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Bei Frauen ab 65

Dieses alltägliche Symptom kann auf einen Herzinfarkt hindeuten

Röntgenaufnahme einer Brust
Die Kardiologin rät Frauen, bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort den Rettungsdienst unter der 112 zu rufen
Foto: Getty Images

Meist verbindet man Herzinfarkt mit vernichtenden Brustschmerzen – zu Recht! Doch bei Frauen nach der Menopause können die Symptome deutlich unspektakulärer ausfallen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben für Frauen in Deutschland der gefährlichste Killer, warnt die Deutsche Herzstiftung in einer aktuellen Pressemitteilung. Laut Statistischem Bundesamt verstarben allein 2016 185.867 Frauen an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, darunter 20.539 an einem Herzinfarkt. „Viele Herzinfarkt-Todesfälle bei Frauen ließen sich vermeiden, würden die Symptome richtig gedeutet und so wertvolle Zeit gewonnen“, erklärt Prof. Dr. med. Christiane Tiefenbacher vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Chefärztin der Kardiologie am Marien-Hospital Wesel.

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Dass so viele Menschen infarktbedingt ihr Leben lassen, hat auch damit zu tun, dass sie bei akuten Brustschmerzen nicht umgehend die Feuerwehr rufen. Denn: Je mehr Zeit nach einem Herzinfarkt verstreicht, desto größer ist die Gefahr, dass es zu einem Herzkammerflimmern und plötzlichen Herztod kommt. Darüber hinaus können durch einen Infarkt (große) Teile des Herzmuskels irreparabel zerstört werden, was in einer langfristigen Herzschwäche münden kann. Darum ruft die Deutsche Herzstiftung folgendes Prinzip ins Gedächtnis: Zeit ist Herzmuskel.

Ältere Frauen rufen zu spät den Notarzt

Vor allem Frauen über 65 zögern extrem lange, bis sie schließlich die 112 wählen. So hat die sogenannte „MEDEA-Studie“ des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) herausgefunden, dass Ü65-Frauen durchschnittlich viereinhalb Stunden warten, Männer hingegen „nur“ dreieinhalb Stunden. Ein Grund dafür: Die Symptome fallen bei Mann und Frau oft unterschiedlich (heftig) aus.

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Typischer „Vernichtungsschmerz“ fehlt oft

Herzinfarkt-Symptome bei älteren Frauen fallen häufig sehr unspezifisch aus. Vor allem bedeutet das, dass bei ihnen der so typische starke Schmerz im Brustbereich (Vernichtungsschmerz) fehlt. Das Ausbleiben von Brustschmerzen sei ein Alterseffekt, der auch bei Männern vorkomme. „Je älter die Herzinfarkt-Betroffenen sind, desto weniger Brustschmerz nehmen sie wahr. Ältere Herzinfarkt-Patientinnen empfinden häufiger eher ein Druck- oder Engegefühl in der Brust“, erklärt die Herzmedizinerin.

Von wegen harmlos: Bauchschmerzen nicht auf die leichte Schulter nehmen!

Prof. Tiefenbacher weiter: „Diese werden von den betroffenen Frauen nicht selten fälschlicherweise als harmlose Magenverstimmung gedeutet. Der lebensrettende Anruf bei der Rettungsstelle bleibt dann aus – oder findet erst verspätet statt.“

Die Kardiologin rät Frauen, bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort den Rettungsdienst unter der 112 zu rufen.

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Darum erhöht sich das Herzinfarkt-Risiko nach der Menopause

Bis vor der Menopause sind Frauen dank ihrer Östrogene relativ gut vor einem Herzinfarkt geschützt. Rund zehn Jahre nach Einsetzen der Wechseljahre steigt hingegen das Infarkt-Risiko stark an. Das heißt natürlich nicht, dass jüngere Frauen nicht ebenfalls klassische Risikofaktoren reduzieren sollten. Dazu gehören Rauchen, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress.

Weitere Infos rund ums Herz finden Sie auf der Internetpräsenz der Deutschen Herzstiftung.

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