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Notfall!

Was passiert bei einem Herzinfarkt im Körper?

Was passiert bei einem Herzinfarkt?
Ein Herzinfarkt ist immer ein Notfall: Es drohen Lebensgefahr und LangzeitfolgenFoto: Getty Images

Allein in Deutschland erleiden jedes Jahr mehrere hunderttausend Menschen einen Herzinfarkt. Und auch wenn manche verhältnismäßig glimpflich verlaufen, handelt es sich immer um einen Notfall.

Im Jahr 2019 starben nach offiziellen Angaben des Statistischen Bundesamts insgesamt 44.282 in Folge eines akuten Myokardinfarkt, wie der Herzinfarkt auch bezeichnet wird. Das entspricht 13,4 Prozent aller Todesursachen in Zusammenhang mit Herz-Kreislauferkrankungen. Doch was passiert bei einem Herzinfarkt?

Ein starker vernichtender Schmerz in der Brust: Das ist ein typisches Zeichen für einen Herzinfarkt. Doch er kann sich auch subtiler äußern. Etwa durch Luftnot, kalten Schweiß und Übelkeit. „Der Herzinfarkt hat viele Gesichter“, sagt Kardiologe Prof. Heribert Schunkert von der Deutschen Herzstiftung. Er sagt: Unklare Beschwerden in der Brust sollte man immer ernst nehmen.

Was genau passiert bei einem Herzinfarkt?

Laut Heribert Schunkert sei das so etwas wie eine kleine Explosion in der Herzkranzarterie. Die geht von Ablagerungen in der Gefäßwand aus, die plötzlich aufbrechen und zu einer Gerinnsel-Bildung führen. Das Gerinnsel verstopft die Arterie und schneidet den Herzmuskel von der Blutversorgung ab. So kommt es plötzlich und unvermittelt zum Ausfall der Leistung in der betroffenen Region des Herzens und damit auch zu einem Abfall in der Blutversorgung des Körpers.

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Durch welche Symptome macht sich der Herzinfarkt bemerkbar?

Der Herzinfarkt hat viele Gesichter. Weil er so plötzlich und unvermittelt kommt und weil jeder Mensch so anders darauf reagiert. Typisch sind starke, ja vernichtende Schmerzen in der Brust. Die Schmerzen können jedoch auch weniger stark ausfallen. Ein Herzinfarkt kann sich unter anderem auch in Form von Luftnot, Übelkeit und Kaltschweißigkeit äußern. Wenn Beschwerden in der Brust in jedweder Form so nicht bekannt sind und man sie sich nicht erklären kann, sollte man tätig werden.

Bei sehr glimpflichen Verläufen können mitunter können auch Tage und Wochen vergehen, bis Betroffene zum Arzt gehen und plötzlich von der Diagnose Herzinfarkt erfahren. Solche Fälle sind selten, und man kann von Glück sprechen, wenn sie rechtzeitig erkannt werden, bevor Schlimmeres passiert.

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Was ist bei einem Herzinfarkt zu tun?

Im Falle von Beschwerden, die auf einen Herzinfarkt hindeuten, muss der Notruf 112 verständigt werden. Im Krankenhaus kann man in fast allen Fällen die betroffene Ader im Herzen wieder öffnen, sodass das Blut wieder fließen kann. Dabei zählt aber jede Minute, auch um Schäden am Herzmuskelgewebe zu minimieren und damit das Risiko von Langzeitfolgen wie einer Herzschwäche gering zu halten.

Während man auf den Rettungswagen wartet, macht man in der Regel nichts falsch, wenn man 100 Milligramm Acetylsalicylsäure, die etwa in einer Tablette Aspirin stecken, zu sich nimmt. Weil das positiv auf die Blutplättchen wirkt.

Sonst gilt: Ruhe bewahren und nach Möglichkeit jemanden verständigen, um nicht alleine zu sein. Denn die größte unmittelbare Gefahr eines Herzinfarkts ist das Auftreten von bösartigen Herzrhythmusstörungen, die innerhalb von Minuten zum Herzstillstand führen können. Dann ist es wichtig, dass jemand da ist, der sofort eine Herzdruckmassage durchführen kann.

Mit Material von dpa