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Laut US-Studie

Das gesündeste Lebensmittel ist …

Gemischte grüne Salatsorten und Kräuter
Grünzeug gilt ja als gesund. Aber wo stecken besonders viele Vitamine, Mineral- und wertvolle Pflanzenstoffe drin?
Foto: Getty Images

Auf welche Nährstoffe kommt es in Obst- und Gemüsesorten besonders an, und in welchen sind sie in hoher Konzentration vorhanden? Forscher einer US-Uni haben auf Basis dieser Frage die 41 gesündesten natürlichen Lebensmittel untersucht und einen Spitzenreiter ausgemacht.

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Die Vitamine A, B12 und D, Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium und Eiweiß – (unter anderem) solche Inhaltsstoffe machen ein Lebensmittel wertvoll und können dabei helfen, die Enstehung chronischer Krankheiten zu verhindern. Das glauben Forscher der William Paterson University in New Jersey. Um entsprechend eine Empfehlung geben zu können, welches Gemüse und Obst häufig verzehrt werden sollte, haben sie rund 41 Sorten auf ihre Nährstoffqualitäten analysiert. Die Methode: Der Gehalt an wichtigen Pflanzenstoffen und Co. wurde zusammengefasst und mit dem der Gesamtkalorien ins Verhältnis gesetzt. „Je höher bewertet, desto mehr Nährstoffe liefert ein Lebensmittel“, erklärt dazu eine der Studienautoren, Dr. Jennifer Di Nova, in einer Pressemitteilung der Uni. Der Sieger: Echte Brunnenkresse!

Echte Brunnenkresse

Kleine Gräser, große Wirkung? Echte Brunnenkresse wird von US-Forschern gerade über den grünen Klee gelobt.
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Im Fachblatt „Preventing Chronic Disease“ sind auch die dahinter platzierten Gemüse- und Obstsorten aufgelistet, hier die Top Ten:

1. Brunnenkresse

2. Chinakohl

3. Mangold        

4. Rübstiel (Rübsen)

5. Spinat

6. Chicorée        

7. Blattsalat       

8. Petersilie

9. Romanasalat  

10. Kohlblätter  

Brunnenkresse ist nicht gleich Kresse

Dazu sei gesagt: Bei der Brunnenkresse, die in der Studie so gut abgeschnitten hat, handelt es sich NICHT um die Gartenkresse, die man das gesamte Jahr über und selbst auf der heimischen Fensterbank anbauen kann. Die beiden unterscheiden sich bereits geschmacklich. Echte Brunnenkresse, das Heilkraut, soll eine stärkere Senfnote haben und wird gemeinhin als pfeffrig und leicht säuerlich beschrieben. Gartenkresse schmeckt milder ist auch optisch von Brunnenkresse zu unterscheiden, da sie meist kleinere Blättchen hat.

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Brunnenkresse wächst langsam etwa an klaren Quellbächen. Man bekommt sie in erster Linie im Frühjahr und beispielsweise auf dem Wochenmarkt oder im gut sortieren Bio-Laden. Brunnenkresse zu pflücken, geht theoretisch auch – hier ist aber dringend darauf zu achten, dass das Gewässer sehr sauber ist. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) rät, das Kraut in einem mit Wasser befüllten Eimer oder Beutel zu transportieren, damit sein Aroma bestmöglich bewahrt bleibt, und es vor der Verwendung gründlich zu waschen. Es kann immer sein, dass beispielsweise Insektenlarven daran haften. Egal ob gepflückt oder gekauft: Brunnenkresse bitte zeitnah konsumieren.

Ist Brunnenkresse viel gesünder als Gartenkresse?

„Das ist, als würden Sie Äpfel mit Birnen vergleichen“, lautet darauf die Antwort von Gabriele Kaufmann, Wissenschaftsredakteurin bei der BZfE. Sie erklärt uns, dass Brunnen- und Gartenkresse beide zur Familie der Kreuzblütler gehören und entsprechend über ähnliche Inhaltsstoffe verfügen. „Und es gibt bestimmte Stoffe, die sie beide gesund machen, zum Beispiel ihre Senföle. Die sind es übrigens, die ihnen auch ihre typische, scharfe Note verleihen.“ Verschiedene Vitamine sowie Jod, Eisen und Kalzium machen Kaufmann zufolge beide Kressesorten zu wertvollen, aber deshalb NICHT zu ultimativen Lebensmitteln. So betont sie die Wichtigkeit einer grundsätzlich ausgewogenen und vielseitigen Ernährungsweise.

 

Gartenkresse

Kresse kann man selbst anpflanzen – wenn sie einem schmeckt
Foto: Getty Images

Achtung, Mengenproblematik!

Man muss kein Ernährungswissenschaftler sein, um zu erahnen, dass es schwierig werden könnte, die nötigen Kalorien- ergo Nährstoffmengen zuzuführen, welche in der Untersuchung thematisiert werden. FITBOOK hat dennoch bei solchen nachgefragt. Und Diplom-Ökotrophologe Professor Dr. Nicolai Worm bestätigt: „Um 100 Kalorien aus Brunnenkresse aufzunehmen, muss man etwa ein gutes Kilogramm davon essen.“ Selbst wenn man Brunnenkresse nicht nur als Topping, sondern Hauptakteur einer Mahlzeit verwendet und sie beispielsweise zu einer Pestosauce verarbeitet, benötigt man für zwei Personen gerade einmal etwa 100 Gramm – und das entspricht mageren 11 Kalorien, für beide (!).

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Richtig viel von den gelobten Vitaminen, Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffen kommen also nicht rum. Prof. Worm hat sich die Auflistung angeschaut, „und da ist nur von Kalium, Ballaststoffen, Eiweiß, Calcium, Eisen, Riboflavin, Niacin, Folsäure, Zink und den Vitaminen A, B6, B12, C, D, E und K die Rede“. Für uns zumindest scheint das relativ viel zu sein. „Um ‚gesund‘ zu bleiben, benötigen wir aber noch viele andere essenzielle Nährstoffe“, sagt Professor Worm und bezieht sich damit unter anderem auf essentielle Aminosäuren sowie Fettsäuren und einige nicht aufgeführte Spurenelemente.

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Ausgewogen ist das A und O

Allzu streng müsse man die Untersuchung aber doch nicht bewerten. Das sagt uns Medizinjournalist Sven-David Müller und reduziert sie auf eine rein wissenschaftliche Vergleichsmöglichkeit. „Die Studie ist ja nach dem Konzept aufgebaut, wie viel Bedarf an gewissen Nährstoffen durch 100 Kalorien eines Produkts gedeckt werden.“ Wären beispielsweise Walnüsse ein Teil der Studie gewesen, hätten diese die Brunnenkresse locker vom Thron gestoßen – davon brauche man nämlich nur etwa 15 Gramm zu essen, um sich die wertvollen Inhaltsstoffe zuzuführen.

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Heißt: Brunnenkresse darf man gut und gerne regelmäßig auf den Teller streuen, genauso wie natürlich auch Petersilie (im Ranking auf Platz acht), Basilikum und die vielen anderen Kräuter, die bekanntlich wertvolle Nährstoffe und ätherische Öle enthalten. Bei der gängigen Verzehrmenge braucht man dadurch aber keine Wunder zu erwarten. Und diese so maßgeblich zu erhöhen, dass etwa Brunnenkresse einen erwähnenswerten gesundheitsförderlichen Effekt bringen kann, könnte eine weitere Hürde mitbringen: „So gut schmeckt das Zeug nämlich nicht“, findet zumindest Müller.