1. Oktober 2026, 20:01 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Tom Hiddleston ist nicht nur als Loki bekannt, sondern auch für seine körperliche Verwandlungsfähigkeit. Für seine Rollen hat der britische Schauspieler schon ordentlich Muskelmasse aufgebaut und sich auf extreme körperliche Anforderungen vorbereitet. Doch sein heutiges Fitnessgeheimnis ist weniger spektakulär, als man vermuten könnte. Im Gespräch mit „Men’s Health“ verrät der 45-Jährige, was Bewegung für ihn bedeutet.
Sein Ansatz klingt einfach: laufen, den eigenen Körper vielseitig trainieren und vor allem konsequent dranbleiben. Hiddleston versucht nicht, jeden Tag möglichst hart zu trainieren oder einem bestimmten Körperideal hinterherzulaufen. Vielmehr geht es ihm darum, seinen Körper langfristig leistungsfähig zu halten. Dabei kombiniert er Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und funktionelle Übungen. Sein Credo: Fitness soll sich auch im Alltag bemerkbar machen. Dies verriet er im „Men’s Health“-Interview – stilgerecht zum Teil während eines Eisbads.
Wenn Laufen zum „Happy Place“ wird
Eine zentrale Rolle in Hiddlestons Fitnessroutine spielt das Laufen. Der Schauspieler läuft seit vielen Jahren und bezeichnet es als seine persönliche Grundlage. Dabei geht es ihm nicht ausschließlich darum, Kalorien zu verbrennen oder seine Ausdauer zu verbessern. Für Hiddleston ist Laufen gleichzeitig eine Form der Meditation und eine Möglichkeit, den Kopf freizubekommen.
„Laufen ist mein Wohlfühlort“, erklärt er. Dabei könne er besonders gut nachdenken: „Hier habe ich meine besten Ideen. Hier löse ich auch meine Probleme.“ Das Laufen erfüllt für ihn damit eine doppelte Funktion: Es hält ihn körperlich fit und gibt ihm Zeit, sich ohne Ablenkung mit seinen Gedanken zu beschäftigen.
Auch interessant: Transformation! Wie Dave Bautista im Alter von 55 Jahren 34 Kilo verlor
Besonders treffend beschreibt Hiddleston die Ehrlichkeit des Laufens. „Es hat etwas sehr Ehrliches, einen Fuß vor den anderen zu setzen, einen Atemzug nach dem anderen, einen Schritt nach dem anderen. Die Laufstrecke lügt nicht.“ Für ihn zählt also nicht nur die Leistung, sondern auch das Gefühl für den eigenen Körper. An manchen Tagen geht es schneller, an anderen langsamer – entscheidend ist, überhaupt in Bewegung zu bleiben.
Ein guter Körper muss mehr können als gut aussehen
Hiddlestons Trainingsphilosophie geht aber weiter. Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination sollen zusammenspielen. Einen bestimmten Muskel möglichst groß zu machen, steht dagegen nicht im Mittelpunkt. Sein Grundgedanke: Der Körper profitiert davon, wenn er immer wieder mit unterschiedlichen Bewegungen konfrontiert wird. „Der Körper liebt es, überrascht zu werden“, lautet seine Devise.
Das passt zu den Anforderungen, die sein Beruf an ihn stellt. Als Schauspieler muss der Brite für unterschiedliche Rollen verschiedene körperliche Voraussetzungen mitbringen. Mal ist Muskelmasse, mal Ausdauer oder Beweglichkeit gefragt. Sein Training soll ihn deshalb nicht nur optisch verändern, sondern ihn tatsächlich leistungsfähiger machen.
In Rekordzeit zu Loki
Wie intensiv eine solche körperliche Vorbereitung sein kann, zeigte sich bei Hiddlestons Rolle als Loki im Marvel-Film „Thor“ (2011). Damals bekam er nur wenig Zeit, um möglichst viel Muskelmasse aufzubauen.
„Sie haben mir sechs Wochen gegeben“, erinnert er sich. Die kurze Zeitspanne erforderte intensives Training und wurde auch zu einer mentalen Herausforderung. Seine Einstellung dazu beschreibt er mit den Worten: „Wirf deine ganze Seele hinein und sieh, was passiert. Alles oder nichts. Keine Zweifel. Zögere nicht.“
Diese Herangehensweise half ihm, innerhalb kurzer Zeit sichtbare körperliche Veränderungen zu erreichen. Gleichzeitig hat sich seine Einstellung zum Training weiterentwickelt. Heute steht nicht mehr allein die schnelle Transformation für eine Filmrolle im Mittelpunkt. Viel wichtiger ist ihm, dauerhaft fit und belastbar zu bleiben.
