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Hyperlipidämie

Diese Symptome können auf eine Fettstoffwechselstörung hinweisen

Ein Reagenzglas im Labor
Überblick über Symptome, genetische Faktoren und wirksame Behandlungsstrategien bei einer Hyperlipidämie Foto: Getty Images/Science Photo Library RF
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20. Januar 2026, 4:41 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Erhöhte Blutfettwerte bleiben lange unbemerkt, können aber gravierende Folgen für Herz und Gefäße haben. Wer Risiken, Warnzeichen und genetische Faktoren kennt, kann rechtzeitig vorbeugen. Was die häufigsten Ursachen einer Hyperlipidämie sind, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und was Sie selbst unternehmen können, um Ihre Blutfettwerte zu senken.

Enrico Zessin
Auf fachliche Richtigkeit geprüft von Enrico Zessin Diplom Molekularbiologe, Facharzt für Innere Medizin und Sportmedizin, Arzt für klinische Studien und Verbandsarzt Deutscher Leichtathletik-Verband

Ab wann man von einer Fettstoffwechselstörung spricht

Wenn über einen längeren Zeitraum der Gehalt des Gesamtcholesterins sowie des LDL-Cholesterins den Normalwert überschreitet, liegt eine Fettstoffwechselstörung (Hyperlipidämie) vor – eine Form der Dyslipidämie. (Liegen die Blutfettwerte unterhalb des Normbereichs, hat man es ebenfalls mit einer Störung des Fettstoffwechsels zu tun, auf diesen Fall wird in diesem Artikel allerdings nicht eingegangen).

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Warum erhöhte Blutfettwerte das Herz gefährden

Der Körper braucht Cholesterin – also die im Blut enthaltenen Fette (Lipide) – um lebenswichtige Körperfunktionen durchführen zu können. Die Leber transportiert das Fett in Organe und Gewebe, wo es gebraucht wird. Man unterscheidet zwischen körpereigenen Fetten, die man selbst genügend über die Leber produziert, und denen, die wir durch die Nahrung zu uns nehmen. Wenn das Gesamtcholesterin und der LDL-Gehalt im Blut aufgrund einer Störung des Fettstoffwechsels allerdings zu hoch sind, können die Arterienwände potenziell Schaden nehmen. Es kann zu Folgeerkrankungen wie Arteriosklerose kommen, bei der sich Fett und Kalk an den Arterienwänden ansammeln. Diese Ablagerungen, auch Plaques genannt, erhöhen das Risiko koronarer Leiden, etwa eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls.

Warum eine Fettstoffwechselstörung oft lange unentdeckt bleibt

Leider äußern sich Symptome bei den meisten Betroffenen nur bei einer stark fortgeschrittenen Fettstoffwechselstörung oder wenn eine Herz-Kreislauf-Erkrankung symptomatisch auftritt. Das führende Problem ist die Entwicklung einer Arteriosklerose mit entsprechenden Folgeerkrankungen. Wenn es sich bei der Störung um eine genetisch bedingte Form der Fettstoffwechselstörung handelt, treten nach einer längeren Zeit charakteristische Anzeichen der Störung selbst sowie Beschwerden der potenziellen Folgeerkrankungen auf. Das können sein:1

  • Knötchen (Xanthome) auf der Haut, vor allem an Hand, Handgelenk, Fußknöchel, Augenlid oder Gesäß
  • Trübe Ringe im Auge im Bereich der Hornhaut
  • Schmerzen im Oberbauch, aufgrund einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder infolge von strukturellen Leberveränderungen im Rahmen einer Lebererkrankung
  • Verschlusserkrankungen der Arterien (pAVK) und dadurch entstehende Schmerzen überwiegend in den Unterschenkeln, z. B. beim Gehen
  • Schmerzen in der Brust, die Anzeichen für einen Herzinfarkt sein können, insbesondere wenn sie unter Belastung auftreten

Oft treiben erst starke Beschwerden oder die sichtbaren Knötchen auf der Haut Betroffene zum Arzt. Treten diese aufgrund der Form der Störung gar nicht erst auf, sind Folgeerkrankungen größtenteils schon als Symptom im Gange, beeinträchtigen die Gesundheit und führen unbehandelt im schlimmsten Fall zum Tod.

