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Jetzt ist Saison!

Die gesundheitlichen Vorteile von Rhabarber

Rhabarber gesund: Rhabarber-Stangen
Rhabarber enhtält zwar nicht viele Vitamine, ist aber dennoch sehr gesund. Als Extrakt kann es bei Überdosierung aber auch schädlich sein.Foto: Getty Images

Vitamine und Mineralstoffe? Eher mau! Und doch ist Rhabarber super gesund mit wahrlich medizinischen Eigenschaften. Unbedingt zugreifen, aber mit Vorsicht!

Der Rhabarbar stammt ursprünglich aus dem Himalaya und ist eine seit Jahrtausenden verwendete Heilpflanze. Hierzulande nutzt man seine fruchtig-säuerlichen Stangen als Zutat für sommerliche Kuchen, Kompotts, Saucen oder Marmeladen. Nach Europa kam der Rhabarber – der übrigens ein Gemüse und kein Obst ist – erst im 18. Jahrhundert. FITBOOK erklärt, was den Rhabarber so gesund macht und warum man ab Juli die Finger von ihm lassen sollte.

Diese Nährstoffe stecken im Rhabarber

Mit 21 Kilokalorien pro 100 Gramm kommt der Rhabarber so schlank daher wie seine Form. Aber auch in Sachen Vitaminen und Mineralstoffen ist nicht viel los: ein bisschen Vitamin C (13 Prozent des Tagesbedarfs pro 100 Gramm), ein paar B-Vitamine (alle unter 2 Prozent) etwas Magnesium (3 Prozent), und einen Hauch Eisen, Zink sowie Selen (jeweils 1 Prozent). Einzige Ausnahme: Vitamin K. Davon liefert der Rhabarber gesunde 37 Prozent pro 100 Gramm.1 Zur Erinnerung: Ohne Vitamin K wäre es dem Körper nicht möglich, selbst die kleinste Blutung zu stoppen. Außerdem hemmt es den Knochenabbau bei Frauen in den Wechseljahren und scheint neuesten Forschungen zufolge bei verschiedenen Zellprozessen involviert zu sein. Vor allem, was ihre Reparatur und Regulation in Nieren, Augen und Blutgefäßen betrifft.

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Rhabarber hat mehr Antioxidantien als Grünkohl

Keine Vitaminbombe, aber dafür randvoll mit Antioxidantien. Eine Studie hat den Gehalt mit dem des Grünkohls verglichen und festgestellt, dass Rhabarber weit mehr davon zu bieten hat.2 Das muss ein Lebensmittel erstmal schaffen, denn Grünkohl gehört mit Abstand zu den nährstoffreichsten Lebensmitteln der Welt (FITBOOK berichtete). Von einer Untergruppe, den sogenannten Anthocyanen, welche den Rhabarber-Stangen übrigens ihre schöne rote Farbe verleihen, stecken besonders viele drin. Und diese bei Weitem noch nicht zu Ende erforschte Pflanzenverbindung hat es in sich: Sie verhindert und repariert Zellschäden, sodass zahlreiche chronische Erkrankungen gar nicht erst entstehen können. Anthocyane wehren Krebszellen ab, schützen vor Diabetes, verbessern die Sehkraft und unterdrücken offenbar eine ungesunde Gewichtszunahme.3 Anthocyane sind quasi essbare „Mini-Mediziner“, die Krankheiten verhindern, bevor sie entstehen können.

Anthocyane und Bioverfügbarkeit noch immer nicht abschließend geklärt

Leider weiß man bis heute nicht eindeutig, wie es um die Bioverfügbarkeit der Anthocyane bestellt ist, also wie viel davon der Körper überhaupt aufnehmen und verwenden kann. Allerdings gibt es neuere Forschungen, die herausgefunden haben wollen, dass es gar nicht Anthocyane selbst, sondern ihre Abbauprodukte sind, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken.4

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Schützt die Leber nach großen Mengen Alkohol

Zu tief ins Glas geschaut? Rhabarber könnte dazu beitragen, dass die Leber Alkoholexzesse ohne größere Schäden übersteht. Zumindest sorgte in Studien die Einnahme von Rhabarber-Extrakt für eine verbesserte Lebergesundheit und eine schnellere Regeneration des Lebergewebes.5 Die darin enthaltenden Phytochemikalien scheinen Entzündungen abzuwehren, die in der Regel mit dem Rauschtrinken einhergehen. Doch ist auch Vorsicht geboten. Denn eine falsche Dosierung kann paradoxerweise Leberschäden verursachen und sollte nur klinisch bzw. unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden.6 Dies betrifft allerdings nur das Extrakt. Die Rhabarber-Stangen bleiben auch dann doch gesund, wenn man sie massenhaft verputzt.

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Rhabarber in der traditionellen chinesischen Medizin

Rhabarber spielt in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) seit jeher eine bedeutende Rolle. Hierfür werden allerdings vor allem die Wurzeln verwendet, welche als Tee, Pulver oder Extrakt zum Einsatz kommen. TCM-Ärzte setzen die Rhabarber-Präparate erfolgreich bei chronischem Nierenversagen, bei schwerer akuter Pankreatitis (SAP), Sepsis (Blutvergiftung) und Verstopfung ein.7 Die positive Wirkung auf die Darmgesundheit hat sich übrigens auch in der westlichen Schulmedizin herumgesprochen. Im ballaststoffreichen Rhabarber steckt eine Verbindung namens „Sennosid A“, die auch heute noch ein wichtiger Bestandteil in vielen pflanzlichen Abführmedikamenten ist.8

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Und sonst noch?

Obwohl Rhabarber als alte Heilpflanze gilt, wurde sie bislang überraschend wenig erforscht. Es gibt Hinweise, dass sie blutreinigende und entgiftende Eigenschaften hat und Frauen die Wechseljahre erleichtert, indem sie Hitzewallungen reduziert und Hormonschwankungen ausbalanciert.9 Außerdem senkt der regelmäßige Verzehr den Cholesterinspiegel, was wiederum der Herzgesundheit zugutekommt.10 Und zu guter Letzt gilt Rhabarber – passend zum Frühling – als wirkungsvolles Aphrodisiakum.

Vorsicht, Oxalsäure – darum ist Rhabarber ab Juli tabu

Der erfrischend-säuerliche Geschmack ist auch der Oxalsäure zu verdanken. Oxalate sind die Salze der Oxalsäure, die als Stoffwechselprodukte im Körper gebildet werden. Diese binden wiederum Kalzium an sich, was Nierensteine verursachen kann. (FITBOOK berichtete). In geringen Mengen steckt der Körper den sogenannten Anti-Nährstoff gut weg, und durch Erhitzen wird einiges davon zerstört. Doch leider hat Rhabarber die weniger gesunde Angewohnheit, mit Fortschreiten des Sommers immer mehr Oxalsäure zu bilden. Daher endet seine Saison traditionell Ende Juni – übrigens zusammen mit dem Spargel.

Quellen