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Proteinbombe aus Island

Ist Skyr besser als Magerquark oder Joghurt?

Ob im Frühstücks-Bowl oder nach dem Training – Skyr erfreut sich großer Beliebtheit als eiweißreicher Snack. Doch was macht die isländische Spezialität anders als Joghurt oder Quark?
Ob im Frühstücks-Bowl oder nach dem Training – Skyr erfreut sich großer Beliebtheit als eiweißreicher Snack. Doch was macht die isländische Spezialität anders als Joghurt oder Quark? Foto: Getty Images
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Julia Freiberger
Ernährungsexpertin

2. Juni 2026, 17:04 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten

Aus dem Supermarkt ist Skyr kaum noch wegzudenken. Und tatsächlich scheint das isländische Milchprodukt zwei Eigenschaften zu vereinen, die viele als ideal betrachten: einen hohen Eiweißgehalt sowie einen niedrigen Fettanteil. Aber ist Skyr besser als etwa Magerquark? Ein Vergleich der Nährwerte und Herstellungsverfahren zeigt, wie groß die Unterschiede zwischen den beliebten Milchprodukten tatsächlich sind.

Skyr hat in den vergangenen Jahren erfolgreich die Kühlschränke fitnessbewusster Menschen erobert. Das traditionelle isländische Grundnahrungsmittel überzeugt nicht nur mit seinem Proteingehalt, sondern liefert zudem wichtige Nährstoffe wie Kalzium und kann als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung gesundheitliche Vorteile bieten.

Wie Skyr hergestellt wird

Skyr gehört in Island bereits seit Hunderten Jahren zum Speiseplan und galt dort lange als wichtiges Grundnahrungsmittel. Die Herstellung ähnelt der von Quark, allerdings wird Skyr traditionell aus entrahmter Milch hergestellt. Dazu wird die Magermilch erwärmt und mit Milchsäurebakterien sowie Lab versetzt. Durch diesen Prozess gerinnt das Milcheiweiß und es entsteht eine feste Masse. Anschließend werden – ähnlich wie bei Quark – Molke und Bruch voneinander getrennt. Zum Schluss wird die Masse cremig gerührt, ohne dass Sahne zugesetzt wird. Das Ergebnis ist ein besonders fettarmes Milchprodukt mit hohem Eiweißgehalt.1

Geschmack und weitere Skyr-Produkte

Skyr hat einen leicht säuerlichen Geschmack und eine cremige, feste Konsistenz. Obwohl er häufig neben Joghurt im Kühlregal steht und ähnlich verzehrt wird, handelt es sich nicht um einen Joghurt, sondern um ein Frischkäseerzeugnis. In der Naturvariante lässt sich Skyr sowohl mit süßen als auch mit herzhaften Zutaten kombinieren.

Im Handel gibt es Skyr mittlerweile in zahlreichen Geschmacksrichtungen, darunter Erdbeere, Vanille, Himbeere oder Honig. Viele dieser Produkte liefern zwar ähnlich viel Eiweiß wie Natur-Skyr, enthalten jedoch zusätzlich Zucker oder andere süßende Zutaten. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich daher. Wer Zucker sparen möchte, greift am besten zur Naturvariante und kombiniert diese nach Belieben mit frischem Obst, Nüssen oder Gewürzen wie Zimt.

Die Nährwerte von Skyr

Die Nährwerte können je nach Hersteller und Produkt leicht variieren. Durchschnittlich enthalten 100 Gramm Natur-Skyr etwa:

  • Energie: 60 bis 70 Kilokalorien
  • Fett: 0,2 bis 0,5 Gramm
  • Protein: 10 bis 11 Gramm
  • Kohlenhydrate: 4 Gramm
  • Kalzium: etwa 120 bis 150 Milligramm

Nährwerte im Vergleich: Skyr, Magerquark, Joghurt griechischer Art

Skyr zeichnet sich durch einen hohen Eiweißgehalt bei gleichzeitig niedrigem Fettanteil aus und ist deshalb besonders bei Menschen beliebt, die auf eine proteinreiche Ernährung achten. Griechischer Joghurt enthält in der Regel weniger Eiweiß und deutlich mehr Fett: Je nach Produkt liefert er pro 100 Gramm etwa:

  • 6,5 Gramm Eiweiß,
  • 10 Gramm Fett,
  • rund 130 Kilokalorien
  • und 130 Milligramm Kalzium.

Deutlicher fallen die Unterschiede zum griechischen Joghurt aus. Dieser enthält zwar ebenfalls mehr Eiweiß als herkömmlicher Joghurt, liefert jedoch meist deutlich mehr Fett und Kalorien. Je nach Produkt sind es rund:

  • 6,5 Gramm Eiweiß,
  • 10 Gramm Fett
  • und etwa 130 Kilokalorien pro 100 Gramm.2

Auch beim Kalziumgehalt liegt Skyr mit etwa 120 Milligramm pro 100 Gramm vor Magerquark, der rund 90 Milligramm enthält. Griechischer Joghurt liefert mit etwa 120 bis 130 Milligramm ähnlich viel Kalzium wie Skyr.