Die häufigsten Ursachen einer Fettstoffwechselstörung

Eine Fettstoffwechselstörung entsteht, wenn das Gleichgewicht der Blutfette gestört ist – meist durch zu hohes LDL und zu niedriges HDL. Gründe dafür sind entweder genetische Veranlagungen (primär) oder erworbene Faktoren (sekundär) wie ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen, Alkohol, bestimmte Medikamente oder Erkrankungen wie Diabetes, Leber-, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko zusätzlich. Die Ursachen im Einzelnen:

LDL, HDL & Co.: Welche Blutfette welche Rolle spielen

Da Cholesterin nicht wasserlöslich ist, kann es nicht selbstständig über das Blut zu den notwendigen Körperzellen wandern. Für den Transport des körpereigenen Cholesterins sorgen Lipoproteine. Das sind Fett-Eiweiß-Verbindungen, die das Cholesterin durch den Blutkreislauf aus der Leber zu den Geweben und wieder zurücktransportieren. Man unterscheidet bei den Lipoproteinen vor allem zwischen:

  • LDL (Low Density Lipoprotein) – das „schlechte“ LDL ist immer mit Cholesterin beladen und transportiert es von der Leber zu den verschiedenen Geweben. Liegt zu viel LDL im Blut vor, lagert sich Fett in den Blutgefäßen ab.
  • HDL (High Density Lipoprotein) – das „gute“ HDL bringt das überschüssige Cholesterin vom Gewebe und den Arterienwänden wieder in die Leber zurück, damit es dort über die Galle abgebaut werden kann.
  • VLDL (Very Low Density Lipoprotein) – auch das VLDL transportiert Cholesterin und Triglyceride – die natürlich vorkommenden Fette, die wir über die Nahrung aufnehmen – von der Leber ins Gewebe. Bei der Abgabe von Triglyceriden wandelt sich VLDL in LDL um.

Wenn über einen längeren Zeitraum das Gesamtcholesterin oder der LDL-Wert höher als der Normalwert ist und der HDL-Wert zu niedrig, spricht man von einer Fettstoffwechselstörung. Dass die Blutfettwerte in die Höhe schnellen, kann an einer genetisch bedingten Prädisposition liegen oder durch Lebensstilfaktoren entstehen. Die verschiedenen Störungen unterscheiden sich darin, welche Blutfettwerte betroffen sind.2

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Wenn die Gene eine Rolle spielen: primäre Fettstoffwechselstörungen

Die primäre Fettstoffwechselstörung ist meistens erblich bedingt. Allerdings spielt trotz genetischer Prädisposition der Lebensstil ebenfalls eine große Rolle bei der Ausprägung der Störung. Faktoren wie eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen, aber auch Vorerkrankungen wie Diabetes tragen dazu bei, dass die Stoffwechselstörung entsteht und bleibt. Unter die primären Fettstoffwechselstörungen fallen auch die genetisch bedingte primäre Hypercholesterinämie, bei der das Gesamtcholesterin und LDL im Blut erhöht sind, sowie die primäre Hypertriglyceridämie, bei der der Triacylgylerid-Gehalt im Blut zu hoch ist.

Wenn Erkrankungen oder Lebensstil die Ursache sind: sekundäre Fettstoffwechselstörungen

Bei einer sekundären Fettstoffwechselstörung ist der erhöhte Blutfettgehalt nicht durch genetische Faktoren, sondern durch verschiedene Erkrankungen und bestimmte Lebensstilfaktoren verursacht. Mögliche Vorerkrankungen, die zu einer sekundären Fettstoffwechselstörung führen können, sind unter anderem Diabetes mellitus, Erkrankungen der Leber, Fettleibigkeit, nephrotisches Syndrom (Symptomkomplex bei Nierenerkrankungen), metabolisches Syndrom und eine Schilddrüsenunterfunktion.

