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Ein Überblick

Laborwerte – die Bedeutung der Abkürzungen auf Ihrem Blutbild

Blutbild: Abkürzungen
Abkürzungen und Fachbegriffe: Ein Blutbild sieht für viele Patienten kryptisch und verwirrend aus. Am besten besprechen sie mit ihrem Arzt, was die Laborwerte genau bedeutenFoto: Getty Images

Nach einer Blutuntersuchung und dem anschließenden Arztgespräch wollen viele Patienten den Laborbericht zu Hause noch einmal in Ruhe lesen. Doch in dem Bericht wimmelt es von Fachbegriffen und Abkürzungen. Ein Überblick über die wichtigsten Werte.

GPT, GOT und RBC – das stammt nicht aus einem berühmten Hip-Hop-Song. Es handelt sich um gängige Abkürzungen aus einem Laborbericht nach einer Blutuntersuchung. Fast jeder dürfte irgendwann einmal das Ergebnis eines solchen Blutbilds bekommen haben, im Rahmen eines Gesundheits-Check-ups oder vor einem Eingriff. Doch die Laborwerte sind kaum zu verstehen, wenn man nicht weiß, was sich hinter den Abkürzungen versteckt. Zwar sollte man immer gemeinsam mit dem Arzt zu schauen, was welcher Wert für den Einzelnen bedeutet, doch es schadet nicht zu wissen, wofür welche Laborwerte steht. Ein Überblick.

Blutfette

Zu den Blutfetten, auch Lipide genannt, gehört unter anderem Cholesterin. Das Blutbild gibt Aufschluss über das LDL-Cholesterin (Abkürzung für Low Density Lipoprotein) und das HDL-Cholesterin (High Density Lipoprotein). LDL sorgt dafür, dass das in der Leber produzierte Cholesterin den Körper versorgt, während HDL ein Zuviel an Cholesterin zurück zur Leber transportiert. Je niedriger der LDL-Cholesterinwert ist, desto besser.

Welcher LDL-Wert ist optimal?

Ideal ist ein LDL-Wert von unter 160 Milligramm (mg) pro Deziliter (dl). Ist der LDL-Wert wiederholt darüber, dann ist dies ein Risikofaktor für Arterienverkalkung.

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Glukose

Glukose, umgangssprachlich auch Blutzucker genannt, wird meist nüchtern gemessen.

Was bedeuten die Glukose-Laborwerte?

Nüchtern-Blutzuckerwerte unter 100 mg/dl gelten als normal. Wird mehrfach ein Nüchternwert von mehr als 126 mg/dl gemessen, dann wird die Diagnose Diabetes mellitus gestellt. Ein Nüchternzucker zwischen 100 und 125 mg/dl weist auf eine gestörte Glukosetoleranz hin. Das bedeutet aber nur ein erhöhtes Risiko, in der Zukunft an Diabetes zu erkranken. Eine Krankheit ist das noch nicht.

Ein mehrfach niedriger Glukosewert kann auf eine Unterzuckerung hindeuten. Dann ist schnelles ärztliches Handeln gefragt, denn das kann lebensgefährlich sein.

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Nierenwerte

In der Regel werden Harnstoff und Kreatinin untersucht.

Welche Nierenwerte sind normal?

  • Normalwerte für Harnstoff: 17 bis 43 mg/dl (Frauen), 18 bis 55 mg/dl (Männer)
  • Normalwerte für Kreatinin: 0,66 bis 1,09 mg/dl (Frauen), 0,84 bis 1,44 mg/dl (Männer)

ind die Werte überhöht, dann liegt zumeist eine Funktionsstörung der Nieren vor. Niedrige Nierenwerte sind indes nicht unbedingt Anzeichen einer Erkrankung.

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Leberwerte

Übermäßiger Alkoholkonsum kann erhöhte Leberwerte zur Folge haben. Dadurch kann die Leber Schaden nehmen, und lebenswichtige Funktionen wie der Stoffwechsel sind gestört. Kontrolliert werden im Blutbild die vier Enzyme mit folgenden Abkürzungen:

  • GOT: Glutamat-Oxalacetat-Transaminase
  • GPT: Glutamat-Pyruvat-Transaminase
  • Gamma-GT: Gamma-Glutamyl-Transferase
  • AP: alkalische Phosphatase

Welche Leberwerte sind normal?

