnaise) verzichten; Eier kühl lagern und vor dem Verzehr gut durchbraten oder kochen
  • besonders hygienisch mit Lebensmitteln umgehen
  • Gemüse, Salat und Fruchte vor dem Essen stets gut waschen

Auch interessant: Ist Hybridfleisch gesünder? Experte gibt Einschätzung

Gibt es einen Zusammenhang von (rohem) Fleisch und Fruchtbarkeit?

Doch was hat es eigentlich mit der Theorie auf sich, dass (rohes) Fleisch die Fruchtbarkeit bei Frauen fördern kann? Dabei scheint es sich um einen Ernährungsmythos zu handeln. Zumindest ist der Zusammenhang wissenschaftlich nicht bewiesen. Im Gegenteil gibt es Belege dafür, dass man eher auf pflanzliche Nahrung statt auf Fleisch setzen sollte, um Fruchtbarkeitsprobleme zu vermeiden.5 So fand eine Studie aus dem Jahr 2018 heraus, dass die mediterrane Diät einen positiven Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben kann. Eine Ernährungsform, die sich bekanntlich auf Gemüse, Obst, Nüsse und Fisch – und weniger auf Fleisch – fokussiert.6

Gefahr für Schwangere

Befindet eine Frau sich bereits im Frühstadium einer Schwangerschaft, kann rohes Fleisch sogar gefährlich sein, betont Expertin Antje Gahl: „Unter hygienischen Aspekten gelten alle rohen Lebensmittel für Schwangere als kritisch und müssen mit besonderer Sorgfalt behandelt werden. Schwangere und speziell das ungeborene Kind sind gegenüber bestimmten lebensmittelbedingten Infektionen, z. B. Listeriose und Toxoplasmose, besonders gefährdet. Die Toxoplasmose ist eine parasitäre Krankheit. Eine Erstinfektion während der Schwangerschaft kann zu schweren Schäden beim Ungeborenen fuhren. Die Listeriose kann das ungeborene Kind gefährden und zu einer Früh- oder Totgeburt fuhren.“

Quellen

Themen

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für