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Schwimmlegende schwört drauf

Was bringt eigentlich Schröpfen?

Frau beim Schröpfen/Cupping
Seinen Ursprung hat das Schröpfen in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)
Foto: Getty Images

Man lege eine Saugglocke auf eine verspannte Muskelpartie und durch den Unterdruck soll dann der Schmerz gemildert werden, so die Theorie. Schröpfen, oder neudeutsch Cupping, nennt man das Ganze. Aber kann das funktionieren?

Bei den Olympischen Spielen von Rio konnte man 2016 auf dem Körper von Schwimmlegende Michael Phelps komische Flecken entdecken. Auch auf aktuelleren Instagram-Posts sind die roten Kreise immer wieder mal zu sehen. Die Erklärung: Phelps schwört auf das sogenannte Cupping, was unsere Mütter und Großmütter noch unter dem Begriff des Schröpfens kennen werden. Doch was hat es damit eigentlich auf sich?

Der Begriff Schröpfen stammt aus dem Bereich der Alternativmedizin und gehört zu den traditionellen Behandlungsmethoden bei Schmerzen, die auf das Bindegewebe zurückzuführen sind. Schröpfen wird heutzutage vor allem von Heilpraktikern durchgeführt und ist erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts wieder weit verbreitet. Viele schwören auf seine Anti-Schmerz-Wirkung, doch wissenschaftlich gesehen bleibt sie umstritten.

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Woher kommt das Schröpfen und wie funktioniert es?

Auch wenn erste Berichte bis ins Jahr 3300 v. Chr. zurückgehen, seinen Ursprung hat das Schröpfen in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Dort gehört es bis heute zu den anerkannten Methoden der gelehrten Medizin.

Schröpfen ist ein sogenanntes Ausleitungsverfahren, heißt: Giftstoffe sollen aus dem Körper gelangen, damit dieser entgiftet und „entschlackt“ wird. Hierbei wird darauf gesetzt, dass die Giftstoffe den Körper entweder direkt verlassen (s. nächster Absatz) oder aber an die Hautoberfläche gelangen und dann über das Lymphsystem abtransportiert werden. Dieser Vorgang basiert auf dem Vakuum in sogenannten Schröpfköpfen bzw. Saugglocken. Den Unterdruck erzeugt der Heilpraktiker, indem er die Luft mittels Schlauch oder Ballon abgesaugt – manchmal aber auch noch, indem er das Glas leicht erhitzt. Kühlt die Luft ab, zieht sie sich zusammen und es entsteht ein Vakuum.

Die drei Arten des Schröpfens

Es gibt insgesamt drei Schröpfmethoden, die alle das gleiche Ziel verfolgen, sich aber in der Wirkungsweise und Anwendung teils stark unterscheiden:

  • Beim trockenen Schröpfen werden die Sauggläser auf die Haut gesetzt und die Luft abgelassen. Das Vakuum, das hierbei entsteht, soll für eine stärkere Durchblutung im Bereich unter dem Schröpfkopf sorgen. Diese Variante wird vor allem bei chronischen Beschwerden angewandt.
  • Beim blutigen Schröpfen wird die Haut zunächst „angeritzt“. Danach werden Schröpfköpfe auf diese Stellen gesetzt. Das Blut tritt durch das Vakuum verstärkt aus, wodurch darin enthaltene Schadstoffe effektiver ausgeleitet werden sollen. Diese Methode wird bei akuten Beschwerden angewandt und soll zudem bewirken, dass das Blut wieder besser durch die Adern fließt.
  • Bei der Schröpfmassage wird die Haut zunächst eingeölt. Die Schröpfköpfe werden dann über die Haut gezogen, sodass ein stärkerer Effekt auftritt als bei einer reinen Massage. Muskeln werden auf diese Weise gelockert und die Durchblutung der behandelten Körperpartien soll angeregt werden. Zusätzlich sollen auch hier Giftstoffe über das Lymphsystem abtransportiert werden und das allgemeine Wohlbefinden verbessern.

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Wozu ist das Schröpfen tatsächlich gut?

Obwohl das Schröpfen seit Jahrtausenden angewandt wird, gibt es keine wissenschaftlichen Studien, die belegen, ob Giftstoffe durch das Schröpfen tatsächlich besser abgeleitet werden. Die verstärkte Durchblutung der behandelten Regionen ist zwar nachgewiesen. Unklar ist aber, warum es oftmals zu einer starken Verbesserung der Beschwerden kommt.

Grundsätzlich dient das Schröpfen dazu, Muskelverhärtungen und Verspannungen zu lösen. Der Clou: Die Muskeln werden nicht geknetet oder gedrückt, wie man es von normalem Massagen kennt, sondern durch den Unterdruck angezogen. Auch Rückenschmerzen werden häufig erfolgreich durch das Schröpfen am Rücken behandelt.

Unser Tipp: Einfach mal ausprobieren, Nebenwirkungen (neben den unschönen Flecken) sind schließlich nicht bekannt.