Auch interessant: Griechischer Joghurt oder Naturjoghurt – was ist gesünder?

Und wie sieht es mit Labneh aus?

Neben Skyr, Magerquark und griechischem Joghurt gewinnt auch Labneh zunehmend an Beliebtheit. Das ursprünglich aus dem Nahen Osten stammende Milchprodukt wird aus Joghurt hergestellt, dem durch längeres Abtropfen ein Großteil der Molke entzogen wird. Dadurch erhält Labneh seine charakteristisch cremige, streichfähige Konsistenz.

Auch die Nährwerte unterscheiden sich von anderen Milchprodukten: Labneh liefert je nach Herstellung meist zwischen acht und zwölf Gramm Eiweiß sowie etwa zehn bis 15 Gramm Fett pro 100 Gramm. Damit enthält er häufig ähnlich viel Eiweiß wie Skyr, ist jedoch deutlich fettreicher und kalorienhaltiger.3

Geschmacklich ist Labneh leicht säuerlich und wird traditionell oft mit Olivenöl, Kräutern oder Gewürzmischungen wie Za’atar serviert. Ob letztendlich Skyr, Magerquark oder Labneh die bessere Wahl ist, hängt von den persönlichen Vorlieben und den jeweiligen Nährwerten des Produkts ab.

Skyr hat zwar günstiges Nährwerte-Verhältnis, aber…

Ernährungsexperte und Sportwissenschaftler Dr. Michael Despeghel bestätigt auf FITBOOK-Nachfrage: „Die Naturversion von Skyr enthält ein günstiges Verhältnis der Nährwerte, und der Genussfaktor ist für viele aufgrund der cremigen Konsistenz höher. Außerdem ist er, wie alle Milchprodukte, Omega-6-säurehaltig.“ Der Experte gibt jedoch zu bedenken, dass auch Skyr in Maßen genossen werden sollte, da die Botenstoffe von Omega-6-Fettsäuren im Übermaß entzündungsfördernd auf den Stoffwechsel wirken.

Sophie Brünke
Ernährungsexpertin

Meine gesunde Geheimzutat für Quark und Co.

„Egal, ob Skyr, Magerquark oder Joghurt: Alle enthalten, wie Dr. Despeghel erklärt, Omega-6-Fettsäuren. Allerdings in sehr überschaubaren Mengen, da der Gesamtfettgehalt ohnehin niedrig ist. Trotzdem lohnt es sich für unsere Herzgesundheit, genauer hinzuschauen. Denn viele essen zu wenig Omega-3-Fette und zu viele Omega-6-Fette, was Entzündungen fördert und Nährboden für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein kann. Optimal wäre ein Verhältnis von 5:1, bei vielen Menschen liegt es eher bei 20:1, erschreckend, oder? Hier kommt Leinöl ins Spiel. Das Omega-3-reiche Öl darf nicht erhitzt werden und schmeckt recht bitter, was seine Anwendung verkompliziert. Doch ein Teelöffel unter Quark oder Skyr gerührt, verdeckt die Bitterkeit und wertet das Milchprodukt mit herzgesunden Fetten auf.“

Das macht Skyr so gesund

Der isländische Frischkäse sättigt und dient dem Muskelerhalt

Proteine liefern dem Körper wichtige Aminosäuren, die unter anderem für den Aufbau und Erhalt von Muskeln benötigt werden. Milchprodukte wie Skyr enthalten hochwertiges Eiweiß mit allen essenziellen Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Zudem trägt Eiweiß dazu bei, länger satt zu bleiben, und kann dabei helfen, die Muskelmasse auch während einer kalorienreduzierten Ernährung zu erhalten.4

Eine kleine Studie mit 20 Frauen deutet darauf hin, dass ein proteinreicher Snack am Nachmittag das Sättigungsgefühl verbessern und die spätere Kalorienaufnahme reduzieren kann. Die Teilnehmerinnen nahmen im Durchschnitt rund 100 Kilokalorien weniger pro Tag zu sich als die Vergleichsgruppe.5

Skyr wirkt sich positiv auf die Darmflora aus

Hinzu kommt der Vorteil, dass es sich bei Skyr um ein fermentiertes Lebensmittel handelt. Fermentierte Milchprodukte enthalten Milchsäurebakterien, die zu einer vielfältigen Darmflora beitragen können. Da das Darmmikrobiom eng mit verschiedenen Körperfunktionen, darunter auch der Immunabwehr, verknüpft ist, wird der potenzielle gesundheitliche Nutzen fermentierter Lebensmittel intensiv erforscht.6

Mineralstoffe in Skyr unterstützen die Herzgesundheit

Skyr liefert Mineralstoffe, die für verschiedene Körperfunktionen wichtig sind. Dazu zählt insbesondere Kalzium, das unter anderem für die Erhaltung normaler Knochen und Zähne benötigt wird. Darüber hinaus enthält Skyr kleinere Mengen weiterer Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium, die unter anderem an der Regulation von Muskel- und Nervenfunktionen beteiligt sind.7

