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Entzündung der Atemwege

Welche Symptome weisen auf eine akute Bronchitis hin?

Frau fasst sich an die Brust wegen eines Hustenanfalls.
Bei einer akuten Bronchitis sind die unteren Atemwege entzündet. Was für Symptome verursacht die Erkrankung?Foto: iStock / Aleksandr Rybalko

Bei einer akuten Bronchitis handelt es sich um eine Entzündung der unteren Atemwege. Unangenehme Symptome wie trockener und schleimiger Husten begleiten die Erkrankung. Wird die Bronchitis nicht richtig behandelt und vor allem nicht richtig auskuriert, kann es zu Komplikationen und Folgeerkrankungen kommen.

Als Bronchien werden die unteren Atemwege bezeichnet, die die Luft aus der Luftröhre in die Lunge leiten. Bei einer akuten Bronchitis sind die Bronchien entzündet und es sammelt sich Schleim in den Atemwegen. Auch wenn die akute Bronchitis in der Regel von alleine abklingt und normalerweise nicht länger als bis zu zehn Tagen bleibt, sollte man die Entzündung nicht unterschätzen. In den meisten Fällen ist sie Teil einer viralen Erkältungsinfektion, weshalb Betroffene nicht nur mit dem für die Bronchitis charakteristischen Husten zu kämpfen haben, sondern oft auch mit Allgemeinsymptomen eines viralen Infektes. FITBOOK weiß, welche Symptome die akute Bronchitis auslöst, was für Ursachen dahinter stecken und wie man am besten behandelt.

Was sind die Symptome einer akuten Bronchitis?

Das Hauptsymptom einer akuten Bronchitis – der neu aufgetretene Husten – äußert sich zu Beginn einer Infektion durch einen trockenen Hustenreiz. Tritt die akute Bronchitis in Kombination mit einer Erkältungserkrankung auf, können sich die Erkältungsviren und Bakterien im ganzen Körper verbreiten. Dadurch kommen die klassischen Beschwerden einer Grippe und Erkältung hinzu. Die häufigsten Symptome, die im Rahmen einer akuten Bronchitis in Kombination mit einer Erkältungserkrankung auftreten können, sind:

  • trockener Hustenreiz
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Niesen
  • Schluckbeschwerden
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Gliederschmerzen
  • Fieber
  • Brustschmerzen

Im weiteren Krankheitsverlauf, meistens erst einige Tage nach der Infektion, kommt es dann zu der Entwicklung eines „produktiven Hustens“, also ein Husten mit zunächst weißem zähflüssigem Auswurf, der aber im weiteren Verlauf der Erkrankung eine gelbe bis grüne Färbung annimmt. Zum Ende des Krankheitsverlaufs wird der Husten wieder trocken. Wenn bei einer Bronchitis die Schleimhäute stark gereizt werden, kann es auch zu blutigem Auswurf kommen.1

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Welche Ursachen stecken dahinter?

In den allermeisten Fällen wird eine akute Bronchitis durch Viren, die Atemwegsinfektionen wie Influenza auslösen, verursacht. Bakterien sind seltener Auslöser für eine Bronchitis. In der Regel kommt es erst nach einer Virusinfektion, wenn die Bronchialschleimhaut vorgeschädigt ist, zu einer Sekundärinfektion mit Bakterien. Auch Umweltfaktoren wie Pilze, Chemikalien oder medizinische Behandlungen, die die Schleimhaut schädigen, z. B. eine Bestrahlung, können mitunter eine akute Bronchitis verursachen.

Wenn Viren und Bakterien beim Einatmen in die Atemwege gelangen, können sie sich dort festsetzen und vermehren. Um die Viren und Bakterien abzuwehren, reagiert der Körper mit einer Entzündung der Bronchien. Dabei werden die Schleimhäute stärker durchblutet, schwellen an und produzieren mehr Schleim bzw. Sekret, damit die Viren und Bakterien durch Husten aus der Lunge abtransportiert werden können.2

Wie kann man eine akute Bronchitis diagnostizieren?

Bei anhaltendem Husten und Erkältungssymptomen ist es grundsätzlich ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Die Diagnose einer akuten Bronchitis ist bei jungen und nicht schwer vorerkrankten Patienten vergleichsweise unkompliziert. Anhand einer genauen Anamnese und körperlichen Untersuchung kann der behandelnde Arzt in der Regel eine sichere die Diagnose stellen. Bei einer körperlichen Untersuchung geben folgende Anzeichen Hinweise auf eine akute Bronchitis:

  • gerötete Nasen- und Rachenschleimhaut
  • sehr starker Schnupfen, Rhinorrhoe
  • weißlicher Belag auf den Mandeln, der auf eine bakterielle Mandelentzündung hindeutet
  • rasselnde, pfeifende Atemgeräusche
  • Klopfschmerz über den Nebenhöhlen

