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Superfood aus Mexiko

Sind Chia-Samen wirklich so gesund?

Sind Chia-Samen wirklich so gesund?
Gequollene Chia-Samen im Glas mit Himbeeren
Foto: Getty Images

Chia-Samen haben sich auch in der deutschen Ernährung fest etabliert. Vieles spricht für den Verzehr des mexikanischen Pseudogetreides, das gesund sein, wertvolle Inhaltsstoffe liefern und beim Abnehmen helfen soll – aber auch einiges dagegen. FITBOOK weiß von Experten, wie gut das vermeintliche Superfood wirklich ist.

Ins Müsli gemischt, zum Pudding gekocht oder als Gebäck – seit Chia-Samen den deutschen Markt erobert haben, erfreuen sie sich wachsender Beliebtheit. Sie gelten als Superfood. Aber was heißt das eigentlich? FITBOOK sprach mit Dr. Nicolai Worm, Diplom-Ökotrophologe aus München, und beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

Was sind eigentlich Chia-Samen?

Chia-Samen sind kleine Körner aus der Gattung der Salbeipflanzen. Für uns ein neumodisches Trend-Food, ernährten sich amerikanische Ureinwohner schon vor 5000 Jahren davon. Ähnlich wie Quinoa ist die mexikanische Chia auch eine Art von Pseudogetreide. Sie gehört also nicht zu den klassischen Getreidesorten wie Weizen oder Roggen und unterschiedet sich auch in puncto Nährwertzusammensetzung davon, kann aber ähnlich verwendet werden. Die Chia-Pflanze wächst in den Tropen oder Subtropen am besten. Sie wird heute neben Mexiko auch in verschiedenen südamerikanischen Gebieten, in Australien und Südostasien angebaut.

Seit wann gibt es Chia-Samen in Deutschland?

Nachdem der amerikanische Markt auf die vielen Vorzüge von Chia-Samen aufmerksam wurde, schwappte der Hype kurz vor der Jahrtausendwende auch zu uns herüber. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gestattete zunächst nur die Einfuhr von Chia-haltigen Backwaren. Seit 2013 dürfen auch Samen importiert werden.

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Wie wird Chia zubereitet?

Chia-Samen können ähnlich wie Getreide zu Backwaren verarbeitet werden. Auch kann man sie verschiedenen Speisen beimischen. Am beliebtesten sind sie als Grützen oder Puddings, es gibt aber auch Chia-Müsliriegel – der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Mit Flüssigkeit aufgesaugt, erinnern sie in ihrer Konsistenz an Leinsamen. Und auch in einer Reihe weiterer Lebensmitteleigenschaften.

Sind Chia-Samen wirklich so gesund?

Tatsächlich beinhalten die Samen „interessante Inhaltsstoffe“, wie uns Ernährungsexperte Dr. Worm bestätigt. Die wesentlichen drei sind Proteine, zu großen Anteilen Ballaststoffe und mehrfach ungesättigte Linolensäuren. Diese kann der Körper beispielsweise in Omega-3-Fettsäuren umwandeln, die sonst nur aus Fisch gewonnen werden können; und laut Dr. Worm sogar in relativ großen Mengen. Nicht zuletzt für Veganer ist Chia entsprechend ein reizvolles Lebensmittel. Aber: „Die biologische Verfügbarkeit von pflanzlichem Omega-3 ist lange nicht so gut.“ Das bedeutet, dass der Körper den Nahrungsbaustein nicht so gut umsetzen kann wie von tierischem Ursprung.

Helfen Chia-Samen beim Abnehmen?

Können sie. Genauso wie Leinsamen oder Flohsamen quellen sie im Magen auf und sind dadurch nachhaltig sättigend. Figurbewusste Esser mischen sie in ihr Frühstück oder trinken sie in Shake-Form, um sobald nicht wieder essen zu müssen. Aber

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Können Chia-Samen schädlich sein?

Chia-Samen sollen eine blutverdünnende Wirkung haben. Im Sinne der Vorbeugung von Herz- oder Hirninfarkten ist das eine positive Eigenschaft. Im Übermaß jedoch steht Chia im Verdacht, eine zu starke Gerinnung zu verursachen. Es gibt keine Langzeitstudien, die dies belegen könnten, dennoch empfiehlt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), eine tägliche Höchstmenge von 15 Gramm nicht zu überschreiten.

. Öko-Test 22 untersuchte vermeintliche Bio-Produkte, darunter auch Chia-Samen der beliebten Marken Alnatura und Basic. Da darin gefunden Pestizid-Reste überschitten die gesetzlichen Höchstmengen so eklatant, dass die Hersteller sie aus dem Handel mussten. Bleibt ein gewisser Beigeschmack bei den anderen Fabrikanten, die noch nicht getestet wurden.

Fazit: Sollte man regelmäßig Chia-Samen essen?

„Kann man machen, muss man aber nicht“, lautet Dr. Worms Einschätzung. Immerhin verfügen sie tatsächlich über positive Eigenschaften. Eine ähnlich günstige Fettzusammensetzung finde man aber auch in deutschen Traditionslebensmitteln wie Leinsamen, Nüssen und Co. Die seien zwar nicht so „sexy und gehypt“, müssten jedoch nicht unter hohem CO2-Aufwand importiert werden.

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