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Bei Experten nachgefragt

Diese Lebensmittel sollen aphrodisierend wirken – aber stimmt das wirklich?

Collage aphrodisierende Lebensmittel
Ob sich das Gegenüber mit dem richtigen Gewürz, Obst oder Meeresfrüchten (schneller) verführen lässt?
Foto: Getty Images / Collage: FITBOOK

Feigen, Chili und nicht zuletzt Austern: Verschiedenen Lebensmitteln wird eine luststeigernde Wirkung nachgesagt. Aber ist da was dran? Und reicht vielleicht der Glaube daran schon aus, damit es funktioniert…?

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Die Idee von aphrodisierenden Lebensmitteln ist nicht neu, sondern von Aphrodite – der römischen Göttin der Liebe – abgeleitet. Seit der Antike findet man sie in der Bezeichnung für Ess- und Trinkbares, das die Lust steigern soll. Wenn sie Gäste empfing, ließ Aphrodite angeblich die Tische mit frischer Minze einreiben, um ein entspanntes, beschwingtes Miteinander zu fördern.

Können Lebensmittel die Lust steigern?

Aber ob das wirklich funktioniert, also: Ob sich das Gegenüber mit dem richtigen Obst-, Gemüse- und Kräutereinsatz (schneller) verführen lässt? Elvira Grudzielski sagt ja. Sie ist Heimatforscherin und Kräuterexpertin aus Thüringen und hat über das Thema ein ganzes Buch geschrieben: „Sinnliche Rezepte für schöne Stunden“. Fragt man sie, soll ein gekonnter Griff ins Kräuterregal genauso viel wie „die kleinen blauen Pillen“ bewirken, also das chemische Potenzmittel Viagra.

Aufgeschnittene Ananas

Laut Grudzielski ist Ananas als Libido-Booster ganz vorne
Foto: Getty Images

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Der Glaube an Aphrodisiaka ist verbreitet

Man muss wahrlich nicht lange suchen, um jemanden zu finden, der Grudzielskis Überzeugung teilt. Der Glaube an Aphrodisiaka, die eine ermüdete Männlichkeit aus dem Schlaf wecken und das sinnliche Vergnügen fördern sollen, ist weit verbreitet.

Diese Lebensmittel gelten als aphrodisierend:

Ananas
Laut Grudzielski ist Ananas die Spitzenreiterin in der Liebesküche: Sie soll die Laune heben und zu lustvollen Aktionen anregen.

Weintrauben
Das Plus an Lustenergie soll – zumindest laut der Kräuterexpertin – auch auf süße Weintrauben zutreffen, weil ihr Zucker direkt ins Blut gelangen und somit Power spenden soll.

Muskat
„Muskatnuss im Wein und du bist mein“, schon einmal gehört? Vermutlich nicht. Anyway: Muskat wird in Europa schon seit dem 16. Jahrhundert eine stark luststeigernde Wirkung nachgesagt.

Ginseng
Die angebliche Wunderwurzel soll das Immunsystem stärken, bei geistiger und körperlicher Beanspruchung helfen und nicht zuletzt potenzsteigernd sein. Darüber hat FITBOOK auch schon mit einem Experten gesprochen

Chili
Dem Gewürz wird nachgesagt, dass es die Ausschüttung von Endorphinen und die Durchblutung der Schleimhäute (also auch ganz bestimmter Schleimhäute) anregt.

Trüffel
Der Duft der Edelpilze kann schon sehr betörend wirken. Grund dafür soll der Sexuallockstoff Androstenol sein, den Trüffel enthalten und verströmen sollen.

Feigen
Feigen sehen, wenn man sie aufschneidet, ja schon irgendwie „sexy“ aus. Zudem soll ihr hoher Gehalt am Vitalstoff Phosphor Lust machen.

Austern
Das wohl bekannteste (angebliche) Aphrodisiakum ist die Auster. Die luststeigernde Wirkung soll auf ihren hohen Zinkgehalt zurückzuführen sein. Eine Auster deckt den Tagesbedarf an Zink, und dies ist für die Produktion des Sexualhormons Testosteron notwendig.

Frau schlürft eine Auster

Die sinnliche Art, Austern (gemeinsam) zu essen und zu zelebrieren, könnte zur angeblich luststeigernden Wirkung beitragen
Foto: Getty Images

Das sagen Experten

Man hätte die Liste gefühlt endlos weiterführen können. Vorher haben wir aber lieber bei Experten nachgefragt. Schließlich sollte sich das mit den Austern, genauer gesagt die vermeintliche Wirkung von Zink, aus medizinischer Sicht doch beurteilen lassen. Und tatsächlich kann ein Mangel an besagtem Spurenelement die Lust senken, wie der Münchner Sexualmediziner Dr. med. Axel-Jürg Potempa im Gespräch mit FITBOOK bestätigt. Allerdings: „Herrscht kein Mangel, bringt eine Extra-Portion des Spurenelements auch nichts.“ Das heißt aber nicht, dass der Arzt eine aphrodisierende Wirkung ganz abtun will. „Der Mythos um die Auster ist so stark, dass man den Placebo-Effekt nicht unterschätzen sollte“, so Potempa.

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Ebenso weiß Johannes G. Mayer, Leiter der Forschungsgruppe Klostermedizin an der Uni Würzburg, dass es weltweit mehrere Hundert Gewächse gibt, denen eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird – es jedoch an wissenschaftlichen Beweisen fehlt (das gilt auch für die oben vorgestellten Lebensmittel). Bei manchen Gewächsen glaubten Kräuterkundige, aus der Gestalt der Pflanze oder Blüte auf eine luststeigernde Wirkung schließen zu können, beispielsweise bei Spargel, Karotte, Meerrettich und ähnlichen Wurzelformen. Kann also klappen!

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Fazit

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