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Mehr als 500.000 Tote jährlich

Warum Transfette so gefährlich sind

Hähnchen-Nuggets
Sie entstehen bei starkem Erhitzen, etwa durch das Frittieren von Hähnchen-Nuggets: trans-Fettsäuren. FITBOOK erklärt, wie Sie sich vor ihren schädlichen Auswirkungen schützen können.
Foto: Getty Images

Die sogenannten trans-Fettsäuren oder Transfette entstehen durch starkes Erhitzen von Fetten und stecken in verschiedenen verarbeiteten Lebensmitteln. Sie gelten schon seit einigen Jahren als bedenklich, sind tatsächlich aber sogar so schädlich, dass die Gesundheitsorganisation WHO nun fordert, sie gänzlich zu verbieten.

Jährlich sterben, laut Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation WHO, über 17 Millionen Menschen an den Folgen von Herzkreislauferkrankungen, etwa an Herzinfarkten und Schlaganfällen. Dass Rauchen, Bewegungsmangel und ein insgesamt ungesunder Lebensstil das Risiko erhöhen, ist bekannt. Vor allem eine falsche Ernährung, bestehend aus vielen Transfettsäuren, kann fatale Folgen haben. Die Behörde bringt damit mindestens 500.000 jährliche Todesfälle in Verbindung.

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Was sind eigentlich Transfette?

In der menschlichen Ernährung kommen Fettsäuren vor. Diese können von unterschiedlicher chemischer Struktur sein, wie Ernährungswissenschaftler Sven-David Müller im Gespräch mit FITBOOK erklärt. Als unbedenklich gelten laut dem Experten Fettsäuren mit einer „cis-Konfiguration“, als gefährlich hingegen die sogenannten „trans-konfigurierten“, kurz trans-Fettsäuren oder Transfette. Dabei handelt es sich um (teil-)gehärtete Fette, die allem voran durch Erhitzung aus ursprünglich flüssigen Pflanzenölen oder Tierfetten entstehen.

Pommes frites

„Transfette sind für den Menschen mit einem hohen Risiko behaftet“, warnt Ernährungswissenschaftler und Diät-Experte Sven-David Müller. Diese seien bei Weitem nicht nur in Pommes enthalten.
Foto: Getty Images

Wo stecken Transfette drin?

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Buchautor Müller („Kühe würden Margarine kaufen“, Schlütersche Verlagsgesellschaft) warnt zudem vor Käse, Butter und Sahne. Dass hier große Mengen an Transfetten enthalten seien, habe mit dem Verdauungsverhalten von Wiederkäuern wie Kühen und Schafen zu tun. Fettreiche Milchprodukte sieht er besonders kritisch. „Absolut sicher ist, dass die Ernährung Einfluss auf die Herzkreislaufgesundheit hat“, weiß Müller schon länger. „Jetzt gibt es endlich eindeutige Hinweise darauf, welche große Rolle vor allem Transfette spielen.“

Croissant

Bereits ein tägliches Butter-Croissant zum Frühstück soll das Risiko auf einen Herzinfarkt deutlich erhöhen können. Davon ist Experte Sven-David Müller überzeugt.
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Die Wirkung von Transfetten im Körper

Durch die Aufnahme von Transfetten erhöht sich der Spiegel von LDL-Cholesterin im Blut, das verbreitet als Risikofaktor für kardiovaskulare Krankheiten angesehen wird. Gleichzeitig verringern Transfette das Vorkommen an gesundheitsförderndem HDL-Cholesterin – eine potenziell tödliche Kombination, die zudem zu einer höheren Wahrscheinlichkeit führe, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. So ist es in einer aktuellen Pressemitteilung der WHO nachzulesen.

Transfette sollen verboten werden

Obwohl die Gefahren kein Geheimnis mehr sind, hat sich die Zahl der Herzkreislauftoten noch nicht reduziert. Unverändert kommen teilgehärtete Fette mit reichlich Transfettsäuren in der Lebensmittelproduktion zum Einsatz – und das soll dank der WHO bald ein Ende haben. Die Organisation hat einen Plan aufgesetzt, mit dessen Hilfe Regierungen tödliche Transfette in den kommenden Jahren gänzlich verbieten und somit abschaffen können sollen. Die Initiative trägt den Titel „Resolve to save lives“ (deutsch: „beseitigen, um Leben zu retten“).

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Fritteuse

Nicht nur Fritteusen, wie sie in der Lebensmittelindustrie üblich sind, können flüssige Pflanzenöle in schädliche Transfette verwandeln. Dies droht auch in der heimischen Küche: auf dem Herd, im Ofen, usw.
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So können Sie sich selbst schützen

„Damit er schön Mürbe wird, benötigt man viel Fett und hohe Backtemperaturen. Die Transfette sind also automatisch in Keksen und anderen Backwaren enthalten.“ Naschwaren von namhaften Herstellern seien gegenüber Günstigprodukten, die mit weniger hochwertigen Zutaten hergestellt sind, zu bevorzugen. Zuhause solle man mit gemäßigter Hitze arbeiten, wenn in den Lebensmitteln viel Fett enthalten ist.