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Superfood-Trend

Was bringen Hanfsamen wirklich für die Gesundheit?

Hanfsamen
Hanfprodukte erleben derzeit eine Renaissance. Vor allem Hanfsamen werden wegen ihrer wertvollen Inhaltsstoffe geschätzt
Foto: Getty Images

Nach Chia, Goji oder Moringa sind derzeit Hanfsamen in aller Munde. Doch wie bei jedem neuen Superfood-Hype ist natürlich auch hier eine gewisse Skepsis angebracht. Handelt es sich bei den kleinen Nüsschen nur um den nächsten neuen Food-Trend oder steckt da wirklich Nährstoff-Power drin?

Hanf als Nutzpflanze erlebt seit einigen Jahren ein Comeback. Zu Recht, denn sie wächst rasch und vor allem in vielen Breitengraden, braucht weniger Pestizide und Wasser als beispielsweise Baumwolle, auch gibt es kaum eine Naturfaser, aus der sich so stabile und reißfeste Seile herstellen lassen wie aus Hanf. Ebenso rückt der Fokus langsam vom noch immer illegalen Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol (THC) – welcher aus den legal angebauten Pflanzen herausgezüchtet worden ist –  ab, hin zum beispielsweise nicht berauschendem Cannabidiol (CBD) als Heilmittel. Auch die ebenfalls nicht berauschend wirkenden Hanfsamen haben sich als proteinreiche Superfood-Zutat mehr und mehr etabliert. Und nun, wo selbst Süßwarenhersteller Schoko-Keks-Riegel mit Hanfsamen anbieten, stellt sich natürlich die Frage: Welche gesundheitlichen Vorteile haben Hanfsamen eigentlich?

Diese Nährstoffe stecken in Hanfsamen

Hanfsamen haben laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) einen ausgesprochen hohen Gehalt an den Vitaminen E, B1, B2 und B6, Magnesium, Calcium, Phosphor sowie Eisen. „Dabei sind es gar nicht die einzelnen Nährstoffe, sondern ihre Zusammensetzung“, erklärt BZfE-Sprecher und Diplom-Ökotrophologe Harald Seitz. Damit meint er vor allem das 1:3-Verhältnis von Omega-6 Fettsäuren und Omega-3 Fettsäuren, „welches in dieser Mischung besonders gut vom Körper aufgenommen werden kann.“

Für Muskelaufbau besser als Proteinshakes

Die vielen essentiellen Aminosäuren – das sind diejenigen, die der Körper nicht selbst bilden kann – sorgen zudem für eine hohe biologische Wertigkeit. „Das Hanfsamen-Protein ist besonders wertvoll, speziell für Vegetarier. Auch in Sachen Muskelaufbau ist es meiner Ansicht nach jedem Proteinshake überlegen“, konstatiert der Ernährungsexperte weiter. Und mit 24 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm sind Hanfsamen wahre Proteinbomben mit zudem gesundheitsfördernden Eigenschaften. So gibt es Studien, die darauf hindeuten, dass Hanfprodukte cholesterinsenkend und krebsvorbeugend sein könnten. Das einzigartige Fettsäuren-Verhältnis stabilisiere laut einer kanadischen Studie zudem den Blutdruck und trage dazu bei, vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen.

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Hanfsamen als nussiges und knuspriges Super-Topping

Wir haben es also tatsächlich mit einem sehr gesunden Produkt zu tun, das die tägliche Ernährung durchaus bereichern kann. Ob als Salat-Topping, Zutat für Smoothies, Backwaren, Bratlinge, Suppen und so weiter – als knusprige und nussig schmeckende Verfeinerung verleihen sie vielen Gerichten einen interessanten Extra-Pfiff. Übrigens: Keine Sorge, dass der übermäßige Genuss high machen könnte. Zwar weist das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) darauf hin, dass der minimale, nicht spürbare und damit „legale“ THC-Gehalt (unter 0,2 Prozent) in Hanfprodukten Schwankungen unterlegen ist, „aber dennoch  kann man davon ausgehen, dass Lebensmittel, die wir bei uns kaufen können, auch sicher sind“. Seitz rät dennoch dazu, im Zweifel zum Bioprodukt zu greifen und bei der Herkunft darauf zu achten, dass der Hanf aus möglichst regionalem Anbau stammt. Bei Erzeugnissen außerhalb der EU lieber vorsichtig sein.

Hanfsamen

Gesundes Leckerli: Selbstgemachte Kekse mit Hanfsamen
Foto: Getty Images

Auch in Sachen Nachhaltigkeit und CO2-Bilanz super

Ökologisch gesehen, sind Hanfsamen im Vergleich zu Chia, Macha, Baobab, Acai und Co. die bessere Wahl. Zum einen muss das Produkt weder quer über den Globus transportiert werden, noch werden für den Anbau Regenwälder abgeholzt. Hanf ist ein schnell nachwachsender Rohstoff, dessen einzelne Bestandteile nahezu komplett – beispielsweise auch als Baumaterial – genutzt werden können.

Nährwerte pro 100 Gramm: 31 Gramm Fett, 24 Gramm Eiweiß, 3 Gramm Kohlenhydrate, 41 Gramm Ballaststoffe, 455 Kalorien 

Aber: Hanfsamen sind nicht für jeden geeignet

Die Verbraucherzentrale weist allerdings darauf hin, dass gerade bei Vielverzehrern, Kindern oder Schwangeren gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich sind. Darüber hinaus könnten zudem der Verzehr alkoholischer Getränke und bestimmter Arzneimittel diese Beeinträchtigungen noch verstärken.

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