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Kurzer Schlaf erhöht Risiko für chronische Krankheiten

Langzeitstudie

Was mit der Gesundheit passiert, wenn man 5 Stunden oder weniger schläft

Schlaf chronische Krankheiten: Frau im Bett
Insbesondere Menschen über 50 sollten auf eine hohe Schlafqualität und ausreichende Schlafdauer achten, um chronischen Krankheiten vorzubeugenFoto: Getty Images

Immer mehr Studien belegen, wie wichtig Schlaf für unsere Gesundheit ist. Nun hat eine britische Langzeitstudie aufgedeckt, dass Menschen, die nur fünf Stunden oder weniger pro Nacht schlafen, ein deutlich erhöhtes Risiko für mehrere Krankheiten gleichzeitig haben.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass mit steigendem Lebensalter die Schlafdauer abnimmt. Da dies ein jahrelanger fortschreitender Prozess ist, fällt er den Betroffenen gar nicht als gravierend auf. Man schläft eben weniger. Doch das sollte man nicht so einfach hinnehmen, warnen jetzt britische Forscher. In einer Langzeitstudie, die das Schlafverhalten älterer Menschen über 25 Jahre dokumentiert, zeigte sich, dass kurzer Schlaf das Risiko für chronische Krankheiten erhöht. Und das schon ab dem 50. Lebensjahr.

Erste Studie zu Schlafdauer und Mehrfacherkrankungen

Für die Studie hat man Probanden ausgesucht, die bereits Teil der „Whitehall II“-Kohortenstudie waren.1 Dabei handelt es sich um 10.308 Teilnehmer, die in London für die Regierung arbeiteten. Zwischen 1985 und 2016 mussten die Probanden insgesamt sechsmal Angaben zu ihrer Schlafdauer machen. Erstmals im Alter von 50 Jahren, später mit 60 und mit 70. Dazu hat man sich auch die Entwicklung von 13 chronischen Krankheiten bei den Teilnehmern angeschaut: Diabetes, Krebs, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, chronische Nierenerkrankung, Lebererkrankung, Depression, psychische Störungen, Demenz, Parkinson und Arthritis/rheumatoide Arthritis.

Besonders interessierte die Forscher das Vorkommen von Mehrfacherkrankungen. Das heißt, wenn eine Person mindestens zwei der 13 vordefinierten chronischen Erkrankungen aufwies. Denn bislang wurden nur Risiken von einzelnen Erkrankungen in Zusammenhang mit kurzer Schlafdauer erforscht.

„Im wirklichen Leben treten chronische Krankheiten häufig gemeinsam auf“, erklärt Studienautorin Séverine Sabia. Das sei insbesondere im höheren Alter der Fall. „Es war unklar, wie die Schlafdauer mit dem Risiko einer Mehrfacherkrankung zusammenhängt.”

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Sterberisiko von 50-jährigen Kurzschläfern ist um 25 Prozent erhöht

Wie die Daten ergaben, waren im Alter von 50 Jahren 7864 der Teilnehmer gesund. Daraus errechneten die Forscher, dass diejenigen, die weniger als fünf Stunden pro Nacht schliefen, ein um 30 Prozent erhöhtes Risiko für mehrere chronische Krankheiten hatten, im Vergleich zu Teilnehmern, die sieben Stunden pro Nacht schliefen.

Bis zum Alter von 60 Jahren stieg das Risiko der Kurzschläfer für Mehrfacherkrankungen auf 32 Prozent an. Im Alter von 70 Jahren lag ihr Risiko um 40 Prozent höher als bei den Normalschläfern. Zudem war das Sterberisiko der 50-jährigen Kurzschläfer um 25 Prozent höher. Das kommt dadurch, dass die chronischen Krankheiten, die sie entwickelten, oft mit einer kürzeren Lebenserwartung verbunden sind.

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Auch Langschläfer haben ein erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten

Interessanterweise ergab die Datenauswertung auch, dass Menschen über 60, die neun Stunden oder länger schlafen, ebenfalls öfter an mehreren chronischen Krankheiten gleichzeitig litten. Die Forscher fügen jedoch hinzu, dass es in der Studie nur wenige Fälle von Langschläfern in dem hohen Alter gab. Zu kurzer Schlaf sei weitaus häufiger vertreten.

Tatsächlich gibt es andere Studien, die darauf hinweisen, dass weder zu wenig noch zu viel Schlaf gut für uns ist. Der Sweet-Spot liegt zwischen 7,5 und 8 Stunden (FITBOOK berichtete).

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Menschen über 50 sollten auf ihren Schlaf achten

Die Autoren der aktuellen Langzeistudie weisen darauf hin, dass eine kurze Schlafdauer von fünf oder weniger Stunden pro Nacht bei Menschen über 50 zur Entwicklung von chronischen Mehrfacherkrankungen führen kann. Deswegen sei es wichtig, in diesem Lebensabschnitt ganz besonders auf das eigene Schlafverhalten zu achten.

Auch, wenn man sich im Laufe der Jahre mit dem wenigen Schlaf arrangiert hat, bedeutet es nicht, dass er spurlos an einem vorübergeht. So gilt es auch im Alter, Schlafstörungen wie Schnarchen, Schlafapnoe oder ruhelose Beine zu identifizieren und zu behandeln. Denn nur durch eine verbesserte Schlafqualität kann man Krankheiten wie Demenz und Diabetes vorbeugen.

Quellen

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