Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Gesundheitspartner
von FITBOOK

Petersilie, Basilikum, Oregano, Rosmarin, Dill

5 Küchenkräuter und ihre Wirkung auf unseren Körper

Basilikum
Basilikum ist nicht nur extrem lecker, es hat auch eine ganz besondere Wirkung auf unser GemütFoto: Getty Images

Wer gerne selbst kocht, weiß, dass frische Küchenkräuter das A und O für eine leckere Mahlzeit sind. Dabei handelt es sich keineswegs „nur" um aromatische Zutaten, sondern um Pflanzen mit nachgewiesener Heilwirkung. Was wir tatsächlich mit jeder Handvoll Basilikum, Petersilie, Oregano und Co. Gutes für unsere Gesundheit tun, darüber hat FITBOOK mit der Kräuterexpertin Dr. Ursula Stumpf gesprochen.

Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht weiß, wie Petersilie, Basilikum, Oregano, Rosmarin oder Dill schmecken – denn sie gehören zu den bekanntesten Küchenkräutern. Allerwelts-Gewächse, könnte man meinen, Standard-Zutaten für jeden Hobbykoch. Doch trotz ihrer Allgegenwärtigkeit ist den meisten viel zu wenig über ihre jeweilige Heilwirkung bekannt. Denn tatsächlich handelt es sich bei der Kräutertopf-Sammlung auf der Fensterbank um eine eigene kleine Apotheke. Was genau in jedem dieser Küchenkräuter steckt, erklärt uns Dr. Ursula Stumpf, Pharmazeutin, Heilpraktikerin und Autorin des Buches „Unsere Heilkräuter – bestimmen und anwenden“.

Petersilie

Petersilie ist bei den Deutschen zwar äußerst beliebt, fristet allerdings meist nur ein Deko-Dasein. Dabei ist das kleine Kraut ein richtiges Kraftpaket. „In Petersilie, vor allem in der glattblättrigen Sorte, steckt besonders viel Vitamin C, ganz gleich zu welcher Jahreszeit“, weiß die Kräuterexpertin. Aber nicht nur das: Die Kombination der ätherischen Öle, welche für den typischen Petersilie-Geschmack sorgt, wirkt zum einen belebend, zum anderen vertreibt sie üble Gerüche. „Ein Teelöffel davon zerkaut hilft bei Mundgeruch oder auch gegen den unangenehmen Geschmack, wie er oft beim Fasten auftritt.“ In Sachen Vitamin K (wichtig für Knochen und Blutgerinnung) ist die Petersilie mit bis zu 800 Mikrogramm pro 100 Gramm ebenfalls unschlagbar. Damit ist der Tagesbedarf laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung mit gerade mal acht Gramm Petersilie gedeckt. Wie wichtig das vergleichsweise unbekannte Vitamin ist, darauf deutet auch eine 2017 durchgeführte Studie hin. Die Erkenntnis: Wer ausreichend mit Vitamin K versorgt ist, der reduziert die Gefahr einer Knochenfraktur um 22 Prozent.

Schmeckt besonders lecker zu: Kartoffeln, Salat (Tabouleh), Fisch, Karotten, Brühe 

Auch interessant: Welche Kräuter und Gewürze darf man mitkochen?

Basilikum

„Basilikum ist ein wundervolles Kraut, denn es weckt sprichwörtlich die Liebe zum Leben“, weiß Ursula Stumpf. So habe Madame de Pompadour täglich davon gegessen, um sich und ihrem Geliebten Ludwig XV. lustvolle Nächte zu bescheren. „Wie aph­ro­di­sie­rend es tatsächlich wirkt, ist in Studien nicht einfach zu belegen. Erwiesen ist, dass das darin enthaltene Linalool sich positiv auf den Serotonin- bzw. Dopaminhaushalt auswirkt.“ Doch Basilikum sorgt nicht nur für gute Laune, sondern auch für Geistesblitze. „Das liegt vor allem am Eugenol, welches nachgewiesenermaßen das Denken anregt und Stress reduziert.“ Kurz: Basilikum macht glücklich, sexy und schlau. Was will man (und frau) mehr?

Schmeckt besonders lecker zu: Tomaten, Pasta, Mozzarella, Erdbeeren, Pizza und in Cocktails

Auch interessant: Diese Lebensmittel sollen aphrodisierend wirken – aber stimmt das wirklich?

