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In großen Mengen

Nicht nur Alkohol! 8 Dinge, die schädlich für die Leber sind

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Friederike Ostermeyer
Freie Autorin

14. September 2025, 8:01 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Nicht nur Alkohol ist schädlich für die Leber. Auch bestimmte Lebensmittel, Medikamente und sogar lebenswichtige Vitamine in zu großen Mengen können ihr Schaden zufügen. FITBOOK-Autorin Friederike Ostermeyer verrät, welche das sind.

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Aufgabe der Leber

Die Leber wiegt etwa 1,5 Kilogramm und erfüllt mehr als 500 wichtige Funktionen im Körper, darunter Blutreinigung, Ausscheidung von Giftstoffen, Umwandlung von Nährstoffen in Energie und Speicherung von Vitaminen und Mineralien. Übermäßiger Alkoholkonsum ist bekanntlich extrem schädlich für das Entgiftungsorgan. Dies ist aber längst nicht das Einzige, das sich derart schlecht auf das Organ auswirken kann. Wir nennen sechs Dinge jenseits von Wein, Schnaps und Co., die in großen Mengen schädlich für die Leber sein können.

Palmöl

Kaum ein Fertigprodukt – allen voran Gebäck und Süßigkeiten – kommt ohne Palmöl aus. Dabei ist das billige und zudem in seiner Ökobilanz problematische Speisefett für die Leber äußerst schädlich. Der Grund: Palmkernöl besteht zu 80 Prozent aus gesättigten Fettsäuren. So reicht laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung bereits die Menge Palmöl, die dem Fettgehalt eines Cheeseburgers entspricht, aus, um die Leberfettwerte dramatisch zu erhöhen. Die Forscher beobachteten dabei Stoffwechselveränderungen, die mit einer nichtalkoholischen Fettleber einhergehen.1,2 Eine schwedische Studie ließ Teilnehmer zudem sieben Wochen lang Muffins essen, die entweder Palmöl oder Sonnenblumenöl enthielten. An Gewicht hatten hinterher alle zugelegt. Die Palmöl-Gruppe wies jedoch mehr Leberfett, Gesamtfett und viszerales Fett auf – es hatte sich vor allem um lebenswichtige Organe herum abgelagert, was auf lange Sicht sehr gefährlich sein kann.3

Zucker/Maissirup

Eine Fettleber wird nicht nur durch zu viel Fett verursacht, sondern ebenso von zu viel Zucker. Die aus Zucker umgewandelten Fettzellen lagern sich besonders gerne in der Bauchhöhle und eben in der Leber ab (FITBOOK berichtete). Passiert dies regelmäßig, werden entzündliche Chemikalien (Zytokine) freigesetzt, was wiederum ihre Fähigkeit verringert, Giftstoffe zu verarbeiten und zu entfernen. Die Folge: Die Toxine verbleiben länger im Kreislauf und schädigen Zellen, Gewebe und Organe. Eine Abwärtsspirale, die zu einer dauerhaften Vernarbung der Leber (Leberzirrhose) führen kann. Übrigens: Der aus Maisstärke hergestellte Maissirup scheint die in der Leber gebildete Fettmenge einmal mehr zu erhöhen und damit schädlichere Auswirkungen zu haben als üblicher Haushaltszucker.4 Wenn in Deutschland auch nicht so stark verbreitet wie in den USA, ist Maisirup (High Fructose Corn Syrup) vor allem in stark verarbeiteten Produkten enthalten.

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Verarbeitetes Fleisch

Auch rotes Fleisch, insbesondere zu Wurst, Schinken oder Speck verarbeitet, kann eine Fettlebererkrankung begünstigen, sofern es in Massen vertilgt wird. Und das liegt nicht nur am hohen Gehalt gesättigter Fettsäuren (siehe Palmöl). Problematisch kann auch die Zubereitung sein, wie eine israelische Studie zeigt.5 Durch langes Braten oder Grillen entstehen sogenannte heterozyklische Amine, die jene Entzündungen im Körper fördern, wie sie auch Zucker begünstigt. Das macht krossen Speck zu einem wahrhaften Leber-Schädling. Gerade Menschen, die auf Low-Carb-Diäten setzen, um abzunehmen oder Stoffwechselerkrankungen vorzubeugen, sollten wissen, dass Fleisch nur in Maßen einen wertvollen Beitrag für die Gesundheit leisten kann. Ein Großteil der Proteine sollte immer aus pflanzlichen Quellen stammen.

Paracetamol

Bei dem beliebten und frei verkäuflichen Schmerzmittel Paracetamol ist Vorsicht geboten: Selbst vergleichsweise geringe Dosen schädigen die Struktur des Lebergewebes, sodass auf Dauer die Zellen nicht mehr richtig arbeiten. Die giftigen Abbauprodukte werden nicht mehr beseitigt und es droht eine massive Schädigung der Leberzellen.6 So sind absichtliche oder versehentliche Paracetamol-Überdosierungen der Hauptgrund für akutes Leberversagen in der westlichen Welt. Die Maximaldosis liegt übrigens bei acht Tabletten à 500 Milligramm Wirkstoff innerhalb von 24 Stunden.7 Mehreinnahmen stellen eine akute Gefahr für die Lebergesundheit dar. Und natürlich sollte man Paracetamol auch nur dann einnehmen, wenn man Schmerzen oder Fieber hat.