Eine klinische Studie deutet darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr von Milchprodukten im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung mit niedrigeren Blutdruckwerten assoziiert sein kann. Die Ergebnisse beziehen sich jedoch auf Milchprodukte insgesamt und lassen sich nicht direkt auf Skyr allein übertragen.8

Das Milchprodukt dient dem Erhalt der Knochengesundheit

Skyr liefert je nach Produkt etwa 120 bis 150 Milligramm Kalzium pro 100 Gramm. Der Mineralstoff ist unter anderem wichtig für die Erhaltung normaler Knochen und Zähne. Eine ausreichende Kalziumzufuhr über die Ernährung trägt dazu bei, die Knochengesundheit über die gesamte Lebensspanne zu unterstützen. Da die Knochenmasse insbesondere in jungen Jahren aufgebaut wird, spielt eine ausgewogene Ernährung bereits früh im Leben eine wichtige Rolle für die spätere Knochengesundheit.9

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Warum Skyr so beliebt geworden ist

Obwohl sich Skyr und Magerquark bei den Nährwerten stark ähneln, hat sich das isländische Milchprodukt in den vergangenen Jahren zu einem echten Trendlebensmittel entwickelt. Ein Grund dafür dürfte der anhaltende Fokus vieler Verbraucher auf eine proteinreiche Ernährung sein. Lebensmittel mit hohem Eiweißgehalt gelten häufig als besonders sättigend und werden oft mit Fitness, Muskelaufbau und einem gesundheitsbewussten Lebensstil in Verbindung gebracht.

Von dieser Entwicklung hat auch Skyr profitiert. Das Produkt wird gezielt als eiweißreiche Alternative zu herkömmlichen Milchprodukten vermarktet und spricht damit Menschen an, die beim Einkauf auf Nährwerte achten. Gleichzeitig kommt Skyr dem Wunsch vieler Verbraucher nach unkomplizierten, alltagstauglichen Proteinquellen entgegen.

Interessant ist dabei, dass die Unterschiede zu Magerquark aus ernährungsphysiologischer Sicht vergleichsweise gering sind. Beide Produkte liefern viel Eiweiß, wenig Fett und nur wenige Kalorien. Für viele Verbraucher spielen deshalb neben den Nährwerten auch Geschmack, Konsistenz und persönliche Vorlieben eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung.10

Fazit: Ist der isländische Frischkäse empfehlenswert?

Wer sich eiweißreich und fettarm ernähren möchte und nach einer Alternative zu Magerquark sucht, ist mit Skyr gut beraten. Die Naturvariante liefert viel Eiweiß, wenig Fett und enthält außerdem Kalzium.

Doch auch für Menschen, die keinen Sport treiben, kann Skyr eine gute Wahl sein. Er macht lange satt und passt gut in eine ausgewogene Ernährung. Man sollte allerdings wissen, dass sich Skyr und Magerquark bei den Nährwerten kaum unterscheiden. Der größte Unterschied liegt meist im Geschmack und in der Konsistenz: Skyr ist etwas cremiger und milder, Magerquark dafür oft günstiger.

Auch im Vergleich zu griechischem Joghurt schneidet Skyr gut ab. Er liefert ähnlich viel Eiweiß, enthält aber deutlich weniger Fett und Kalorien. Wer vor allem auf viel Eiweiß und wenig Fett achtet, ist daher mit Skyr oder Magerquark meist besser beraten.

Quellen

  1. AOK. Welches Milchprodukt ist gesünder: Joghurt, Quark oder Skyr? (aufgerufen am 02.06.2026) ↩︎
  2. DEBInet. Lebensmittel-/Produktanalyse (Kalorien, Nährstoffe, Nährwerte). (aufgerufen am 02.06.2026) ↩︎
  3. Arla. Was ist Labneh? (aufgerufen am 02.06.2026) ↩︎
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Protein. (aufgerufen am 02.06.2026) ↩︎
  5. Ortinau, L., Hoertel, H., Douglas, S. et al. (2014). Effects of high-protein vs. high- fat snacks on appetite control, satiety, and eating initiation in healthy women. Nutrition Journal. ↩︎
  6. Okoniewski, A., Małgorzata, D., Kusyk, P. et al. (2023). The Role of Fermented Dairy Products on Gut Microbiota Composition. Fermentation. ↩︎
  7. Efstratiadis, G., Sarigianni, M., Gougourelas, I. (2006). Hypomagnesemia and cardiovascular system. Hippokratia. ↩︎
  8. Drouin-Chartier, J., Gigleux, I., Tremblay, A. et al. (2014). Impact of dairy consumption on essential hypertension: a clinical study. Nutrition Journal. ↩︎
  9. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Calcium. (aufgerufen am 02.06.2026) ↩︎
  10. Hammer. Skyr – Die proteinreiche Fitness-Geheimwaffe aus Island. (aufgerufen am 02.06.2026) ↩︎

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