Gesundheitspartner
von FITBOOK

Von wegen ungesund

7 Lebensmittel, die viel besser sind als ihr Ruf

Eier, Baked Beans, Butter, Kartoffeln…
Haben einen Ruf als Dickmacher: Baked Beans, Butter u.a. FITBOOK erklärt, warum das Quatsch ist und in welchen Disziplinen diese und andere Lebensmittel ganz großartig sind.
Foto: Getty Images / Collage: FITBOOK

Diättrends und Ernährungsglaubenssätze haben einigen Lebensmitteln in den letzten Jahrzehnten ein schlechtes Image verpasst. Dabei beweisen Studien, dass oft das Gegenteil der Fall ist!

Keine FITBOOK-Themen mehr verpassen – abonnieren Sie hier unseren Newsletter!

Wenn Sie an Brot, Erdnussbutter und Eier denken – welche Intention löst das bei Ihnen aus? Vielleicht ja diese: Ganz schöne Dickmacher! Besser nicht zu viel davon essen oder gleich ganz weglassen! Aber stimmt das denn? Unsere FITBOOK-Autorin hat eine Liste (sowohl unverarbeiteter als auch verarbeiteter) Lebensmitteln erstellt, die aus ihrer Sicht in den letzten Jahren und Jahrzehnten besonders schlecht hingestellt wurden – und auch Ernährungsexperte Sven-David Müller ist daran gelegen, diesen ihre „gesunde Würde“ zurückzugeben!

Butter

Der „Low Fat“-Hype in den 80er- und 90er-Jahren erklärte Butter mit ihren tierischen Fetten zum Bösewicht Nummer eins – und dieser Ruf beschert ihr teils noch heute einen schweren Stand. Dabei gilt die Annahme, dass die in Butter enthaltenen Fettsäuren Herz und Gefäße schädigen sollen, inzwischen als widerlegt! Die wahren Feinde des Menschen sind nämlich Transfette, die in stark verarbeiteten Lebensmitteln wie Pommes, Chips, alle frittierten Lebensmitteln, Müsliriegeln, Frühstücksflocken, Braten-Soßen oder Billigmargarine stecken.

Butter

Butter enthält verschiedene Vitamine und ist – in Maßen genossen (nicht mehr als 10 bis 20 Gramm pro Tag) – ein wertvolles, reines Naturprodukt 
Foto: Getty Images

„Das Milchfett der Butter hingegen (daraus besteht Butter zu 80 Prozent) ist leicht verdaulich und eignet sich sogar für Menschen mit Magenbeschwerden“, sagt Ernährungsexperte Müller. Eine schwedischen Studie legt sogar einen schützenden Effekt des Milchfetts gegenüber dem Herzinfarktrisiko nahe. Außerdem sei Butter ein guter Lieferant für Vitamin E: Es hemmt Entzündungsprozesse und unterstützt das Immunsystem. Ebenfalls reichlich vorhanden ist Vitamin A (wichtig für den Zellwachstum). Den höchsten Vitamingehalt soll übrigens Butter aus Weidemilch haben.

Auch interessant: Warum jetzt alle Butter in ihren Kaffee einrühren

Brot

Deutschland mit seinen mehr als 300 Brotsorten gilt als Brotland. Das traditionelle Grundnahrungsmittel wird jährlich milliardenfach verkauft, 80 Kilogramm essen wir jedes Jahr davon. Und doch geht es ihm seit einigen Jahren an den Kragen, weil immer mehr Menschen glauben, dass das im Mehlkörper des Korns sitzende Klebereiweiß Gluten schlecht für sie sei. Dabei sind von einer echten Glutenunverträglichkeit nur wenige betroffen, in Deutschland laut Zölliakie Gesellschaft nur ein Prozent der Bevölkerung. In dieser Stimmung wurde Brot zum Krankmacher degradiert – zu Unrecht, findet Müller.