 FrauenMänner
GOTbis 35 U/lbis 50 U/l
GPTbis 35 U/lbis 50 U/l
AP35 - 104 U/l40 - 129 U/l
Gamma-GTbis 42 U/lbis 60 U/l
U/l steht für Units per liter, also: Einheiten pro Liter

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Erythrozyten

Das sind die roten Blutkörperchen – im Laborbericht werden sie häufig mit RBC oder ERY abgekürzt. Die Erythrozyten sind dafür zuständig, den Sauerstoff durch den Körper zu schleusen.

Welche Erythrozyten-Werte sind normal?

  • Frauen: 4,0 bis 5,4 Millionen je Mikroliter
  • Männer: 4,3 bis 5,6 Millionen je Mikroliter

Liegen die Werte darüber, dann kann dies auf einen verminderten Sauerstoffgehalt im Blut infolge von Herz- oder Lungenerkrankungen hindeuten. Ursache für erhöhte Werte kann etwa ein starker Tabakkonsum sein. Zu wenig „Erys“ sind möglicherweise ein Hinweis auf einen Eisenstoffmangel. Es kann aber auch ein Hinweis auf eine Tumorerkrankung sein.

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Leukozyten

Sie gehören zu den weißen Blutkörperchen – abgekürzt LEUK oder WBC. Leukozyten haben die Aufgabe, Krankheitserreger abzuwehren. Es gibt drei Gruppen:

  • Granulozyten
  • Monozyten
  • Lymphozyten

Welche Leukozyten-Werte sind normal?

Bei Frauen und Männern sollten die Werte zwischen 4000 und 10.000 Blutkörperchen je Mikroliter liegen.

Zu hohe Werte weisen auf eine akute Infektion mit Bakterien, Pilzen oder Parasiten hin. Ist der Wert zu niedrig, dann kann dies ein Indiz unter anderem für Lebererkrankungen oder eine Vergrößerung der Milz sein.

Thrombozyten

PLT oder TRHO sind die Abkürzungen beim Blutbild für Thrombozyten. Das sind kleine, scheibenförmige Plättchen im Blut. Sie sind wichtig bei der Blutgerinnung.

Welche Thrombozyten-Werte sind normal?

Zwischen 150.000 und 400.000 Thrombozyten je Mikroliter sind bei Frauen wie Männern normal.

Ein erhöhter Wert kann Hinweis auf eine schwere Infektion sein. Die Thrombozyten-Werte geben wichtige Hinweise auf Erkrankungen. Niedrige Werte haben unter Umständen ihre Ursache in schwerem Eisenmangel oder in Vitamin-B12-Mangel, aber auch Blutarmut oder Leukämie sind möglich.

Hämoglobin

Hämoglobin ist ein roter Blutfarbstoff. Die Abkürzungen im Blutbild: HGB oder HG. Zu seinen Aufgaben gehört es, Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid im Blut zu binden.

Welche Hämoglobin-Werte sind normal?

  • Frauen: 12 bis 16 Gramm je Deziliter
  • Männer: 14 bis 18 Gramm je Deziliter

Sind die Werte niedriger, ist dies womöglich ein Hinweis auf eine Eisenmangelanämie. Höhere Werte können das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen.

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Hämatokrit

Hämatokrit (Abkürzung: HCT, HKT oder HK) gibt an, wie das Verhältnis von festen und flüssigen Bestandteilen im Blut ist.

Welche Hämatokrit-Laborwerte sind normal?

  • Frauen: 37 bis 45 Prozent
  • Männer: 40 bis 52 Prozent

Ein hoher Wert ist ein Indiz dafür, dass das Blut dickflüssig ist. Dann besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden. Bei erhöhten Werten besteht ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen, aber auch für einen Schlaganfall. Ein niedriger Wert kann auf Blutarmut hindeuten.