Wenn eine schwere Begleiterkrankung besteht oder es Anzeichen auf eine gibt, müssen unter Umständen weitere Untersuchungen mittels technischer Diagnostik wie beispielsweise ein Röntgenbild vorgenommen werden. Ebenso bedarf es bei über acht Wochen persistierendem Husten und bei sehr starken Symptomen wie hohes Fieber, Atemnot und blutiger Husten einer ausführlicheren Diagnostik, damit andere Erkrankungen ausgeschlossen werden können.3

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Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die akute Bronchitis ist eine selbstlimitierende Erkrankung. Das heißt, in der Regel geht sie nach sieben bis zehn Tagen von allein wieder weg. Wichtig ist allerdings, dass man sich während des Krankheitsverlaufes schont und auskuriert. Als bewährte Mittel zur Unterstützung der Heilung haben sich unter anderem erwiesen:

  • Hausmittel wie Brustwickel und Einreibungen können Beschwerden lindern. Auch Dampfbäder tun aufgrund der Wärmezufuhr auf die Schleimhaut den Atemwegen gut und fördern die Genesung.
  • Hustenblocker helfen dabei, die Atemwege zu reinigen und eine Pause vom ständigen Husten zu bekommen. Allerdings sollte man Hustenblocker höchstens eine Woche und auch nur solange einnehmen, wie der Husten trocken ist. Ansonsten werden die Schleimhäute unnötig angegriffen.
  • Hustenlöser können verschrieben werden, wenn man produktiven, also eitrigen, gelb bis grün eingefärbten Schleim aushustet. Die Medikamente beschleunigen die Schleimlösung und Reinigung der Atemwege.
  • Inhalationstherapie wirkt ebenfalls schleimlösend und den Atemweg reinigend.
  • Antibiotika werden in Fällen von bakteriellen Superinfektionen eingesetzt. Bei besonders hartnäckigen Infektionen können zusätzlich entzündungshemmende Steroidtabletten, die die Antibiotika-Behandlung unterstützen, verschrieben werden.

In jedem Fall ist es ratsam, bei Symptomen einen Arzt aufzusuchen. Hausmittel zur Unterstützung der Genesung sollten, wenn möglich, nur in Rücksprache mit einem medizinischen Behandler angewandt werden, um Fehler zu vermeiden.4

Kann es zu Komplikationen und Folgeerkrankungen kommen?

Die akute Bronchitis selbst verursacht bei jungen und gesunden Patienten keine Folgeerkrankung und es kommt nur in sehr seltenen Fällen zu Komplikationen. Ältere Menschen, starke Raucher oder vorerkrankte Personen haben allerdings ein etwas höheres Risiko für Komplikationen. So kann es bei Patienten mit bestehenden Lungen- und Atemwegserkrankungen, wie COPD und Asthma, bei einer Bronchitis zu einer akuten Verschlimmerung der Erkrankungen kommen, die unter Umständen medizinisch intensiv behandelt werden muss. Bei immunsupprimierten Patienten besteht eine erhöhte Gefahr für die Entwicklung einer Lungenentzündung (Pneumonie).

Außerdem kann ein hyperreagibles, überempfindlichen Bronchialsystem als Folge einer akuten Bronchitis entstehen. Dementsprechend wichtig ist es, dass Risikopatienten bei Symptomen einer akuten Bronchitis einen Arzt aufsuchen, richtig behandelt werden und sich auskurieren.5

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Was sind die Risikofaktoren für eine akute Bronchitis?

Die Bronchien sind besonders anfällig für Entzündungen, wenn sie durch bestimmte Faktoren oder Vorerkrankungen vorbelastet sind. Faktoren, die die Bronchien belasten, können sein:

  • Rauchen und Zigarettenrauch, aktiv und passiv
  • Vorerkrankungen, die die Bronchien belasten oder das Immunsystem schwächen
  • Luftverschmutzung durch Feinstaub, Abgase oder Chemikalien
  • Magenreflux bzw. wiederholte Anfälle von starkem Sodbrennen können den Rachen reizen und ebenfalls das Risiko, eine akute Bronchitis zu entwickeln, erhöhen

Indem man sich vor einer Virusinfektion wie einer Erkältung schützt, beugt man auch einer akuten Bronchitis vor. Dabei spielt die Hygiene natürlich eine wichtige Rolle. Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollte man sich regelmäßig die Hände waschen, sich nicht zu oft ins Gesicht fassen und möglichst nur in die Armbeuge oder in ein Taschentuch niesen und husten. Um sich zu schonen und andere zu schützen, ist es außerdem ratsam, während der Erkrankung möglichst wenige Leute zu treffen und zu Hause zu bleiben.6

Quellen

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