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Keimlinge und Sprossen

Microgreens – Vorteile für die Gesundheit und Risiken

In den Keimlingen von Rucola und Brunnenkresse steckt ein Vielfaches der Nährstoffe ihrer ausgewachsenen Pflanzen.
In den Sprösslingen von Rucola und Brunnenkresse steckt ein Vielfaches der Nährstoffe der ausgewachsenen Pflanzen Foto: Getty Images
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Nadja Demel Redakteurin

7. November 2025, 4:04 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Microgreens gelten als echtes Superfood. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralien und Sekundären Pflanzenstoffen. Doch der Verzehr von Keimlingen und Sprossen birgt auch Risiken. FITBOOK weiß, worauf man achten muss, um die gesundheitlichen Vorteile der Microgreens zu nutzen.

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Was sind Microgreens?

Unter dem Begriff Microgreens werden junge, essbare Kräuter- und Gemüsepflanzen verstanden, die bereits wenige Tage nach dem Aufkeimen verzehrt werden können und dadurch nicht nur mit ihrem feinen Aroma, sondern auch mit ihrem hohen Gehalt an wertvollen Nährstoffen überzeugen. Die Definition von Microgreens hängt eng mit ihrer Entwicklungsstufe zusammen: Sobald der Samen einer Pflanze aufgegangen ist und sich bereits eine kleine Triebspitze erkennen lässt, spricht man von einem Keimling. Dieser kann komplett verzehrt werden. Hat der Keimling bereits einen grünen Stängel und ein kleines Blättchen, bezeichnet man ihn als Sprössling. Die Wurzel ist dann meist nicht mehr genießbar. Lässt man die Sprossen noch einige Zeit weiterwachsen, bis sie viele kleine grüne Blättchen haben, nennt man sie Mikrogrün bzw. Microgreens.1

Microgreens wachsen aus den Samen von:

  • Getreide, z. B. Keimlinge aus Weizen, Roggen, Hafer und Gerste
  • Hülsenfrüchten, z. B. Mungbohne, Sojabohne und Adzukibohne
  • Kreuzblütler, z. B. Brokkoli, Rettich und Senf
  • Ölsaaten, z. B. Leinsamen, Sonnenblumen- und Kürbiskerne
  • Kleearten, z. B. Alfalfa und Bockshornklee2
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Warum sind Microgreens so gesund?

In den kleinen Pflänzchen steckt alles, was sie brauchen, um zu einer großen, gesunden Pflanze heranzuwachsen. Genau das macht Microgreens auch für den Menschen so gesund. Ihre Konzentration an Vitalstoffen ist um ein Vielfaches höher, als in der gleichen Menge der ausgewachsenen Pflanze. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralien, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen. Der Gehalt an den Vitaminen C, B1, B2, Niacin, Biotin, Carotin und Vitamin E sowie an den Mineralstoffen Magnesium, Kalium, Phosphor, Zink und Kalzium wird durch den Keimvorgang sogar noch verstärkt. Während der Ab- und Umbauprozesse der Pflanze verändert sich außerdem die Fett- und Proteinzusammensetzung der Keimlinge. So steigen in fettreichen Samen die Gehalte an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Aminosäuren an.

Unsere Kollegen von myHOMEBOOK erzählen, wie einfach es ist, Microgreens selbst anzubauen. Den Artikel finden Sie hier: Ganz einfach Microgreens selber anbauen

Brokkoli-Sprossen als Hoffnung in der Krebstherapie

In einer Studie der Uniklinik Heidelberg wurden Microgreens, insbesondere Brokkoli-Sprossen, auf ihren möglichen gesundheitlichen Nutzen in der Krebstherapie untersucht. Es zeigte sich, dass Brokkoli-Sprossen etwa 30- bis 40-mal mehr Senföle enthalten als die ausgewachsene Brokkoli-Pflanze. Diese Stoffe helfen dem jungen Sprössling, sich vor natürlichen Fressfeinden zu schützen, und tragen gleichzeitig dazu bei, seine positiven Wirkungen auf den menschlichen Organismus zu erklären.3 Von besonderer Bedeutung ist dabei das Senföl Sulforaphan. Dieses schwächt nachweislich das Krebswachstum und greift Tumorstammzellen an. In Laborstudien konnte bereits die Wirksamkeit von Brokkoli-Sprossen gegen die besonders aggressiven Tumorstammzellen des Bauchspeicheldrüsenkrebses gezeigt werden.

Auch interessant: Was sind sekundäre Pflanzenstoffe und warum sind sie so gesund?

Microgreens anpflanzen

Microgreens sind nicht nur äußerst gesund, sondern lassen sich auch ganz einfach und platzsparend selbst ziehen. Besonders unkompliziert gelingt das mit einem Sprossenglas, das kaum Platz benötigt und die Aufzucht ideal unterstützt.

  1. Schritt: Saatgut in einem Sieb kalt abspülen, von Steinen und Dreck befreien.
  2. Schritt: Saatgut in der dreifachen Menge Wasser einweichen. Die Einweichzeit beträgt je nach Sorte etwa zwölf bis 24 Stunden.
  3. Schritt: Einweichwasser wegschütten, Samen abspülen und nicht aufgequollene Samen aussortieren.
  4. Schritt: Samen ein bis zweimal am Tag mit klarem Wasser spülen. An einem luftigen Ort aufbewahren. Direkte Sonneneinstrahlung und Kälte vermeiden. Die Keimzeit variiert je nach Samenart.4

Risiken bei der Anzucht von Microgreens

Trotz ihrer gesundheitlichen Vorteile bergen frische Sprossen und Keimlinge auch mikrobiologische Risiken. So liegt schon bei den Samen, die als landwirtschaftliches Produkt über eine natürliche Keimflora verfügen und daher nicht steril sind, eine gewisse Keimbelastung vor. Um die Belastung möglichst gering zu halten, werden die Samen nach der Ernte gewaschen und die Keime in einem speziellen Verfahren reduziert.5

Um optimal zu keimen, benötigen die Sprossen Licht, Sauerstoff, Wärme und Feuchtigkeit. Leider ist dies auch das ideale Milieu für das Wachstum von unerwünschten Krankheits- und Verderbniserregern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher, die Microgreens unmittelbar vor dem Verzehr noch einmal zu blanchieren, um den Bakteriensatz zu verringern. Dies sei vor allem wichtig für Personen mit geschwächter Immunabwehr, Kinder und Schwangere.6

Quellen

  1. Bundeszentrum für Ernährung. Sprossen und Microgreens. (aufgerufen am 06.11.2025) ↩︎
  2. AOK. Microgreens für eine Extraportion Nährstoffe. (aufgerufen am 06.11.2025) ↩︎
  3. UK HD. Brokkoli & Co: Krebsprävention durch Ernährung. (aufgerufen am 06.11.2025) ↩︎
  4. AOK. Sprossen im Glas ziehen: So züchten Sie die gesunden Pflänzchen ganz einfach selbst. (aufgerufen am 06.11.2025) ↩︎
  5. Niedersächsiches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Sprossen und Keimlinge. Knackig, frisch, unbedenklich? (aufgerufen am 06.11.2025) ↩︎
  6. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Bei Sommerhitze verderben Lebensmittel schneller. (aufgerufen am 06.11.2025) ↩︎

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