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Erstaunliche Effekte von nur wenigen Teelöffeln Zimt auf die Gesundheit

Zimt könnte vor Krebs schützen
Studien zeigen: Zimt ist mehr als nur ein Gewürz – dennoch sollte man auf die Menge achten Foto: Getty Images
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Melanie Hoffmann
Ernährungs-, Fitness- und Schlafexpertin

12. November 2025, 10:53 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Zimt verleiht vielen Gebäckstücken oder Getränken das gewisse Etwas. Dabei ist das Gewürz nicht nur lecker, sondern bietet auch verschiedenste Vorteile für die Gesundheit. Welche das sind, erfahren Sie von FITBOOK-Redakteurin Melanie Hoffmann – und auch, wie viel Zimt für die Effekte laut Studien nötig ist.

Sophie Brünke
Auf fachliche Richtigkeit geprüft von Ernährungsexpertin

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Zwei Typen von Zimt

Zimt ist in zwei verschiedenen Varianten erhältlich:

  • Ceylon-Zimt
  • Cassia-Zimt

Ceylon-Zimt kommt aus Sri-Lanka, gilt als feiner und ist teurer als Cassia-Zimt. Letzterer stammt aus China, ist kräftiger, leicht süßlich und preiswerter. Eine Kennzeichnungspflicht der Zimtsorte besteht für den Handel nicht, aufgrund des Preisunterschieds findet man aber häufiger eine Angabe, wenn es sich um Ceylon-Zimt handelt.1

Wie gesund ist Zimt? Wissenschaftliche Erkenntnisse

Im Laufe der Zeit haben sich viele Wissenschaftler in ihrer Forschung mit der gesundheitlichen Wirkung von Zimt befasst. Tatsächlich sammelte sich so eine Reihe von Belegen und Hinweisen dafür an, dass das Gewürz die Gesundheit auf ganz unterschiedliche Art und Weise fördern und sogar einen gewissen Schutz vor Krankheiten bieten kann.

Zimt ist reich an Antioxidantien

Antioxidantien schützen vor freien Radikalen und damit vor Zellschädigungen. Die Verminderung von oxidativem Stress ist wichtig, um das Risiko für Erkrankungen zu mindern. Dazu zählen etwa Arteriosklerose, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Alzheimer und Parkinson.

Laut einer Studie von 2020 enthält Zimt eine so hohe Menge Antioxidantien, dass er in Form einer Supplementierung den Gehalt von Antioxidantien im Blut deutlich zu erhöhen kann.2

Zimt kann entzündungshemmend wirken

Die zuvor genannte Studie kam noch zu einem weiteren Ergebnis: Die Zimt-Einnahme reduzierte bei den Probanden Entzündungsmarker im Körper. Auch Untersuchungen aus Australien und Deutschland konnten die entzündungshemmende Wirkung von Zimt aufzeigen.3,4 Damit kann das Gewürz helfen, vor altersbedingten Erkrankungen, die mit chronischen Entzündungen im Körper in Verbindung stehen, zu schützen.

Zimt ist gut fürs Herz

Auch, wer sein Risiko für Herzerkrankungen reduzieren möchte, sollte laut Forschung Zimt in seine Ernährung integrieren. So fand eine Studie heraus, dass die Einnahme von 1,5 Gramm bzw. drei bis vier Teelöffeln Zimt pro Tag die Werte von Triglyceriden, Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Blutzucker bei Menschen mit Stoffwechselkrankheiten senken konnte.5

Auch eine Meta-Analyse von 13 Studien kam zu dem Schluss, dass Zimt cholesterinsenkend wirkt und somit einen Risikofaktor für spätere Herzerkrankungen vermindert.6 Ein iranisches Review aus dem Jahr 2020 konnte schließlich noch aufzeigen, dass Zimt einen leicht blutdrucksenkenden Effekt bei Übergewichtigen und damit eine positive Wirkung auf die Herzgesundheit hat.7

Auch interessant: Worauf ist bei den Cholesterinwerten HDL, LDL und Triglyceride zu achten?

