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Proteinbombe aus Island

Ist Skyr besser als Magerquark oder Joghurt?

Skyr
Viele fitnessbewusste Menschen setzen auf Skyr als Proteinquelle. Doch was unterscheidet die isländische Spezialität von anderen Milchprodukten wie Joghurt oder Quark?Foto: Getty Images

Aus dem Supermarkt ist Skyr kaum noch wegzudenken. Und tatsächlich scheint das isländische Milchprodukt zwei Eigenschaften zu vereinen, die viele als ideal betrachten: einen hohen Eiweißgehalt sowie ein niedriger Fettanteil. Doch ist Skyr wirklich besser als etwa Magerquark?

Was genau ist Skyr und wie wird er hergestellt?

Streng genommen handelt es sich bei Skyr nicht um einen Joghurt, sondern um Frischkäse. Dies ist gesetzlich festgelegt und bezeichnet Milchprodukte, die entweder einen sehr kurzen oder gar keinen Reifeprozess benötigen.

Skyr gehört in Island bereits seit Hunderten von Jahren auf den Speiseplan und galt für viele Bauern als Grundnahrungsmittel. Für die Produktion wird entrahmte Kuhmilch mit Bakterienkulturen angereichert und erhitzt, sodass die Milchproteine eindicken. Die Entrahmung erklärt auch den geringen Fettanteil von Skyr.

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Die Nährwerte von Skyr

Durchschnittlich enthalten 100 Gramm Skyr etwa:

  • 66 Kilokalorien
  • 0,2 g Fett
  • 11 g Protein
  • 4 g Kohlenhydrate
  • 150 mg Kalzium

Skyr im Vergleich zu Magerquark und Joghurt

Skyr hat bei niedrigem Fettanteil einen sehr hohen Kalzium- und Proteingehalt, weshalb er gerade für (Kraft-)Sportler interessant ist. Griechischer Joghurt enthält beispielsweise weniger Eiweiß und deutlich mehr Fett: Er liefert circa 6,5 Gramm Eiweiß, 10 Gramm Fett, circa 133 Kilokalorien und 130 Milligramm Kalzium pro 100 Gramm. Magerquark ist mit ungefähr 13 Gramm Eiweiß, etwa 71 Kalorien und 0,3 Gramm Fett dem Skyr ebenbürtig, einzig der Kalziumgehalt ist mit etwa 90 Milligramm deutlich niedriger. Dafür macht Quark durch seine festere Konsistenz länger satt.

Skyr, Magerquark und Griechischer Joghurt: Nährwert-Tabelle

 SkyrMagerquarkGriechischer Joghurt
Kalorien66 kcal71 kcal133 kcal
Fett0,20,3 g10 g
Eiweiß11 g12 g6,5 g
Kohlenhydrate4 g4 g4 g
Kalzium150 mg90 mg130 mg

Ernährungsexperte und Sportwissenschaftler Dr. Michael Despeghel bestätigt auf FITBOOK-Nachfrage: „Die Naturversion von Skyr enthält ein günstiges Verhältnis der Nährwerte, und der Genussfaktor ist für viele aufgrund der cremigen Konsistenz höher. Außerdem ist er, wie alle Milchprodukte, Omega-6-säurehaltig.“ Hier gibt der Experte jedoch zu bedenken, dass auch Skyr in Maßen genossen werden sollte, da die Botenstoffe der Omega-6-Säure entzündungsfördernd auf den Stoffwechsel wirken können.

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Wie schmeckt Skyr?

Skyr hat einen etwas säuerlicheren Geschmack als Quark und ist cremiger. In der naturbelassenen Variante kann man ihn sowohl zu herzhaften als auch süßen Speisen kombinieren.

Die Supermarkt-Ketten bieten den isländischen Frischkäse in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen an: Honig, Erdbeere, Vanille, Himbeere, Kirsche und so weiter. Allerdings sind diese mit Vorsicht zu genießen, denn sie enthalten nicht nur viel Eiweiß, sondern auch viel Zucker. Idealerweise greift man daher auf die Natur-Variante zurück.

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Woher kommt der Hype?

Eigentlich unterscheidet sich Skyr in puncto Nährwerte kaum von Magerquark, dennoch erlebte das isländische Milchprodukt in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom – warum? „Im Laufe der letzten Jahre hat sich das allgemeine Verständnis entwickelt, Kohlenhydrate seien ‚böse‘ und Eiweiß ‚gut’“, so der Wirtschaftssoziologe und Autor („Grüne Markenführung“) Dr. Oliver Errichiello zu FITBOOK. „Diese Entwicklung ist größtenteils auf Ernährungstrends aus den USA zurückzuführen. Zudem bewerben mittlerweile viele Sportler und Influencer ihre eigenen Eiweißprodukte über die sozialen Netzwerke. Dadurch assoziieren viele Konsumenten Eiweiß mittlerweile automatisch mit einem gesunden, erstrebenswerten Lebensstil.“

Diesen Effekt haben Händler erkannt und nutzen ihn, um Kunden nicht nur ein Produkt, sondern auch das dementsprechende Lebensgefühl zu verkaufen. Und dafür zahlen die Konsumenten auch gerne mehr. Im Vergleich zu Magerquark kostet Skyr bis zu 50 Prozent mehr.

Warum lassen wir uns von solchen Trends so stark beeinflussen? Dr. Errichiello erklärt dies folgendermaßen: „Wir alle leben in sogenannten Meinungswelten. Das bedeutet, dass jeder von uns bestimmten Begriffen eine spezifische Bedeutung beimisst. Bei Eiweiß denken viele beispielsweise direkt an Sportler oder gesunde Ernährung.“ Die Industrie erschafft mithilfe dieser Assoziationen Kollektivbilderdie durch den Einsatz bestimmter Codewörter getriggert werden. Hören wir also beispielsweise „hoher Eiweißgehalt“, denken wir automatisch an Sportler oder eine gesundheitsbewusste Ernährung.

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Fazit zu Skyr

Wer sich fettarm und proteinreich ernähren möchte und eine Alternative zu Magerquark sucht, liegt mit Skyr richtig. Die Nährwerte der Naturversion des isländischen Frischkäses passen gut zum Fitness-Lifestyle. Allerdings sollte einem bewusst sein, dass der Unterschied im Vergleich zu Magerquark hauptsächlich in einer leicht cremigeren Konsistenz und in einem mitunter höheren Preis liegt.