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Moringa

Die Pflanze, die bei 300 Krankheiten helfen soll

Eine Schale mit Moringa Pulver und den Blättern des Moringa Baums als Deko daneben
Moringa wird als Superheld unter den Superfoods gefeiert – und tatsächlich verfügt die Pflanze über einige bemerkenswerte Eigenschaften
Foto: Getty Images

Sie soll die nährstoffreichste Pflanze der Welt sein, bei über 300 Krankheiten helfen können, die Zellalterung verlangsamen und im wahrsten Sinne des Wortes die Welt retten – die Rede ist von „Moringa oleifera“, auch Baum der Unsterblichkeit genannt. Als Pulver oder Tee stehen die gemahlenen Blätter der tropischen Pflanze erst seit Kurzem in den Superfood-Regalen. FITBOOK erklärt, was es mit dem Moringa-Hype auf sich hat.

Immer mehr Menschen schwören auf Moringa. Vor allem in der westlichen Welt werden die bemerkenswerten Eigenschaften des unscheinbaren Tropenbaums gerade erst entdeckt. Während die ayurvedische Heilslehre ihre Wirkungen seit 5.000 Jahren kennt, sind sie im naturwissenschaftlichen Sinne noch relativ unerforscht. Einige Untersuchungen und Studien lassen erahnen: Die Pflanze scheint es tatsächlich in sich zu haben. Je bekannter sie wird, desto mehr Moringapulver, Moringatee und Co. kommen auf den Markt. Und genau das birgt Probleme, weswegen man den Hype mit Vorsicht genießen sollte.

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Was weiß die Wissenschaft über Moringa?

„In Moringa finden sich so ziemlich alle Nährstoffe, die der menschliche Organismus braucht“, bestätigt auch der österreichische Moringa-Experte und Buchautor Richard Segmüller. „Komplett erforscht sind die einzelnen Bestanteile aber bei weitem noch nicht.“ Sicher sind der besonders hohe Anteil an Vitamin A, C, E und K. Hinzu kommen Eisen, Kalium, Kalzium und Antioxidantien. So enthält Moringa beispielsweise sieben Mal mehr Vitamin C als Orangen und 17 Mal mehr Kalzium als Milch. Laut einer kritischen Untersuchung des CVUA Stuttgart (Chemisches- und Veterinäruntersuchungsamt) decken bereits 10 Gramm 36 Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin E. Was dabei bemerkenswert ist: Moringa enthält alle acht essentiellen Aminosäuren – das sind Eiweißverbindungen, die unabdinglich für einen gesunden Stoffwechsel und eine stabile Psyche sind. Außerdem ist Moringa eine der wenigen veganen Quellen für Omega-3-Fettsäuren.

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Welche Erfahrungen hat die Naturmedizin mit Moringa gemacht?

Der Moringabaum stammt ursprünglich aus dem Himalaya, gedeiht aber im gesamten tropischen Raum. In Indien ist Moringa ein wichtiger Bestanteil der Ayurveda-Heilkunst, mittlerweile wird er auch in Afrika und seit 2015 auf Teneriffa, also auch bei uns in Europa, angebaut. In der Naturmedizin wird Moringa bei Diabetes mellitus Typ 2 („Zuckerkrankheit“), Mangelerscheinungen bei Fehlernährung, Blutarmut, Asthma, Entzündungen, Fieber oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Unzählige Aufzeichnungen, die teilweise aus der Antike stammen, empfehlen Moringa bei über 300 Krankheiten. Es gibt sogar einige Studien, die darauf hinweisen, dass daran wirklich was sein könnte. Doch der Versuchsaufbau entsprach in allen Fällen nicht wissenschaftlichen Standards, wie „Medizin Transparent“ herausgefunden hat.

Seit immer mehr Moringabäume mithilfe von gemeinnützigen Organisationen (wie zum Beispiel „Wiel-Hilft e.V“) vermehrt in Mangel-Ernährungsgebieten angebaut werden, konnte unter anderem die Unterernährungsrate bei Kleinkindern zwischen 0 und 5 Jahren in der Republik Kongo erheblich gesenkt werden. Vor allem aber kommt der Baum mit wenig Wasser aus, stellt kaum Ansprüche an den Boden und wächst rasend schnell, nämlich bis zu einem Meter im Jahr. Obendrein können die Samen des Baumes verunreinigtes Wasser trinkbar machen. Diese genialen Eigenschaften machen das Gewächs in Entwicklungsländern zu einer wertvollen und unkomplizierten Ressource.