Zimt kann Insulinresistenz vermindern

Wer eine Insulinresistenz entwickelt, läuft Gefahr, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Auch hier soll Zimt einen gewissen gesundheitlichen Einfluss ausüben können. So lieferten Studien erste Hinweise, dass das Gewürz bereits bestehende Insulinresistenz reduzieren kann – wobei hier weitere Forschung nötig ist, um die Ergebnisse zu bestätigen.8,9

Zimt wirkt Blutzucker senkend

Neben dem Effekt auf die Insulinresistenz ist auch wissenschaftlich belegt, dass Zimt bei der Regulation des Blutzuckerspiegels unterstützt und den Blutzucker senken kann. Zu diesem Schluss kam z. B. eine klinische Studie mit 140 Diabetes-Patienten.10 Eine Meta-Analyse von Forschungsarbeiten, die zwischen 2003 und 2018 erfolgten, zeigte, dass ein bis sechs Gramm Zimt in Pulverform als ergänzende Therapie bei Diabetes Typ 2 sinnvoll sein kann.11

Zimt zeigte positive Effekte bei neurodegenerativen Krankheiten

Alzheimer und Parkinson gehören zu den häufigsten neurodegenerativen Krankheiten. Da sie schwere Symptome verursachen und unheilbar sind, arbeitet die Wissenschaft intensiv daran, herauszufinden, wie man den Erkrankungen vorbeugen kann. Und offenbar ist Zimt so gesund, dass es auch hier helfen kann.

So führt ein wissenschaftlicher Artikel aus dem Jahr 2017 aus, dass Zimt die Anhäufung von Tau-Proteinen im Gehirn sowie die Bildung und Anhäufung von Amyloid-β-Peptiden hemmt.12 Zwei körperliche Prozesse, die mit der Entstehung von Alzheimer in Zusammenhang gebracht werden.

Darüber hinaus beeinflusste Zimt in einer Mäuse-Studie Neuronen und Neurotransmitter und verbesserte so die motorischen Funktionen. Daher kamen die Forscher zu dem Schluss, dass Zimt für Parkinson-Patienten von Nutzen sein könnte.13

Zimt kann womöglich vor Krebs schützen

Last but not least kann sich eine Vorliebe für Zimt auch als Schutz vor Krebserkrankungen erweisen. Zumindest, wenn es nach der aktuellen Studienlage geht. Die positive Wirkung auf die Gesundheit geht demnach von dem ätherischen Öl Zimtaldehyd aus, das im Gewürz enthalten ist. Bei In-vitro-Versuchen mit Krebszellen vermochte es das Tumorwachstum zu stoppen, zum anderen scheint die Substanz es speziell auf Kopf- und Halskrebszellen abgesehen zu haben.14

Achtung: Nicht mit der Dosierung übertreiben!

Auch wenn wissenschaftlich belegt ist, dass Zimt auf vielfältige Weise gesund ist, sollte man es mit dem Konsum nicht übertreiben. So weist u. a. die Verbraucherzentrale darauf hin, dass Cassia-Zimt von Natur aus mehr Cumarin enthalte als Ceylon-Zimt. Bei Cumarin handelt es sich um einen natürlichen Inhaltsstoff des Gewürzes, der in höherer Dosierung leberschädigend sein kann. Wer also gerne häufig und viel mit Zimt würzt, sollte bevorzugt zum Ceylon-Zimt greifen.

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Zimt und Gewichtsmanagement

Zimt landet meist auf Milchreis, Apfelkuchen oder Zimtschnecken – nicht gerade das, was man mit Diät oder Gewichtsmanagement verbindet. Dabei spricht eine große Meta-Analyse aus dem Jahr 2019 genau dafür. Sie hat Daten von 786 Menschen ausgewertet und kam zu dem Schluss, dass Zimt beim Abnehmen helfen kann. Im Schnitt gingen rund ein Kilo Körpergewicht, 2,4 Zentimeter Taillenumfang und ein Prozent Körperfett verloren. Besonders wirksam war Zimt bei einer Dosis von mindestens zwei Gramm täglich über zwölf Wochen.15

Rezept für Zimt-Kaffee-Smoothie

Nachdem nun deutlich geworden ist, wie gesund Zimt ist, soll ein einfaches Rezept dabei helfen, das Gewürz schnell in die Ernährung zu integrieren. Mit dem Zimt-Kaffee-Smoothie-Rezept, das aus dem Buch „Alleskönner Zimt“ von Nancy Chen stammt, gelingt ein munterer und leckerer Start in den Tag.

