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Herpes Zoster

Ursachen und Behandlung von Gürtelrose

Gürtelrose
Bauchschmerzen können Vorboten eines Herpes-Zoster-Befalls seinFoto: iStock/ g-stockstudio

Wenn rote Bläschen auf der Haut entstehen, die jucken und brennen, und man sich insgesamt nicht auf der Höhe fühlt, kann es sich dabei um Herpes Zoster handeln – besser bekannt als Gürtelrose. In seltenen Fällen ist die Hautveränderung ein Hinweis auf tieferliegende gesundheitliche Probleme.

Gürtelrose, also Herpes Zoster, taucht meist am Bauch auf – aber nicht zwingend. Es handelt sich dabei um keine Hautveränderung aus heiterem Himmel. FITBOOK sprach mit dem Münchner Dermatologen Dr. Timm Golüke über Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten und möglichen Folgen der extrem unangenehmen Erkrankung.

Was ist Gürtelrose?

Bei Gürtelrose handelt es sich um die Reaktivierung des Windpockenvirus. „Der Erreger schlummert in den Nervenbahnen und wird meist dann wieder geweckt, wenn das Immunsystem geschwächt ist“, erklärt Dermatologe Dr. Timm Golüke im Gespräch mit FITBOOK. Das kann verschiedene Faktoren zur Ursache haben, etwa beruflichen oder seelischen Stress, ungesunden Gewichtsverlust oder einen viralen Infekt.

Wie macht sich der Virusbefall bemerkbar?

Sichtbar mit roten Stellen im Gesicht oder am Körper, die juckende und brennende Bläschen aufwerfen und wehtun können. Klassischerweise treten sie am Bauch auf – daher auch der Name – und laufen ineinander, bis sie ein Band oder einen „Gürtel“ bilden. Neben den Reizungen auf der Haut ist es typisch für Gürtelrose, dass man sich insgesamt schwach und niedergeschlagen fühlt. Patientinnen und Patienten klagen auch über Nervenschmerzen und Empfindungsstörungen.

Herpes Zoster
Oft werden klassischer Herpes und Gürtelrose miteinander verwechselt. Die Symptome sind jedoch unterschiedlich. Klarheit verschafft die Untersuchung beim ArztFoto: Getty Images

Ist Gürtelrose ansteckend?

Nicht direkt. „Bei jemandem, der sie als Kind noch nicht hatte, können durch den Kontakt Windpocken ausgelöst werden“, so Golüke. Das wäre insbesondere bei Schwangeren fatal. Wer von dem Ausbruch des Virus‘ bei sich weiß, sollte sich in seinem Umfeld deshalb dringend nach bestehenden Impfungen erkundigen.

Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?

Golüke rät dringend zum Abstrich der Bläschen beim Hautarzt. „Anders lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen, ob es sich um ein Ekzem, einen Herpes simplex oder tatsächlich einen Herpes Zoster handelt. Und der muss unbedingt behandelt werden.“

Wie läuft die Behandlung ab?

In der Regel mit antiviralen Tabletten. Die neueren Produkte nimmt man einmal täglich etwa eine Woche lang ein, bis dahin sollten keine neuen Bläschen mehr entstanden und die älteren vertrocknet sein. „Patienten mit Augen- und Hirnbeteiligung bekommen den Wirkstoff über Infusionen verabreicht“, erklärt Hautarzt Golüke gegenüber FITBOOK. Bei diesem schwerwiegenderen Befund bestehe größerer Handlungsbedarf. Intervenös wirkt das Mittel besser und schneller.

Was sind mögliche Folgen von Gürtelrose?

Mit der entsprechenden Medikation ist der Herpes Zoster meist nach einer Woche abgeklungen. In manche Fällen jedoch kommt es zu einer Post-Zoster-Neuralgie, die sich auch nach Abschluss der Erkrankung mit Nervenschmerzen bemerkbar macht. Hier kann der Neurologe helfen. An ihn ist sich auch zu wenden, wenn die Gürtelrose im Gesicht aufgetreten ist, ebenso an den Haut- und Augenarzt. Wie Dr. Golüke erklärt, ist in diesem Fall eine Augen- und/oder Hirnbeteiligung möglich, die einen unangenehmeren Verlauf nach sich ziehen kann. Es bestehe die Gefahr auf eine Hornhautvernarbung, die schlimmstenfalls zur vollständigen Erblindung führen kann, ebenso auf (vorübergehende) Lähmungserscheinungen im Gesicht und eine Zoster-Meningitis – Enzephalitis.

Gürtelrose weist auf geschwächtes Abwehrsystem hin

„In seltenen Fällen kann eine andere Krankheit zugrunde liegen“, warnt der Experte. Eine Gürtelrose weise immerhin auf ein geschwächtes Abwehrsystem hin. Umso wichtiger sei das Gespräch mit einem Facharzt.