Zudem kann die Einnahme bestimmter Medikamente wie beispielsweise Kortison oder spezielle Östrogene eine Fettstoffwechselstörung verursachen. Lebensstilfaktoren, die zu einer Dyslipidämie führen können, sind Alkoholmissbrauch, Rauchen, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährungsweise mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und Transfetten. Dabei sei erwähnt, dass sich mit fortschreitendem Alter das Risiko eines erhöhten Cholesterinspiegels erhöht.3,4

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So wird eine Fettstoffwechselstörung festgestellt

Wenn man bei sich Symptome einer Fettstoffwechselstörung erkennt, kann – wie immer – nur der Gang zu einem Arzt Klarheit schaffen. Prinzipiell ist es empfehlenswert, seine Blutwerte – besonders im fortgeschrittenen Alter bei Männern ab 40 und Frauen ab 50 – regelmäßig überprüfen zu lassen. Über die Cholesterinwerte, bei denen Gesamtcholesterin, LDL und HDL gemessen werden, kann der behandelnde Arzt klar erkennen, inwieweit ein Grund zur Sorge besteht. Für den Fall, dass die Werte tatsächlich über dem Normalbereich liegen, werden weitere Untersuchungen vorgenommen. Diese können Aufschluss über die möglichen Ursachen geben.

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Welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt

Je nach zugrunde liegender Ursache wird in Absprache mit dem Patienten ein individueller Behandlungsplan erstellt. Ziel der Behandlung ist es, die Blutfettwerte wieder in einen Normalbereich zu bringen und sie dort zu halten. Bei vorbestehenden erhöhten kardiopulmonalen Risikofaktoren ist das Ziel sogar eine Erniedrigung der Blutfette unterhalb des Normalbereiches. Eine große Rolle spielt dabei ein gesunder Lebensstil, der die Regulierung des Fettstoffwechsels unterstützt. Unter Umständen werden noch Medikamente verschrieben, die dabei helfen können, die Blutfettwerte weiter zu senken.5

Was Sie selbst unternehmen können, um Ihre Blutfettwerte zu senken

Prinzipiell sind eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung – sowohl als Präventivmaßnahmen als auch wenn die Fettstoffwechselstörung schon besteht – essenziell für gesunde Blutfettwerte. Konkret heißt das, dass man auf eine herzgesundheitsfreundliche Ernährung achten und sich mindestens fünfmal pro Woche mindestens 30 Minuten körperlich betätigen sollte. Besonders naturbelassene Nahrungsmittel wie Gemüse und Obst, Vollkorn-Getreideprodukte, fettreicher Fisch. Nüsse und natürliche Öle sollten auf den Essensplan. Den Verzehr gesättigter Fettsäuren und Transfette, die u. a. in vielen Fast-Food-Produkten und Backwaren enthalten sind, sollte man auf ein Minimum reduzieren oder ganz vermeiden. Außerdem ist von übermäßigem Alkohol- und Drogenkonsum sowie Rauchen dringend abzuraten.6,7

Quellen

  1. USZ. Universitätsspital Zürich. Fettstoffwechselstörung. (aufgerufen am 19.01.2026) ↩︎
  2. Krumrey, B. & Winkler, K. (2013). Hauterscheinungen können eine Fettstoffwechselstörung signalisieren. CardioVasc . ↩︎
  3. John Hopkins Medicine. High Cholesterol (Dyslipidemia). (aufgerufen am 19.01.2026) ↩︎
  4. Cleveland Clinic. Cholesterol Numbers: What Do They Mean. (aufgerufen am 19.01.2026) ↩︎
  5. inning, D. & Landmesser, U. (2017). Fettstoffwechselstörungen: Diagnostik und Therapie. Springer Nature.(aufgerufen am 19.01.2026) ↩︎
  6. DGFF. Patientenratgeber. Fettstoffwechselstörung. (aufgerufen am 19.01.2026) ↩︎
  7. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Fettzufuhr und Prävention der Dyslipoproteinämie. (aufgerufen am 19.01.2026) ↩︎

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