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Spezielles Punktesystem

Hohe Schlafqualität kann Risiko für Schlaganfall und Herzerkrankungen deutlich senken

Mann schläft in Seitenlage
Wer eine gute Schlafqualität hat, kann sich einer langen Gesundheit erfreuen und das Risiko für Schlaganfall und Herzerkrankungen senkenFoto: Getty Images

Wer lange gesund bleiben will, sollte auf eine hohe Schlafqualität achten und diese gegebenenfalls verbessern. Eine neue Studie ergab nämlich, dass hochwertiger Schlaf das Risiko für Schlaganfall und Herzkrankheiten enorm reduzieren kann.

Kardiovaskuläre Erkrankungen, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen.1 Eine neue Studie belegt nun erneut, dass eine gute Schlafqualität in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung ist: Forscher stellten nämlich fest, dass eine schlechte Schlafqualität das Risiko für einen Schlaganfall und Herzkrankheiten enorm erhöhen kann. Für ihre Studie nutzten die Wissenschaftler ein spezielles Punktesystem. Den Ergebnissen nach sollen Menschen mit den besten Schlafwerten eine um 75 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit für eine dieser Erkrankungen haben als Menschen mit den niedrigsten Werten.

Schlechte Schlafqualität gleich hohes Risiko

Es gibt viele Studien, die bereits einen Zusammenhang zwischen schlechtem Schlaf und Herzkrankheiten hergestellt haben. Allerdings konzentrieren sich die meisten von ihnen auf eine Schlafapnoe, die Schlafenszeit oder die Schlafdauer.2,3 Laut einer noch nicht von Fachleuten begutachteten Studie, die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Barcelona vorgestellt wurde, könnten 7 von 10 Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindert werden, wenn alle Menschen einen guten Schlaf hätten. Aber auch das Risiko für einen Schlaganfall kann man enorm senken, wenn die Schlafqualität stimmt.

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Schlafqualität mit Punktesystem erfasst

Für die Studie wurden fünf Schlaffaktoren von 7.200 Teilnehmern untersucht und die Ausgangswerte in den Jahren darauf mit dem Auftreten von Schlaganfall- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verglichen. Die Teilnehmer der Studie waren zwischen 50 und 75 Jahre alt – 62 Prozent waren Männer. Sie wurden zwischen 2008 und 2011 in Erstuntersuchungen intensiv zu ihrem Schlafverhalten befragt. Außerdem waren alle anfangs frei von Herz-Kreislauf- und Schlaganfall-Erkrankungen.

Zu Beginn der Untersuchung wurden Informationen zu fünf Schlaffaktoren ermittelt, wobei alle fünf Faktoren jeweils auf einer Skala von 0 bis 5 bewertet werden sollten – 0 bedeutete „sehr schlecht“ und 5 „optimal“. Zehn Prozent der Teilnehmer gaben zu Anfang einen optimalen und 8 Prozent einen schlechten Wert an. Diejenigen mit einem optimalen Ergebnis schliefen 7 bis 8 Stunden pro Nacht, litten nie oder nur selten unter Schlaflosigkeit, wiesen keine übermäßige Tagesmüdigkeit auf, litten nicht unter Schlafapnoe und waren eher Morgenmenschen. Anschließend wurden die Männer und Frauen ein Jahrzehnt lang begleitet und alle zwei Jahre auf Herzkrankheiten und Schlaganfälle hin untersucht.

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75 Prozent geringeres Schlaganfall-Risiko

Nach etwa acht Jahren entwickelten 274 Teilnehmer eine koronare Herzkrankheit oder einen Schlaganfall. Die Forscher analysierten den Zusammenhang zwischen Schlafwerten und kardiovaskulären Ereignissen. Die Faktoren Alter, Geschlecht, Alkoholkonsum, Beruf, Rauchen, Body-Mass-Index, körperliche Aktivität, Cholesterinspiegel, Diabetes und familiäre Vorbelastungen hatten die Forscher dabei bereits berücksichtigt.

Die Untersuchung ergab, dass mit jedem Punkt mehr auf der Schlafwert-Skala, das Risiko einer Herzkrankheit und eines Schlaganfalls um 22 Prozent sank. Genauer gesagt hatten Teilnehmer, die ihre Schlafqualität mit 5 bewerteten, im Vergleich zu jenen mit einem Wert von 0 oder 1 ein um 75 Prozent geringeres Risiko für eine Herzerkrankung oder einen Schlaganfall.

Außerdem änderte sich im Laufe der Zeit bei 48 Prozent der Teilnehmer die Bewertung der Schlafqualität: Bei 25 Prozent verringerte sie sich, bei 23 Prozent verbesserte sie sich. Die Forscher schätzen, dass 72 Prozent der jährlichen Schlaganfall- und Herz-Neuerkrankungen hätten vermieden werden können, wenn alle Teilnehmer einen optimalen Schlafwert aufgewiesen hätten.

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Tipps für eine optimale Schlafqualität

Wie Studienautor und Postdoktorand am französischen Nationalen Institut für Gesundheit und medizinische Forschung, Dr. Aboubakari Nambiema, betont sei die niedrige Quote an guten Schläfern nicht wirklich überraschend. Grund sei insbesondere der hektische und betriebsame Arbeitsalltag. „Die Bedeutung von Schlafqualität und -quantität für die Herzgesundheit sollte schon früh im Leben vermittelt werden, wenn sich gesunde Verhaltensweisen etabliert haben. Eine Minimierung des nächtlichen Lärms und des Stresses am Arbeitsplatz kann ebenfalls zu einem besseren Schlaf beitragen“, erklärt er.

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Aber auch ein dunkler und ruhiger Schlafplatz, die Vermeidung von Bildschirmen vor dem Schlafengehen sowie eine regelmäßige Schlafenszeit machen eine gesunde Schlafhygiene aus. Langschläfer sollten außerdem bedenken, dass sowohl Schlafmangel (weniger als sechs Stunden pro Nacht) als auch Schlafüberschuss (mehr als neun Stunden) für die Gesundheit ungesund sein können. In Beobachtungsstudien wurde beides bereits mit einem erhöhten Risiko in Verbindung gebracht.4 Allen, die diese Faktoren in ihrer Routine berücksichtigen, wird es die langfristige Gesundheit also danken.

Quellen

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