Zudem gibt es Vermutungen, dass Moringa bei Krebs und Alzheimer heilend bzw. vorbeugend wirken könnte. Es liegen aber noch keine ausreichend wissenschaftlichen Belege vor. Kurzum: Moringa sticht in Sachen Nährstoffdichte gegenüber anderen essbaren Pflanzen heraus. Was übrigens auch die „Food and Agriculture Organisation of the United Nations“ (FAO) bestätigt.

Ein Moringa

In Afrika werden vor allem für die Einheimischen vermehrt Moringa-Bäume gepflanzt
Foto: Getty Images

Superheldenkraft: Anti-Aging-Waffe Zeatin

Die Fähigkeit, derart schnell zu wachsen, liegt am Botenstoff Zeatin. Dieser regt das Pflanzenwachstum an und kommt in Moringa im Vergleich zu anderen Bäumen in tausendfach höherer Konzentration vor. Die Wissenschaft beschäftigt sich noch nicht sehr lange mit Zeatin, hat aber bereits herausgefunden, dass der hormonähnliche Stoff dem Körper dabei hilft, all die Nährstoffe auch aufzunehmen und zu verwerten –  es wirkt sozusagen wie ein Booster. (Erst X sorgt dafür, dass all die Nährstoffe vom Körper aufgenommen werden können) Und nicht nur das: So haben Studien der Universität Aarhus in Dänemark ergeben, dass Zeatin Hautschädigungen durch Sonnenbrand lindern sowie allgemeine Alterserscheinungen wie Pigmentflecken, Falten und Zellalterung abschwächen kann. Zeatin lässt sich industriell noch nicht herstellen, weswegen sich aktuell besonders die Kosmetikindustrie mit dem wundersamen Stoff beschäftigt. Doch auch hier steht die Forschung noch ganz am Anfang. Vermutungen und Theorien gibt es viele; wie stark das im Moringa enthaltene Zeatin uns wirklich verjüngt und verschönert, ist noch lange nicht abschließend geklärt.

Moringapulver kann auch schädlich sein – die Crux mit dem Superfood-Hype

Seit das Wort „Superfood“ in aller Munde ist, geht es vielen Betreibern vor allem um eines: super viel Geld machen. Neuere Tests haben ergeben, dass in vielen Pulvern – sei es Chia, Goji, Macha oder auch Moringa– Pestizide und Schadstoffe enthalten sind. Daran ist nichts mehr super und mit Food haben solche Mogelpackungen schon gar nichts zu tun. Eine als bio deklarierte Moringapulver-Probe enthielt so viel Nikotin, dass sie als gesundheitsschädlich eingestuft werden musste. Außerdem können die pulverisierten, getrockneten Blätter durch ihre industrielle Weiterverarbeitung niemals dem frischen Produkt das Wasser reichen. „Die komplette Wirkungsweise von Moringa funktioniert nur in seiner Gesamtheit, also nicht nur die Blätter, sondern auch die Wurzeln, Samen und Schoten“, erklärt Moringa-Experte Segemüller weiter. Auch er hält nur wenig von den stark industriell verarbeiteten Pülverchen und Kapseln zweifelhafter Herkunft. „Die volle Kraft von Moringa ist im Prinzip nur den Menschen vergönnt, die dort leben, wo er auch wächst.“ Mit ganz viel Glück und Geduld ist es möglich, ein kleines Bäumchen im heimischen Wintergarten zu ziehen.

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Problematisch ist vor allem der Hype

Aufgrund seiner medizinischen Wirkungsweise gehört Moringa zweifellos zu den interessantesten Gewächsen. Dennoch kann eine einzelne Pflanze niemals die Lösung aller Probleme sein – das sieht auch Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung so. Und weiter: „Den meisten Menschen in der westlichen Welt fehlt es nährstoffmäßig an nichts. Und selbst wenn: Alles, was wir brauchen, ist im heimischen Obst und Gemüse enthalten“, so die DGE-Sprecherin.

Fazit

Fest steht:

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