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Nährstoff-Check

Bananen, Kiwi, Melone? Welche Obstschalen man mitessen kann

Kiwischeiben und Banane
Sollte man Schalen von Kiwi und Banane mitessen? Die Antwort wird Sie vielleicht überraschenFoto: Getty Images

Äpfel und Birnen, klar – aber kann man auch die Obstschalen von Melone, Kiwi, Zitrusfrüchten oder Banane mitessen? Und wenn ja, sind diese womöglich besonders gesund? FITBOOK macht den Nährstoff-Check.

Direkt unter der Schale stecken die meisten Vitamine. Das hat Oma schon immer gesagt. Und sie hatte natürlich absolut recht. Daher essen die meisten Menschen Äpfel, Birnen, Pflaumen oder Aprikosen selbstverständlich mit Schale. Genau wie Kirschen und Beeren. Doch wie steht es mit anderen Sorten? Wir stellen vier leckere Früchte vor, bei denen man bedenkenlos die Obstschalen mitessen kann – gründliches Waschen vor dem Verzehr vorausgesetzt. Außerdem ist in diesen Fällen Bio- oder noch besser Demeterqualität besonders wichtig, um Belastungen mit Pestiziden und anderen Giften auszuschließen.

In der Bananenschale steckt die volle Nährstoffpower

Der Gedanke, eine Bananenschale zu essen, scheint nicht sonderlich verlockend. Sie ist auch relativ zäh und schmeckt leicht bitter. Allerdings steckt in der Schale eine Extra-Portion Kalium, was für die normale Funktion von Muskeln, Zellen und Nerven unabdinglich ist. Sie ist außerdem eine wertvolle Ballaststoffquelle und überaus reich an vor Krebs schützenden und entzündungsreduzierenden Antioxidantien. So hat bspw. eine Studie herausgefunden, dass Fische, die zusätzlich mit Bananenmehl gefüttert werden, eine stärkere Immunabwehr und ein gesünderes Wachstum haben und somit weniger anfällig für Krankheiten sind.1 Ein Indiz, dass auch Menschen davon profitieren könnten, wenn sie diese Obstschalen mitessen.

Wie schmeckts? Schale in den Mixer werfen und als Zutat für Smoothies oder selbst gebackenes Bananenbrot verwenden. Gekochte Bananenschalen sind übrigens ein großartiger Ersatz für Speck oder Pulled Pork in fleischloses Rezepten. Außerdem lassen sich exotische Pfannengerichte oder Currys mit dünn geschnittenen Bananenschalen an Nährstoffen aufpeppen.

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Wer die Kiwischale weglässt, lässt das Beste weg

Die Kiwischale ist pelzig und damit nicht gerade ein Gaumenschmeichler. Aber dafür eine der gesündesten Obstschalen, die man mitessen sollte. Warum? Wer die Schale samt Fruchtfleisch mit verputzt, nimmt 50 Prozent mehr Ballaststoffe auf, 32 Prozent mehr Folsäure und 34 Prozent mehr Vitamin E.2 Da viele Menschen oft mit genau diesen Nährstoffen unterversorgt sind, ist der Verzehr von Kiwis „mit Haut und Haar“ eine einfache Möglichkeit, die Aufnahme zu steigern.

Wie schmeckts? Die pelzigen Fussel lassen sich ganz einfach entfernen, indem man die Früchte mit einem sauberen Handtuch abreibt, mit einer Gemüsebürste schrubbt oder sie mit einem Löffel abkratzt.

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Wassermelone – Sportler und Liebhaber sollten diese Obstschale mitessen

Während das rosa Fruchtfleisch gerade in den heißen Sommermonaten erfrischende Freude bereitet, wird die weiß-grüne Rinde in der Regel achtlos auf den Kompost geworfen. Was für eine Verschwendung! Denn in der Schale steckt die „wundersame“ Aminosäure L-Citrullin, die es wahrlich in sich hat. So verbessert L-Citrullin das Erektionsvermögen, ohne die gefährlichen Nebenwirkungen, die Viagra und Co. mit sich bringen.3L-Citrullin erweitert die Blutgefäße und sorgt somit für eine verbesserter Sauerstoffzufuhr. Mit dem Effekt, dass die Muskeln beim Training nicht so schnell ermüden und sich somit die sportliche Leistung verbessert.4

Wie schmeckts? Die Gourmetküche hat die Melonenschale schon lange für sich entdeckt. Besonders köstlich sind sie in Form klein geschnittener, streicholzdünner Juliennes als Zutat für Krautsalat. Oder in Würfel geschnitten und mit Honig-Limetten-Vinaigrette verfeinert. In der Pfanne geröstet schmeckt Melonenrinde ein wenig wie Sommerkürbis.5

Orangen- und Zitronenschalen – eine gesunde Delikatesse

Die Schalen von Zitrusfrüchten enthalten antibakterielle Substanzen, die das Wachstum von schädlichen Mikroorganismen im Mund hemmen.6 Außerdem ein wirksames Antioxidans namens D-Limonen. Dieses schützt nicht nur das Herz, sondern reduziert nachhaltig Gewebe- und Zellschäden, die fürs vorzeitige Altern mitverantwortlich sind.7 Wer also die Schalen von Orangen und Zitronen wegwirft, wirft damit auch einen Jungbrunnen weg. Außerdem soll D-Limonen krebshemmende Eigenschaften haben, insbesondere gegen Magenkrebs.8

Wie schmeckt’s? Frisch und fein gerieben als Zutat für Desserts und Gebäck. Hauchdünne Zesten in selbstgemachte Marmeladen, Fruchtgelee oder fancy Cocktails beigeben. Getrocknet und/oder pulverisiert als Gewürz für Tees oder deftige Gerichte. Und nicht zuletzt in nicht ganz so gesunder, aber sehr edler Form: kandierte Zitronen- bzw. Orangenschalen. Herrlich!

Quellen