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Gehyptes Nahrungsergänzungsmittel

Macht Maca wirklich gesünder und leistungsfähiger?

Maca-Pulver
Besser-Esser setzen vermehrt auf Maca-Pulver, um ihre Ernährung um wichtige Inhaltsstoffe (z.B. Vitamine, Kalium, Eisen und Ballaststoffe) zu ergänzen. Wie sinnvoll ist das?
Foto: Getty Images

In Südamerika vertraut man von jeher auf die Kräfte der Maca-Pflanze. In den vergangenen Jahren hat sich das pulverisierte Extrakt des Kreuzblütengewächses auch in Deutschland verbreitet – nicht nur als Küchenzutat und unter Naturheilkundlern, sondern auch als Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Maca soll eine heilende und potenzsteigernde Wirkung haben. Klingt nach Superfood. Aber ist es das auch?

Was ist eigentlich Maca?

Die Maca-Pflanze ist rein optisch eine Kreuzung aus Radieschen und Steckrübe. Sie besteht aus einer Knolle, die geschmacklich als nussig-erdig beschrieben wird, und auch ihre kresseartigen Blätter sind essbar. In ihrer peruanischen Heimat wird Maca seit etwa 2000 Jahren angebaut, daher auch ihr Spitzname „Peru Ginseng“.

Maca gibt es in Schwarz, Gelb und Rot. Sie ist ein fester Bestandteil der südamerikanischen Küche, vergleichbar etwa mit unserer Kartoffel, und kann im Ofen gegart, gekocht oder als Brei serviert werden. Davon verspricht man sich nicht nur satt zu werden, sondern auch verschiedene heilende Eigenschaften.

Maca-Knollen

In Südamerika bekommt man vielerorts frische Maca auf dem Markt
Foto: Getty Images

Maca als Aphrodisiakum

In Deutschland findet man frische Maca allenfalls im sehr gut sortierten Reformhaus oder im heimischen Garten, vorausgesetzt, man hat entsprechendes Saatgut eingepflanzt.

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Die anregende Wirkung soll sogar in wissenschaftlichen Studien belegt worden sein. Beispielsweise haben chinesische Forscher bei Mäusen, die Maca-Pulver bekommen haben, eine drei Mal so starke sexuelle Aktivität gemessen wie bei den Test-Mäusen. Hier der Link zum Abstract. Wichtig: Die Chinesen räumten damals ein, dass ihre Untersuchung kaum repräsentativ ist. Und: dass weitere Untersuchungen nötig sind, um die Nutzbarkeit als pflanzliches Potenzmittel einschätzen zu können.

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Was bringen Maca-Supplements wirklich?

FITBOOK hat beim Experten nachgefragt, ob Maca-Pulver wirklich so viel hält, wie es verspricht. Und Ernährungswissenschaftler Sven-David Müller versichert uns, dass nein. „In den Anden ist Maca ein Nahrungsmittel“, erklärt er, „eine kohlenhydratreiche Knolle.“ Er zieht wieder den Vergleich mit unserer Kartoffel, die ebenfalls Kohlenhydrate enthalte, zudem „Eiweiß und natürlich auch Kalzium oder andere Inhaltsstoffe – alle Lebensmittel haben Inhaltsstoffe. Das macht sie noch lange nicht zu einem Potenzmittel.“

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Lecker – aber kein Superfood

Als Pulver verleiht der Exot Getränken und Speisen einen malzigen, leicht süßlichen Geschmack. Letzterer kann (auch) mit den zugesetzten Süßungsmitteln zusammenhängen, und das ist auch schon das nächste Problem: Laut Müller kommt in Maca-Präparaten die namensgebende Zutat zu kurz, dabei seien sie „extrem teuer, reich an Zucker, Maltodextrin (aus Stärke künstlich hergestelltes Kohlenhydrat, Anm. d.Red.) oder anderen Füllstoffen“.

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Soll heißen: Wenn Maca, dann die Knolle selbst. „Sie schmeckt gut und riecht toll nach Moschus“, findet der Fachmann.