Auch interessant: Was Sie über Glutenintoleranz wissen sollten

Vollkornbrot
Pappiges Weißbrot sollte die Ausnahme bleiben – Vollkornbrot darf auf dem täglichen Speiseplan bleiben
Foto: Getty Images

Auch interessant: Diese Lebensmittel sind versteckte Zuckerbomben

„Brot ist ein wichtiges Grundnahrungsmittel, reich an sättigenden Ballaststoffen und relativ reich an entzündungshemmendem Zink.“ Vorausgesetzt, man entscheide sich für Brot mit mindestens 95 Prozent Vollkornanteil – ob Dinkel, Roggen oder Weizen, sei übrigens Geschmacksache. Und noch etwas stellt der Experte klar: „Es gibt noch immer keinen einzigen fundierten Beweis, dass Low Carb wirklich gesünder ist als eine normale, kohlenhydratreiche, aber fettarme, vollwertige Ernährungsweise.“

Kartoffeln

Mit gerade mal 70 Kalorien (100 Gramm gekochte Nudeln kommen mit 150 Kalorien daher!) ist es eigentlich ein Rätsel, wie sich die Kartoffel als Dickmacher in unseren Hinterköpfen hält. Es ist nämlich genau andersherum: Eine Portion Pellkartoffeln (200 Gramm) macht lange satt – die beste Maßnahme gegen Heißunger! –, enthält etwa 30 mg Vitamin C und liefert die Spurenelemente Magnesium, Kalzium, Phosphor und Eisen und Kalium – letzteres wirkt sich positiv auf Bluthochdruck aus.

Kartoffeln
Dickmacher sind Kartoffeln nur, wenn sie zu Pommes oder Chips verarbeitet werden
Foto: Getty Images

Auch interessant: Diese 9 gesunden Lebensmittel haben (fast) keine Kalorien

Der Experte kennt noch einen kleinen Trick, mit dem sich noch Besseres aus der Knolle herausholen lässt: „Wenn man die Kartoffeln nach dem Kochen abkühlen lässt und erst dann weiter verarbeitet, bildet sich sogenannte restriktive Stärke. Das macht sie noch sättigender und sogar noch ein wenig kalorienärmer.“

Erdnussbutter

Zugegeben: Mit etwa 650 Kalorien pro 100 Gramm ist Erdnussbutter eine ganz schöne Hausnummer. ABER: Ernährungsexperte Müller zufolge sollten Sie sich nicht von Zahlen täuschen lassen, denn nach ein bis zwei Esslöffeln davon ist man in der Regel ziemlich satt. Zusammen mit ein Stückchen Banane lässt sich mit Erdnussbutter sogar eine Heißhungerattacke auf Süßes in den Griff bekommen. Erdnussbutter sei nicht nur ein leckerer Lieferant für Vitamin B3, Vitamin E und Magnesium, sondern auch gut für die Zähne! Müller: „Durch die cremige, etwas schwerfällige Konsistenz wird die Speichelproduktion angeregt, was wiederum Karies vorbeugt.“ Vorausgesetzt, es handele sich um eine zuckerfreie – oder noch besser – selbstgemachte Version.

Erdnusbutter

Ungesüßte Erdnussbutter ist Lieferant für Vitamin B3, Vitamin E und Magnesium – und obendrein gut für die Zähne! In der Kombination mit Banane hilft sie gegen Heißhungerattacken.
Foto: Getty Images

Dazu geben Sie 230g ungesalzene (geröstete) Erdnüsse, ein Esslöffel Agavendicksaft, zwei bis drei Esslöffel Rapsöl und eine Prise Salz in einen Küchenmixer. Die Butter hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen.

