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Fettleber – Ursachen, Symptome und Behandlung

Fettleber: Ursachen
Fettleber geht häufig mit weiteren Leiden einher, etwa Diabetes Typ 2Foto: Getty Images

Eine Fettleber bereitet keine Schmerzen und bleibt deshalb oft lange unentdeckt. Die Folgen sind allerdings gravierend. Experten über Ursachen, Symptome und Behandlung.

Dass Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung zu vielen Krankheiten führen können, ist den meisten klar. Ein Organ, das erheblich davon betroffen ist, bringen viele jedoch immer noch vor allem mit übermäßigem Alkoholkonsum in Verbindung: die Leber. Aber sie kann verfetten. Eine Fettleber ist kaum zu spüren, doch sie kann ernste Folgen haben.

Was genau ist eine Fettleber?

Wie der Name schon sagt, ist damit eine übermäßige Ansammlung von Fett in der Leber gemeint. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet Steatosis hepatis. Es wird zwischen der nicht-alkoholischen Fettleber (NAFL) und der alkoholischen Fettleber (AFL) unterschieden. In Deutschland kommt die NAFL häufiger vor.

Die Ursachen und Risikofaktoren für eine Fettleber

Bei der alkoholischen Fettleber ist das einfach zu klären: übermäßiger Alkoholkonsum. Bei etwa drei Viertel der Menschen mit einer nicht-alkoholischen Fettleber wiederum ist ein metabolisches Syndrom die Ursache, also eine Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhtes Fett- und Blutzuckerwerten. Bei etwa einem Viertel der Betroffenen sind es andere Gründe: etwa genetische Faktoren oder bestimmte Erkrankungen – und vor allem Bewegungsmangel.

„Unabhängig von der Ernährung erhöht eine sitzende Tätigkeit und eine inaktive Lebensweise das Risiko, eine Fettleber zu bekommen“, betont Prof. Elke Roeb, Abteilungsleiterin mit Schwerpunkt Gastroenterologie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM).

Ökotrophologe Prof. Nicolai Worm sieht die Hauptursache in einer „Kombination von kalorienreicher und kohlenhydratbetonter Ernährung mit einem chronischen Bewegungsmangel“. Der Körper bekommt durch diese Form der Ernährung viel energiereichen Treibstoff, den er mangels Bewegung aber gar nicht braucht – und deshalb zu Fett umwandelt. Wird das Fettgewebe aber nicht ordentlich mit Blut versorgt, und zwar wieder durch einen Mangel an Bewegung, verliert es seine Speicherfähigkeit. Der Körper sucht dann einen anderen Speicherplatz für das überschüssige Fett – und findet ihn in der Bauchhöhle. „Damit verfetten die darin gelagerten Organe“, sagt Worm. „An erster Stelle die Leber.“

„Recht neu unter den Ursachen ist der übermäßige Konsum industriell hergestellter konzentrierter Fruktose, die oft in Getränken zu finden ist“, ergänzt die Kuratoriumsvorsitzende der Deutschen Leberstiftung.

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Warum eine Fettleber so gefährlich ist

Eine einfache Fettleber stellt noch keine Gefahr dar, wie Roeb erläutert. Allerdings bleibt es in vielen Fällen nicht dabei: Denn die Fettleber kann sich entzünden. Mediziner sprechen dann von der Steatohepatitis (NASH). Daraus kann sich eine Leberfibrose entwickeln. Dieser folgt oft eine Leberzirrhose – das ist eine großteilige Vernarbung. Die Leber kann dann nicht mehr richtig arbeiten. Im weiteren Verlauf kann eine Zirrhose zu Leberkrebs führen.

Leberkrebs kann sich aber auch schon zu einem früheren Zeitpunkt entwickeln, erläutert Roeb: Bei einer nicht-alkoholischen Fettleber könne es auch ohne Zirrhose zu einem Karzinom kommen.

Neben den Folgen für die Leber steigt mit einer Steatohepatitis die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie das Risiko für Tumore im gesamten Körper.

Auch medizinische Notfälle können die Folge einer Fettleber sein, wie Rainer Günther, Leiter der Hepatologie am Universitätsklinikum Kiel erklärt: „Wenn die Leber verhärtet, kann das Blut sie nicht mehr durchströmen und staut sich davor. Das wiederum führt oft zu Krampfadern in der Speiseröhre“, erläutert er. Kommt es zu einer Blutung, verliert der Betroffene schnell viel Blut – es besteht die Gefahr, innerlich zu verbluten.

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Gibt es Symptome oder mögliche Warnsignale?

Das Problem ist: „Die Leber macht keine Schmerzen“, sagt Günther. Eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit kann, muss aber kein Anzeichen sein. Das ist einer der Gründe, weshalb Günther gemeinsam mit Kollegen einen Lebertest entwickelt hat. Durch diesen Fragebogen können Interessierte ihr eigenes Risiko ermitteln und das Ergebnis gegebenenfalls vom Arzt abklären lassen. Meist sei die Fettleber ein Zufallsbefund, so Elke Roeb. Es gibt aber auch Diagnose-Methoden wie das CAP-Verfahren oder die Elastographie.

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Die Behandlung einer Fettleber

Einer Fettleber kann vor allem durch Abnehmen, mehr Bewegung und gesunde, kalorienreduzierte Ernährung entgegengewirkt werden. „Meist sieht man nach sechs Monaten schon Ergebnisse“, sagt Rainer Günther. Medikamente gibt es zurzeit nicht. Mitunter wird ein Stent, eine Art Röhre, in die Leber eingesetzt. „Ist die Leber etwa durch eine Zirrhose oder Krebs stark geschädigt, kommt nur noch eine Transplantation infrage“, sagt Günther.

Prof. Nicolai Worm rät bei Fettleber: „Weniger Zucker, auch Fruchtzucker, also keine Säfte, keine Smoothies, und weniger stärkereiche Nahrungsmittel.“ Vermeiden sollten Betroffene vor allem ballaststoffarme und raffinierte Kohlenhydrate wie Weißmehl.

Dazu empfiehlt der Ernährungsexperte lange Pausen zwischen den Mahlzeiten. Vier oder fünf Stunden sollten es mindestens sein. Denn bei Fettleber-Patienten sei der Insulinspiegel nach dem Essen viel zu hoch. „Die nüchternen Stunden zwischen den Mahlzeiten braucht der Körper dann, um den Spiegel wieder zu senken.“