Für „Tenzing“ musste der ganze Körper funktionieren
Auch für seine jüngere Rolle als Bergsteiger Sir Edmund Hillary in „Tenzing“ (2026) musste Hiddleston seinen Körper gezielt vorbereiten. Hier ging es weniger um möglichst großen Muskelumfang als um funktionelle Fitness. Wer einen Berg besteigt, braucht starke Beine, einen stabilen Rumpf, Kraft im Oberkörper und vor allem Ausdauer.
Er setzte deshalb auf ein Training, das verschiedene körperliche Fähigkeiten verbindet. Dazu gehören unter anderem Laufen, Übungen für Beine und Rumpf sowie Kraftübungen wie Klimmzüge. Auch intensive Ganzkörperübungen wie Burpees gehören zu seinem Repertoire.
Gerade Liegestütz-Strecksprünge sind ein gutes Beispiel für seinen Ansatz: Sie beanspruchen zahlreiche Muskelgruppen gleichzeitig und bringen das Herz-Kreislauf-System auf Touren. Hiddlestons Ziel ist es nicht, einzelne Muskeln isoliert zu trainieren. Sein Körper soll als Einheit funktionieren.
„Du brauchst kein Gym, um fit zu werden“
Interessant ist auch Hiddlestons Einstellung zu Trainingsgeräten. „Du brauchst kein Gym, um fit zu werden“, sagt er. Viele Übungen lassen sich mit dem eigenen Körpergewicht und der Umgebung durchführen.
Eine Bank, eine Treppenstufe oder sogar ein geeigneter Baum können zum Trainingsgerät werden. Entscheidend ist für ihn die Bereitschaft, sich zu bewegen und den Körper regelmäßig zu fordern. Wer laufen geht und mit dem eigenen Körpergewicht trainiert, hat bereits zahlreiche Möglichkeiten.
Dabei spielt insbesondere das Beintraining eine wichtige Rolle. Hiddleston betont, dass starke Beine eine entscheidende Grundlage für körperliche Leistungsfähigkeit sind. Ob beim Laufen, Klettern, Schwimmen oder Spielen mit den eigenen Kindern – kräftige Beine und ein stabiler Körper helfen im Alltag genauso wie bei einer Filmrolle.
Von „The Boys“ bis „Mortal Kombat“ – Karl Urbans hartes Training
Das brutale Bodyweight-Training von Spiderman-Star Tom Holland
Seine Kinder sind heute seine größte Motivation
Der vielleicht wichtigste Grund für Hiddlestons Training hat inzwischen allerdings nichts mehr mit Hollywood zu tun. Sein Antrieb hat sich mit dem Vatersein verändert. Heute möchte der Schauspieler vor allem für seine Kinder fit bleiben. „Ich möchte für meine Kinder fit und stark sein“, sagt Hiddleston. Gleichzeitig weiß er, dass Kinder ihre Eltern beobachten: „Ich bin ein Vorbild für sie.“ Sein Ziel ist deshalb nicht, ihnen ein bestimmtes Körperideal vorzuleben. Vielmehr möchte er zeigen, dass Bewegung und körperliche Aktivität selbstverständlich zum Leben gehören.1
Dranbleiben statt Extremtraining
Hinter Tom Hiddlestons Fitness steckt damit weniger ein geheimes Trainingsprogramm als eine bestimmte Haltung. Laufen bildet die Basis, ergänzt durch Krafttraining, Beweglichkeit und funktionelle Übungen. Statt den Körper ausschließlich auf sein Aussehen zu reduzieren, möchte Hiddleston ihn leistungsfähig und vielseitig halten.
Seine Fitnessreise zeigt auch, wie sich die Motivation im Laufe des Lebens verändern kann. Für „Thor“ ging es darum, in kürzester Zeit Muskelmasse aufzubauen. Für „Tenzing“ musste sein Körper vor allem ausdauernd und belastbar sein. Heute steht ein anderes Ziel im Mittelpunkt: Er möchte möglichst lange aktiv bleiben und mit seinen Kindern mithalten können.
Vielleicht liegt genau darin sein eigentliches Fitnessgeheimnis. Nicht in einem außergewöhnlichen Trainingsplan oder einem speziellen Trick, sondern in der Bereitschaft, regelmäßig etwas für den eigenen Körper zu tun. Oder, um es mit Hiddlestons Worten über das Laufen zu sagen: „Die Laufstrecke lügt nicht.“ Wer sich bewegt, merkt unmittelbar, wo er körperlich steht – und kann genau dort ansetzen.