Eier

Das böse Cholesterin hat das klassische Frühstücksei einst in die Höchstens-einmal-die-Woche-Ecke gestellt. Zum Glück haben zahlreiche jüngere Studien längst aufgezeigt, was wirklich in Eiern steckt – wie beispielsweise die der Universität Peking, die über einen Zeitraum von vier Jahre lang den Eier-Konsum einer halben Million Erwachsener beobachtete. Erkenntnis: Wer mindestens fünf Eier pro Woche esse, habe ein 18 Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Auch interessant: Diese pflanzlichen Proteinbomben haben mehr Eiweiß als Eier

Laut Müller sind Eier auch wahre Schlankmacher: „Wer täglich morgens ein hartgekochtes Ei isst, hat in der Regel weniger mit Gewichtsproblemen zu kämpfen.“ Einzigartig sei auch die Qualität der darin enthaltenden Proteine, welche vom menschlichen Körper zu 100 Prozent verwertet werden könnten. Und die enthaltenen Vitamine A, D, K, B2, B6, B12, Folsäure sowieso Phosphor, Natrium, Kalium und Calcium machen sie zu genialen Nährstoffbomben.

Eier

Pochierte Eier erfordern in der Zubereitung etwas Fingerspitzengefühl – sind aber mal etwas anderes als das klassische Frühstücksei. Dazu das Ei aus einer Tasse in fast kochendes, gesalzenes Wasser gleiten lassen, einen Strudel erzeugen. Fertig nach zwei bis vier Minuten!
Foto: Getty Images

Auch interessant: 7 „gesunde“ Lebensmittel, die in Wahrheit schlecht für Sie sind

Baked Beans

Ein klassisches englisches Frühstück, bestehend aus Würstchen, Speck, Eiern und Baked Beans (weiße Bohnen, die mit Tomatensauce gebacken werden) mag zwar Seelenfutter sein, gilt aber nicht gerade als gesund. Allerdings lässt sich Letzterem laut Müller viel Gutes abgewinnen! Zum einen seien die weißen Bohnen eine großartige Protein- und Ballaststoffquelle. Zum anderen enthalte die dazugehörige Tomatensoße reichlich Lycopin, dem krebshemmende Eigenschaften nachgesagt werden.

Baked Beans

Hülsenfrüchte in Sauce: Baked Beans sind ein traditionelles britisches Frühstück – und gesünder, als viele vermuten.
Foto: Getty Images

Auch interessant: Warum es gesund ist, zu Pupsen

Besagtes Lycopin komme in verarbeiteten Tomatenprodukten sogar in weit höherer Konzentration vor als in der frischen Frucht. Einziger Nachteil: „Die meisten Baked-Beans-Konserven enthalten viel Zucker“, sagt Müller. Bereiten Sie Ihre Bohnen in Tomatensoße also besser selbst zu – dann habe das ganz viel mit einer richtig gesunden und sättigenden Mahlzeit zu tun.

Anzeige: Mit diesen Fitness-Rezepten regenerieren Athleten!  7 Rezepte von 7 Athleten zum Nachkochen gibt es hier auf dem Aktiv.Blog von ERDINGER Alkoholfrei

Alkoholfreies Bier

Nach einer langen Wanderung, einer Radtour oder einfach mal so – ein kühles Bier ist herrlich erfrischend. Dabei entpuppt sich die alkoholfreie Variante als besonders gesund, wie eine im Herbst 2018 durchgeführte Untersuchung offenbarte: Die darin enthaltene Iso-Alphasäuren sowie ein Stoff namens Xanthohumol sollen Fett- und Zuckerstoffwechsel positiv beeinflussen und sogar Leberschäden vorbeugen können.

Bier
Bier erfrischt und ist in der alkoholfreien Variante ein richtig gesunder Mineral-Drink
Foto: Getty Images

Ob das tägliche „Sportbier“ am Ende tatsächlich die Leber schützt, ist noch umstritten. Fest steht, dass alkoholfreies Bier ein gutes isotonisches Getränk ist, das zu großen Teilen aus Wasser besteht (und daher den Durst löscht) und zudem wertvolle Mineralstoffe enthält, die bei körperlicher Aktivität verloren gehen.

Folgen Sie FITBOOK auf Flipboard!

Themen