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Proteinbombe aus Island

Was kann Skyr wirklich?

Olivia Danner isst Skyr
Skyr ist besonders bei fitnessbewussten Leuten immer häufiger im Kühlschrank zu finden
Foto: FITBOOK/Jessica Weber

Zur Zeit ist er aus kaum einem Supermarkt noch wegzudenken: Skyr. Das traditionell isländische Milchprodukt vereint einen hohen Eiweißgehalt mit einem geringen Fettanteil und ist die cremigere Alternative zum Magerquark. Doch woher kommt der plötzliche Hype eigentlich und ist er wirklich begründet?

Was ist Skyr und wie wird er hergestellt?

Streng genommen handelt es sich bei Skyr nicht um einen Joghurt, sondern um Frischkäse. Dies ist gesetzlich festgelegt und bezeichnet Milchprodukte, die entweder einen sehr kurzen oder gar keinen Reifeprozess benötigen.

Skyr gehört in Island bereits seit tausenden von Jahren auf den Speiseplan. Er galt für viele Bauern als Grundnahrungsmittel und viele Höfe produzierten ihn selbst, teilweise auch aus Schafsmilch. Skyr wird mittlerweile aus fettarmer Kuhmilch hergestellt. Diese wird mit Bakterienkulturen angereichert und erhitzt, sodass die Milchproteine eindicken.

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Was macht ihn so gesund?

Die durchschnittlichen Nährwerte von 100g Skyr können sich sehen lassen:

  • 66 Kalorien
  • 0,2 Gramm Fett
  • 11g Protein
  • 4g Kohlenhydrate
  • 150mg Calcium

Der hohe Eiweißgehalt ist gerade für (Kraft-)Sportler interessant. Griechischer Joghurt enthält beispielsweise weniger Eiweiß und deutlich mehr Fett: Er liefert 6,5g Eiweiß, 10g Fett und hat circa 133 Kalorien pro 100g. Magerquark ist mit 13g Eiweiß, etwa 71 Kalorien und 0,3g Fett dem Skyr ebenbürtig. Außerdem macht er durch seine festere Konsistenz länger satt.

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Ernährungsexperte und Sportwissenschaftler Dr. Michael Despeghel bestätigt auf FITBOOK-Nachfrage: „Die Naturversion von Skyr enthält ein günstiges Verhältnis der Nährwerte und der Genussfaktor ist für viele aufgrund der cremigen Konsistenz höher. Außerdem ist er, wie alle Milchprodukte, Omega-6-säurehaltig.“ Hier gibt der Experte jedoch zu bedenken, dass auch Skyr in Maßen genossen werden sollte, da die Botenstoffe der Omega-6-Säure entzündungsfördernd auf den Stoffwechsel wirken können.

Woher kommt der Hype?

Aber warum ist Skyr derzeit so populär wenn sich das Produkt, was die Nährwerte betrifft, kaum von Magerquark unterscheidet? Um diese Frage zu beantworten, haben wir mit dem Wirtschaftssoziologen und Autor („Grüne Markenführung“) Dr. Oliver Errichiello gesprochen.

Er erklärt das Phänomen folgendermaßen: „Im Laufe der letzten Jahre hat sich das allgemeine Verständnis entwickelt, Kohlenhydrate seien ‚böse‘ und Eiweiß ‚gut‘. Diese Entwicklung ist größtenteils auf Ernährungstrends aus den USA zurückzuführen. Zudem bewerben mittlerweile viele Sportler und Influencer ihre eigenen Eiweißprodukte über die sozialen Netzwerke. Dadurch assoziieren viele Konsumenten Eiweiß mittlerweile automatisch mit einem gesunden, erstrebenswerten Lebensstil.“

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Diesen Effekt haben Händler erkannt und nutzen ihn, um Kunden nicht nur ein Produkt, sondern auch das dementsprechende Lebensgefühl zu verkaufen. Und dafür zahlen die Konsumenten auch gerne mehr: 450g Skyr kosten zwischen 1 bis 1,15 Euro, während 500g Magerquark circa 75 Cent kosten. Auf den ersten Blick scheint die Preisdifferenz nur marginal zu sein, aber es handelt sich immerhin um einen Unterschied von 40 Prozent.

Warum lassen wir uns von solchen Trends so stark beeinflussen? Dr. Errichiello erklärt dies folgendermaßen: „Wir alle leben in sogenannten Meinungswelten. Das bedeutet, dass jeder von uns bestimmten Begriffen eine spezifische Bedeutung beimisst. Bei Eiweiß denken viele beispielsweise direkt an Sportler oder gesunde Ernährung.“ Die Industrie erschafft mithilfe dieser Assoziationen Kollektivbilder, die durch den Einsatz bestimmter Codewörter getriggert werden. Hören wir also beispielsweise „hoher Eiweißgehalt“, denken wir automatisch an Sportler oder eine gesundheitsbewusste Ernährung.

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Wie schmeckt Skyr?

Skyr hat einen etwas säuerlicheren Geschmack als Quark und er ist cremiger. In der naturbelassenen Variante kann man ihn sowohl zu herzhaften als auch süßen Speisen kombinieren.

Die Supermarkt-Ketten bieten den isländischen Frischkäse in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen an: Honig, Erdbeere, Vanille, Himbeere, Kirsche und so weiter. Allerdings sind diese mit Vorsicht zu genießen, denn sie enthalten nicht nur viel Eiweiß sondern auch viel Zucker.

Wie kann man ihn zubereiten?

Ganz klassisch kann Skyr morgens zum Müsli mit Früchten kombiniert werden.

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Wer es etwas fantasievoller mag, kann aber auch folgende Rezepte mal ausprobieren.

Und natürlich eignet sich der isländische Frischkäse auch als Grundlage für herzhafte Aufstriche – oder sogar zur Pizza!

Lecker-Schmecker-Skyr-Pizza 😁 . . Die schmeckt auch beim zweiten Versuch noch mega lecker.. Und nur 5SP der Boden allein.. Und je nachdem, was dann drauf kommt, kann es ein sehr punktefreundliches Gericht werden.. 😛 Meine Version hat 11SP! Rezept findet ihr unter dem letzten Pizzabild.. 🥘 . Was macht ihr heut noch schönes? Hexenfeuer oder lieber #chillimilli zuhaus? Wir bleiben wohl zuhaus.. 🧞‍♀️🧞‍♂️ In nur 20 Tagen haben wir Urlaub.. Soooo toll😍😍😍 Zeit wirds! Schicken Abend ihr Häsjen.. 🐰 #kochen #backen #food #foodlover #foodlovers #fit2018 #skyr #rezepte #ww #wwgirls #weightwatchers #wwdeutschland #wwyourway #derwegistdasziel #fitfam #abnehmen #girlwholift #abgerechnetwirdamstrand #montag #monday #mondays #pizza #pizzatime #healthyfood #healthypizza #dresden

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Fazit

Die Nährwerte der Naturversion des isländischen Frischkäses passen gut zum Fitness-Lifestyle und eingebettet in die richtige Diät, kann man mit der Hilfe von Skyr auch ein paar überflüssige Pfunde verlieren. Allerdings sollte einem bewusst sein, dass der Unterschied im Vergleich zu Magerquark hauptsächlich in einer leicht cremigeren Konsistenz und vor allem dem (marketingbedingten) höheren Preis liegen.

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