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Stoffwechselerkrankung

Woran erkennt man eine Schilddrüsenunterfunktion?

Illustration Schilddrüse
Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion werden oft anderen Krankheiten zugeordnet. Dabei ist die Stoffwechselerkrankung effektiv behandelbar.Foto: Getty Images

Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Verstopfung sind nur ein paar der Beschwerden, die bei einer Funktionsstörung der Schilddrüse auftreten können. Durch die unspezifischen Symptome bleibt die Schilddrüsenunterfunktion meist lange unentdeckt.

Bei Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion werden nicht genug Schilddrüsenhormone produziert. Das verlangsamt und stört den Stoffwechsel. Betroffene leiden unter Gewichtszunahme, Müdigkeit und Verstopfung. Alles Symptome, die oft nicht sofort mit einer Schilddrüsenunterfunktion in Verbindung gebracht werden. FITBOOK gibt einen Überblick über Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ, das sich unterhalb des Kehlkopfs an die Luftröhre schmiegt. Die kleine Drüse kontrolliert, wie unsere Zellen Energie aus unserer Nahrung aufnehmen. Das heißt, die Schilddrüse ist an beinah jedem menschlichen Stoffwechselprozess beteiligt. Sie steuert Herzschlag sowie Körpertemperatur und hat Einfluss auf chemische Abläufe im Gehirn, unsere Verdauung oder unseren Kalorienverbrauch.

Wenn die Schilddrüse gestört ist bzw. die Produktion von den Schilddrüsenhormonen Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), dann werden der gesamte Energiestoffwechsel beeinträchtigt und die Stoffwechselfunktionen verlangsamt. Bleibt eine Schilddrüsenunterfunktion unentdeckt, kann das zu Folgebeschwerden wie bspw. Bluthochdruck und Unfruchtbarkeit führen.1,2

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Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

Die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion variieren von Person zu Person und sind oft schwer zu identifizieren. Dabei treten am häufigsten auf:

  • Müdigkeit
  • starkes Kälteempfinden
  • Gewichtszunahme
  • Langsamer Puls
  • trockene Haut, spröde Haare
  • aufgequollenes Gesicht
  • Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Verstopfung, Blähungen
  • Konzentrationsstörungen
  • depressive Verstimmung

Die Symptome können sich über den Verlauf einer Erkrankung verschlimmern, da bei einer unentdeckten Schilddrüsenunterfunktion die Drüse schrittweise weniger arbeitet.3

Diagnose: Ein Bluttest schafft Klarheit

Wenn einem einige der Symptome bekannt vorkommen, sollten man einen Bluttest in Betracht ziehen. Anhand des TSH-Werts im Blut kann man eine Schilddrüsenerkrankung erkennen. TSH (Thyroid Stimulating Hormone) ist ein in der Hirnanhangdrüse produziertes Hormon. Der TSH-Wert signalisiert, ob die Schilddrüse genügend Hormone produziert. TSH hat die Aufgabe, die Schilddrüse zur Hormonproduktion anzuregen. Ist der TSH-Wert erhöht, kann das auf einen Mangel an Schilddrüsenhormonen hindeuten.4

Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion

Die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion ist die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis. Das gesunde Immunsystem wehrt unbekannte Bakterien und Viren in unserem Körper mit körpereigenen Immunabwehrzellen ab. Manchmal verwechselt der Körper, welche Zellen gesund sind und welche bekämpft werden sollen. Bei Hashimoto-Thyreoiditis erkennt der Körper die Schilddrüse als ein Fremdgewebe und attackiert sie mit körpereigenen Abwehrzellen. Das führt zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse, die auf Dauer die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigt.

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Medikamente wie bestimmte Herz- und Krebsmedikamente oder Anti-Depressiva können ebenfalls die Aktivität der Schilddrüse hemmen. Genauso kann eine Störung in der Hormonbildung vorliegen. Wenn bspw. der Hypothalamus in seinen Funktionen gestört ist, kann ebenfalls kein Schilddrüsenstoffwechsel stattfinden. In sehr seltenen Fällen kann ein schwerer Jodmangel zu einer Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktionen führen, da die Schilddrüse Jod und Eiweiß braucht, um ihre Hormone herzustellen. 5

Wer hat ein besonders hohes Risiko?

Frauen sind häufiger von einer Schilddrüsenunterfunktion betroffen als Männer. Außerdem können Vorerkrankungen wie Diabetes Typ 1 und 2, sowie Autoimmunerkrankungen ein Risikofaktor für eine unteraktive Schilddrüsenfunktion sein. Alter und Genetik spielen auch eine Rolle. Daher sollten über 60-Jährige regelmäßig ihre Schilddrüsenwerte überprüfen lassen. Das gilt ebenfalls für Personen, die genetisch prädisponiert sind.6,7

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Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion

Wenn eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert wird, gibt es keinen Grund zur Panik. Meistens sind Betroffene erleichtert, endlich eine Erklärung für ihre vielfältigen Symptome zu bekommen.

Die Behandlungsmethoden sind in der Regel auch sicher, einfach und effektiv. Man kann bspw. mit Hormonersatztherapie die Schilddrüsenhormone künstlich ersetzen. Die Einnahme der Tabletten muss ein Leben lang erfolgen. Natürlich hängt das auch von der jeweiligen gesundheitlichen Ausgangslage ab. Schwangere oder Vorerkrankte müssen einen individuellen Therapieansatz mit ihrem Arzt erarbeiten.8

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Worauf ist bei Ernährung und Sport zu achten?

Es gibt keine konkreten Ernährungstipps bei einer Schilddrüsenunterfunktion. Dennoch ist es ratsam, eine ausgewogene Diät mit viel Vollkorn, magerem Protein, Obst und Gemüse zu führen. Jodhaltige Lebensmittel werden ebenfalls empfohlen.⁹

Bei Sport sollte man auf leichte Sportarten wie Walking oder Yoga zurückgreifen. Auch moderat-anstrengende Sportarten wie Tai-Chi sind geeignet und können zudem beim Abnehmen helfen. Insbesondere das Bauchfett kann man damit schmelzen lassen, wie FITBOOK berichtete. Da es bei einer Schilddrüsenunterfunktion zu Muskelschmerzen kommen kann, sollte auf Krafttraining oder andere stark Muskel-beanspruchende Aktivitäten verzichtet werden. Aber auch dabei kommt es auf das individuelle Empfinden an.

Quellen:
1. Luboshitzky, R. et al. (2004). Risk Factors for Cardiovascular Disease in Women with Subclinical Hypothyroidism.
2. National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (2017). Tyroid Diseas and Pregnancy.
3. American Thyroid Association (abgerufen 2021). Hypothyroidism (underactive).
4. Deutsches Schilddrüsen Zentrum (abgerufen 2021). Diagnose einer Schilddrüsenerkrankung.
5. Deutsches Schilddrüsen Zentrum (abgerufen 2021). Schilddrüsenunterfunktion.
6. National institute of diabetes and digestive and kidney diseases (2021). Hypothyroidism (Underactive Thyroid).
7. Dunn, D. (2015). Hypothyroidism in Women.
8. Hueston, W.J. (2001). Treatment of Hypothyroidism.
9. Schilddrüsenpraxis Josefstadt. Ernährung und Schilddrüse.

Weitere Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (abgerufen 2021). Schilddrüsenunterfunktion.
Kharrazian, D. (2021). Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto anders behandeln.