Zutaten

  • 180 ml kalter Kaffee
  • 180 ml Nussdrink
  • 25 g gefrorener Blumenkohlreis
  • 1/2 reife Banane (gefroren oder frisch, dann in Kombination mit ein paar Eiswürfeln)
  • 1 EL Mandelbutter
  • 1 EL Leinmehl
  • 1 EL Hanfherzen
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Vanillextrakt
  • 1 bis 2 entkernte Datteln (optional)

Zubereitung

  1. Alle Zutaten in einen Hochgeschwindigkeitsmixer geben.
  2. Mixen, bis ein sämiger Brei entsteht. Bei Bedarf Flüssigkeit nachgießen.
  3. In eine Tasse gießen und genießen.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale. Was ist der Unterschied zwischen Cassia- und Ceylon-Zimt? (aufgerufen am 11.11.2025) ↩︎
  2. Zhu C., Yan H., Zheng Y. et al. (2020). Impact of Cinnamon Supplementation on cardiometabolic Biomarkers of Inflammation and Oxidative Stress: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Complementary Therapies in Medicine. ↩︎
  3. Gunawardena, D., Karunaweera, N., Lee, S. et al. (2015). Anti-inflammatory activity of cinnamon (C. zeylanicum and C. cassia) extracts – identification of E-cinnamaldehyde and o-methoxy cinnamaldehyde as the most potent bioactive compounds. Food & Function. ↩︎
  4. Schink, A., Naumoska, K., Kitanovski, Z. et al. (2018). Anti-inflammatory effects of cinnamon extract and identification of active compounds influencing the TLR2 and TLR4 signaling pathways. Food & Function. ↩︎
  5. Kutbi, E.H., Sohouli, M.H., Fatahi, S. et al. (2021). The beneficial effects of cinnamon among patients with metabolic diseases: A systematic review and dose-response meta-analysis of randomized-controlled trials. Critical Reviews in Food Science and Nutrition. ↩︎
  6. Maierean, S.M., Serban, M.-C-, Sahebkar, A. et al. (2017). The effects of cinnamon supplementation on blood lipid concentrations: A systematic review and meta-analysis. Clinical Lipidology. ↩︎
  7. Hadi, A., Campbell, M., Hassani, B. et al. (2020). The effect of cinnamon supplementation on blood pressure in adults: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Clinical Nutrition. ↩︎
  8. Hajimonfarednejad, M., Nimrouzi, M., Heydari, M. et al. (2017). Insulin resistance improvement by cinnamon powder in polycystic ovary syndrome: A randomized double-blind placebo controlled clinical trial. Phythotherapy Research. ↩︎
  9. Zare, R., Nadjarzadeh, A., Zarshenas, M.M. et al. (2018). Efficacy of cinnamon in patients with type II diabetes mellitus: A randomized controlled clinical trial. Clinical Nutrition. ↩︎
  10. Zare, R., Nadjarzadeh, A., Zarshenas, M.M. et al. (2018). Efficacy of cinnamon in patients with type II diabetes mellitus: A randomized controlled clinical trial. Clinical Nutrition. ↩︎
  11. Santos, H.O., Da Silva, G.A.R. (2018). To what extent does cinnamon administration improve the glycemic and lipid profiles? Clinical Nutrition. ↩︎
  12. Momtaz, S., Hassani, S., Khan, F. et al. (2018). Cinnamon, a promising prospect towards Alzheimer’s disease. Pharmacological Research. ↩︎
  13. Khasnavis, S., Pahan, K. (2014). Cinnamon Treatment Upregulates Neuroprotective Proteins Parkin and DJ-1 and Protects Dopaminergic Neurons in a Mouse Model of Parkinson’s Disease. Journal of Neuroimmune Pharmacology. ↩︎
  14. Yang, X.-Q-, Zheng, H., Ye, Q. et al. (2015). Essential oil of Cinnamon exerts anti-cancer activity against head and neck squamous cell carcinoma via attenuating epidermal growth factor receptor - tyrosine kinase. JBUON. ↩︎
  15. Mousavi, S. M., Rahmani, J., Kord-Varkaneh, H. et al. (2019). Cinnamon supplementation positively affects obesity: A systematic review and dose-response meta-analysis of randomized controlled trials. Clinical Nutrition. ↩︎

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