Oregano

Oregano gehört neben dem Basilikum zu unseren liebsten italienischen Kräuterfreunden und darf auf keiner Pizza fehlen. Gut so, denn das mediterrane Kraut hat gleich zwei „Superkräfte“, wie die Kräuterexpertin weiß. Es wirkt entspannend und macht schädlichen Bakterien im Darm den Garaus. „Schon allein der intensive Duft sorgt dafür, dass man sich sofort ausgeglichener fühlt. Auch wirken die enthaltenen ätherischen Öle krampflösend, wie beispielsweise bei Menstruationsbeschwerden.“ Besonders hebt sich dabei der Wirkstoff Thymol hervor, der – wie der Name schon vermuten lässt – auch in Thymian enthalten ist. „Seine desinfizierende und bakterienabtötende Wirkung ist mit der eines Antibiotikums vergleichbar. Das funktioniert so gut, dass einige Biobauern ihren Ferkeln Oregano als Ersatz für synthetische Antibiotika verabreichen.“ Auch wurde die Wirksamkeit bereits in zahlreichen Studien nachgewiesen. „Generell gilt: Je intensiver ein Kraut duftet und schmeckt, desto wirksamer sind auch seine heilenden und gesundheitsfördernden Bestandteile.“

Schmeckt besonders lecker zu: Lammfleisch, Kürbis, Pizza, Antipasti, Schafskäse, Gemüsepfanne 

Auch interessant: Kann man Koriander nur lieben oder hassen?

Rosmarin

Für Ursula Stumpf ist Rosmarin ein absolutes Wohlfühlkraut. „Jede Pflanze beeinflusst unser Gemüt und bei Rosmarin habe ich immer das Gefühl, eingefangenen Sonnenschein in den Händen zu halten.“ Da geht es vermutlich nicht nur ihr so, denn was bei Rosmarin so sehr ans Mittelmeer erinnert, ist vor allem dem darin enthaltenen Cineol zu verdanken, welches schleimlösend wirkt und traditionell bei Erkältungen und Erkrankungen der Atemwege eingesetzt wird. Was sie als Kräuterprofi übrigens schon lange weiß, während die Forschung gerade erst dabei ist, dahinter zu kommen: Rosmarin kann die Lernfähigkeit und die Gedächtnisleistung nachweislich verbessern.

Schmeckt besonders lecker zu: Rindfleisch, Kartoffeln, Geflügel, Weichkäse, Bohnen 

Dill

Ein Küchenkraut, das zu Unrecht unterschätzt wird, findet Ursula Stumpf. „Es enthält jede Menge Mineralstoffe, wirkt entgiftend und hat besonders viel Carotinoide, also die Vorstufe zu Vitamin A, die auch als Radikalfänger bekannt sind.“ Außerdem wirken seine krampflösenden, beruhigenden Eigenschaften besonders schonend. „Bei Babys und Kleinkindern, die unter Bauchschmerzen leiden, hilft ein Tee aus Dill viel besser als der übliche Fenchel-Kümmel-Anis-Tee.“ Weitere Stoffe im Dill – Carvon und Limonen (zitronenartig riechender flüssiger Kohlenwasserstoff) – erweisen sich zudem als besonders entzündungshemmend, speziell bei Gelenkbeschwerden, wie eine an Ratten durchgeführte Studie 2012 nachweisen konnte. Limonen sorgt übrigens auch für den erfrischenden Geschmack von Dill.

Schmeckt besonders lecker zu: Quark, Fisch, Gurken, Kartoffeln, Karotten

Auch interessant: Wie Junkfood unser Gehirn manipuliert

Vitamine, Mineralien, Spurenelemente – was alle Kräuter gemein haben

Neben den ätherischen Ölen, die bei jedem Kraut in Sachen Kombination und Wirkungsweise einzigartig sind, weisen Kräuter auch Gemeinsamkeiten auf, was ihre Nährstoffe betrifft. „So ist in allen Kräutern besonders viel Kalium, Kalzium, Vitamin E, alle B-Vitamine (außer B12) und die Vorstufe von Vitamin A enthalten. Alles Nährstoffe, die beispielsweise für gesunde Nieren und gesunde Nerven wichtig sind.“ Wer also beim Kochen auf Gewürzmischungen statt auf frische Kräuter zurückgreift, dem entgeht eine wichtige und zudem wohlschmeckende Nährstoff- und damit Kraft-Quelle.

Themen