Vitamin A

Vitamin A fördert das Zellwachstum und ist maßgeblich an der Entwicklung von Haut und Knochen beteiligt. Es ist wichtig für die Sehfunktion und verhindert Nachtblindheit. Außerdem stärkt Vitamin A das Immunsystem. Ein Mangel an Vitamin A führt zu unscharfem Sehen, einer erhöhten Infektionsanfälligkeit sowie auffällig trockener Haut sowie trockenen Haaren, Nägeln und Augen. Verständlich, dass man rundum mit dem Vitamin versorgt sein möchte – und zu hoch dosierten Nahrungsergänzungsmitteln greift. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Überschüssiges Vitamin A lagert sich in der Leber ab, was zu einer krankhaft vergrößerten Leber (Hypertrophie) und im schlimmsten Fall zu Leberversagen führen kann.8 Wer sich ausgewogen ernährt, ist mit Vitamin A ausreichend versorgt. Die besten Nahrungsquellen hierfür: Butter, Möhren, Spinat, Süßkartoffeln, Grünkohl.

Zu wenig Wasser trinken

Um leistungsfähig zu bleiben, braucht das Entgiftungsorgan jeden Tag reichlich Flüssigkeit. Ist die Leber dehydriert, verbleiben die Toxine im Körper. Und mit eingeschränkter Leberfunktion steigt das allgemeine Krankheitsrisiko und damit auch das Risiko, eine nichtalkoholische Fettleber zu entwickeln.9 Eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr ist daher schädlich für die Leber – empfohlen werden mindestens 1,5 Liter in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee. Softdrinks (siehe Zucker) oder bekanntlich Alkohol haben den gegenteiligen Effekt.

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Transfette

Die Forscher untersuchten den Zusammenhang zwischen Transfettsäuren im Blutplasma und dem Risiko für eine nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD). Sie stellten fest, dass höhere Konzentrationen an Transfettsäuren mit erhöhten Leberwerten und einem höheren Fatty Liver Index (FLI) korrelierten. Besonders deutlich war dieser Effekt bei übergewichtigen und adipösen Personen, die ein signifikant größeres Risiko für eine NAFLD aufwiesen. Die Autoren schließen, dass ein hoher Transfettkonsum ein unabhängiger Risikofaktor für Fettlebererkrankungen ist und die Lebergesundheit maßgeblich beeinträchtigen kann.10

Energydrinks

Eine Querschnittstudie untersuchte 50 junge Erwachsene, von denen die Hälfte regelmäßig Energy-Drinks konsumierte. Bei den Konsumenten zeigten sich deutlich erhöhte Leberwerte (ALT und AST) sowie auffällige Vitamin-B12-Spiegel. Besonders Männer waren stärker betroffen als Frauen. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass regelmäßiger Energy-Drink-Konsum die Leber belastet und bei übermäßigem Konsum das Risiko für ernsthafte Leberschäden erhöht.11

Quellen

  1. Deutsches Zentrum für Diabetesforschung. Pizza, Burger und Co.: Eine einzige fettreiche Mahlzeit kann den Stoffwechsel schädigen. (aufgerufen am 09.09.2025) ↩︎
  2. Hernández, E.Á., Kahl, S., Seelig, A., et al. (2017). Acute dietary fat intake initiates alterations in energy metabolism and insulin resistance. Journal of Clinical Investigation. ↩︎
  3. Ahlström, H., Iggman, D., Rosqvist, F. (2014). Overfeeding Polyunsaturated and Saturated Fat Causes Distinct Effects on Liver and Visceral Fat Accumulation in Humans. Diabetes. ↩︎
  4. U.S. Department of Health & Human Services. How high fructose intake may trigger fatty liver disease (aufgerufen am 27.8.2024) ↩︎
  5. Zelber-Sagi, S., Ivancovsky-Wajcman, D., Isakow, N.F. et al. (2018). High red and processed meat consumption is associated with non-alcoholic fatty liver disease and insulin resistance. Journal of Hepatology. ↩︎
  6. Gamal, W., Treskes, P., Samuel, K. et al. (2017). Low-dose acetaminophen induces early disruption of cell-cell tight junctions in human hepatic cells and mouse liver. Scientific Reports . ↩︎
  7. Toxinfo Suisse. Damit der Wirkstoff Paracetamol nicht auf die Leber schlägt (aufgerufen am 09.09.2025) ↩︎
  8. Nation Libary of Medicine. LiverTox: Clinical and Research Information on Drug-Induced Liver Injury (augerufen am 09.09.2025) ↩︎
  9. Wang, X., Lin, S, Gan, S. et al. (2021). Higher plain water intake is related to lower newly diagnosed nonalcoholic fatty liver disease risk: a population-based study. European Journal of Clinical Nutrition. ↩︎
  10. Mazidi M, Katsiki N, Mikhailidis DP. et al. (2018). Link between plasma trans-fatty acid and fatty liver is moderated by adiposity. Int J Cardiol.  ↩︎
  11. Kajeen, Hassan, Jasim., Barhav, Issa, Abdullah., Khalida, Mohamed, Hasan. et al. (2025). Evaluating the Effects of Energy Drink Consumption on Liver Function among Students and Staff at Cihan University, Duhok, Iraq. Journal of Life and Bio Sciences Research. ↩︎

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