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Vor oder nach dem Training?

Wann ist der ideale Zeitpunkt für den Eiweißshake?

Ein Mann bereitet sich einen Eiweißshake im Gym zu
Eiweißshakes gehören für viele zum Fitness-Lifestyle dazu, aber wann sollte man die Extra-Proteine nehmen?Foto: Getty Images

Als Eiweißlieferant hat der Proteinshake für Sportler zwei entscheidende Vorteile: Er ist schnell zubereitet und die Proteinmenge ist leicht dosierbar. Steht noch die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt im Raum. Sollte man einen Eiweißshake lieber vor oder nach dem Training trinken?

Wann trinken Sie für gewöhnlich Ihren Eiweißshake? Vor dem Training oder lieber danach? Und tun Sie das aus reiner Gewohnheit? Oder weil Sie glauben, dass Ihre Muskeln die Proteine zum jeweiligen Zeitpunkt besonders gut einlagern und deswegen besser wachsen können? FITBOOK hat beim Experten nachgefragt, wann es am sinnvollsten ist, einen Proteinshake zu sich zu nehmen.

Vor oder nach dem Training? – Der ideale Zeitpunkt für den Eiweißshake

Der Frage, ob der Zeitpunkt der Proteinaufnahme das Muskelwachstum oder die Kraftentwicklung merklich beeinflussen können oder ob es am Ende vollkommen egal ist, wann man Eiweiß zuführt, sind die drei US-Forscher Brad Jon Schoenfeld, Alan Albert Aragon und James W. Krieger im Jahr 2013 nachgegangen.

Insgesamt analysierten sie 43 bereits bestehende Studien zum Nutzen der Einnahme von Eiweißmitteln und untersuchten die Ergebnisse bezogen auf den Zeitpunkt der Einnahme im Detail. Ein Teil der Probanden hatte den Eiweißshake eine Stunde vor bis eine Stunde nach dem Training getrunken. Der andere Teil trank die flüssigen Proteine nur nach dem Training – und zwar mindestens zwei Stunden später.

Im Ergebnis fanden die Forscher Anhaltspunkte dafür, dass Proteine, die dem Körper direkt nach dem Training zugeführt werden, etwas schneller in der Muskulatur eingelagert werden. Also genau dorthin, wo sie zum Muskelaufbau gebraucht werden.

Fördern Proteinshakes das Muskelwachstum?

„Nach der Belastung ist der Körper ermüdet. Um aus diesem Tief wieder rauszukommen, helfen ihm die Proteine“, erklärt Sportmediziner Michael Despeghel gegenüber FITBOOK.

Den Effekt auf die Muskulatur dürfe man allerdings auch nicht überbewerten. So zeigte die oben erwähnte Meta-Studie auch, dass der Eiweißshake generell weder auf das Muskelwachstum noch die Kraftentwicklung wirklich einen merklichen Einfluss hatte. Experte Despeghel dazu: „Der Effekt ist da – wenn auch minimal.“

Und was passiert, wenn der Sportler seinen Proteinshake vor dem (Kraft)Training trinkt, um seine Muskulatur zu pushen? „Wenn der Magen voll mit Eiweißshake ist, ist das sogar negativ für das Training“, sagt der Experte. Mögliche Folgen seien Unwohlsein bis hin zu mangelnder Leistungsbereitschaft. Er rät: vor dem Training lieber einen Kaffee statt den schwer im Magen liegenden Shake trinken!

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Während des Trainings empfiehlt Dr. Despeghel nur Wasser oder – falls das Training wirklich extrem anstrengend ist – isotonische Getränke zu sich zu nehmen.

So werden Eiweißshakes hergestellt

Eiweißshakes bestehen in der Regel aus Milch und Molke. In einem Filtrationsprozess wird bei diesen Quellen das Protein vom Fett und von den Kohlenhydraten getrennt. Übrig bleibt ein Molkenprotein (Whey) bzw. ein Milcheiweiß (Casein), während der unerwünschte Milchzucker (Laktose) und das Fett fast vollständig entfernt wurden. Auch andere natürliche Quellen wie Eier, Reis und Rind werden zum Teil für Proteinpulver verwendet. Bei den meisten Pulvern wird nun noch ein Geschmack zugesetzt. Der Geschmack wird meist synthetisch hergestellt.

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Wie hoch ist mein täglicher Eiweißbedarf?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt derzeit für Erwachsene täglich 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht – egal ob Mann oder Frau. Für eine 80 Kilo schwere Person liegt die Untergrenze bei 64 Gramm Eiweiß, bei 65 Kilo sind es 52 Gramm. Allerdings: Diese Empfehlung gilt für Untrainierte. Wer Kraftsport betreibt und Muskeln aufbauen möchte, hat einen in etwa doppelt so hohen Eiweißbedarf (1,8 bis 2,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht), wie diese Studie zeigt. Die ideale Menge hängt aber zudem auch noch von der Qualität des Eiweißes, der Gesamt-Energieaufnahme, der Kohlenhydratmenge und der Trainingsintensität ab. Despeghel weist darauf hin, dass die empfohlene Tagesdosis an Eiweiß nicht dauerhaft überschritten werden sollte. Eine zu hohe Zufuhr wirkt sich nämlich unter Umständen negativ auf die Nierengesundheit aus.

Für wen machen Eiweißshakes überhaupt Sinn?

Eiweißshakes machen grundsätzlich Sinn, wenn die empfohlene Tagesdosis an Eiweiß nicht über das Essen erreicht wird. Despeghel: „Wer ein Omelette frühstückt, mittags Fisch oder Sojaprodukte und abends Quark isst, braucht kein zusätzliches Eiweiß.“ Diese Ernährungsweise dürfte aber auf die Allerwenigsten zutreffen. Also kann eine Ergänzung durch einen Proteinshake durchaus sinnvoll sein. Allerdings sollte man beim Kauf immer auf ein hochwertiges Produkt achten.

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Woran erkennt man einen hochwertigen Proteinshake?

Achten Sie darauf, dass die Inhaltsstoffe angegeben sind – das ist nicht bei allen Produkten der Fall. Despeghel empfiehlt außerdem, unbedingt zu einem Bio-Produkt zu greifen. Und: Ein Top-Protein erkennen Sie auch am Preis, denn laut Despeghel sollten Sie 40 bis 50 Euro pro Kilogramm Pulver investieren. Kein Schnäppchen, aber eine lohnenswerte Investition in ihren Körper.

Fazit

Eiweiß ist ein wichtiger Makronährstoff, dessen ausreichende Aufnahme wir im Optimalfall bereits über eine gesunde, ausgewogene Ernährung abdecken. Einen speziellen Proteinshake brauchen im Grunde genommen weder Anfänger noch intensive Sportler. Wer im Rahmen seines Trainings trotzdem gerne dazu greift, sollte das besser erst nach der Anstrengung machen. Zu diesem Zeitpunkt fördern die Extra-Proteine die Regeneration der Muskulatur. Vor dem Training sind sie nicht nur nutzlos, sondern können den Körper sogar unnätig belasten. Und: Überprüfen Sie Ihren Eiweißbedarf – und achten Sie beim Kauf unbedingt immer auf ein hochwertiges Produkt und investieren lieber ein paar Euros mehr.