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3.000 Frauen  befragt

Gesundes Sexleben – Studie (be)nennt die besten Techniken für den weiblichen Orgasmus

Gesundes Sexleben
Damit Sex Spaß macht, muss er sich gut anfühlenFoto: iStock/g-stockstudio

„Kipp dein Becken mal ein bisschen ... berühre mich hier, nein da!“ Für guten Sex ist ausprobieren und kommunizieren unabdingbar. Und wie wichtig ein gesundes Sexleben für die Psyche und unseren Körper ist, wurde längst bewiesen. Doch wie beschreibt Frau, was sich gerade gut anfühlt? Eine Studie hat jetzt analysiert, welche Sex-Griffe und Berührungen die weibliche Lust steigern – und ihnen Namen gegeben.

Wer ein gesundes Sexleben hat, lebt zufriedener und gesünder. Doch guter Sex passiert nicht einfach so. Dafür ist es wichtig zu wissen, was man mag und welche Bewegungen für einen funktionieren. Und wenn man das weiß, will das auch noch so kommuniziert werden, dass der oder die Partner*in versteht, was gemeint ist. Um herauszufinden, welche Positionen und Griffe für viele Frauen gleichermaßen funktionieren und dafür passendes Vokabular zu finden, wurden für eine US-Studie nun 3.000 Frauen befragt. Welche Techniken befriedigt sie besonders oder hilft, zum Orgasmus zu kommen?

(Wir verwenden in diesem Text „Frau“ für Menschen mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen.)

Die Studie soll alle Frauen inkludieren

Das Wichtigste vorweg: In der Studie geht es nicht um spezifische Sexstellungen à la Doggy oder Missionarsstellung. Vielmehr ging es den Forschenden darum, universelle Techniken herauszufinden, die Frauen erregen und diese zu benennen. Egal ob Cis oder trans*, egal ob hetero- , bisexuell oder lesbisch und egal, ob Sex mit Partner*innen oder bei der Selbstbefriedigung.

Die Studie stammt von der University of Indiana, die dafür mit der Online-Plattform OMGYes zusammengearbeitet hat; eine Website für Frauen, die sich mit der weiblichen Lust und deren Erforschung auseinandersetzt. Insgesamt wurden über 3.000 Frauen im Alter zwischen 18 und 93 Jahren dazu befragt, was sie beim Sex angenehm finden: In welchem Winkel fühlt sich die Penetration mit Penis, Sexspielzeug, Zunge oder Finger am angenehmsten an? Wie sensibel sind bestimmte Areale? Was führt zu einer Luststeigerung und einem intensiven Orgasmus?

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Diese Orgasmus-fördernden Techniken sollen helfen, ein gesundes Sexleben zu entwickeln

Studienleiterin Dr. Devon Hensel leitete aus der Umfrage vier besonders beliebte Techniken ab und benannte diese auch gleich:

„Angling“ – Ausrichten

Die Daten deuten darauf hin, dass die vaginale Penetration für 87,5 Prozent der Frauen alleine schon durch die richtige Ausrichtung angenehmer wird: Durch drehen, anheben oder absenken des Beckens und der Hüfte kann so der Winkel beim Eindringen verändern werden. So kann selbst bestimmt werden, wo die Reibung stattfindet und die Lust steigert sich.

„Rocking“ – Drinbleiben

Ungefähr 76 Prozent der Frauen empfinden die vaginale Penetration als angenehmer, wenn Kontakt und Druck konstant aufrechterhalten werden. Also wenn Penis, Sexspielzeug, Finger oder Zunge nicht ständig hinein und herausgestoßen werden, sondern die Reibung an der Klitoris gleich bleibt.

„Pairing“ – Verbinden

84 Prozent der Befragten gaben an, häufiger zum Orgasmus zu kommen, wenn sie gleichzeitig vaginal als auch klitoral stimuliert würden. Auch diese Technik funktioniert sowohl bei der Selbstbefriedigung als beim Sex mit Partner*innen.

„Shallowing“ – Dippen

Etwa 70 Prozent der Frauen empfinden die vaginale Penetration zudem als angenehmer, wenn sie ganz „seicht“ stattfand: Also eine sanfte Berührung mit Fingerspitze, einem Sexspielzeug, der Penisspitze, der Zunge oder den Lippen, die weder rein äußerlich bleibt, noch zu tief geht.

Neben diesen vier Kern-Techniken gibt es natürlich noch viele andere, die das weibliche Lustempfinden anheizen: neben der richtigen Atmung zum Beispiel auch das Anspannen von Muskelgruppen im Beckenbodenbereich. Die Stimulation der G-Zonen oder der gesamten Klitoris. Wichtig: Natürlich funktioniert nicht jede Technik für jede Frau, weil jeder Körper individuell ist, genau wie das eigene Lustempfinden. Die eine mag eine bestimmte Berührung, die andere nicht. Deshalb ist es wichtig, in sich hineinzufühlen und selbst herauszufinden, was man reizvoll findet.

Genau deshalb, betont Dr. Devon Hensel, sei es so wichtig, eine klare Sprache zu etablieren, um kommunizieren zu können, was man mag und nicht. Etwas, das gar nicht so einfach ist, wenn einem die richtigen Worte fehlen. Und wie soll man die lernen, wenn weibliche Lust immer noch so ein großes gesellschaftliches Tabu ist?

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Warum ist ein gesundes Sexleben so wichtig?

(Solo-) Sex kann viel mehr als nur Spaß machen: Er ist nämlich auch mental wie körperlich gesund für uns! Es werden die Wohlfühlhormone Dopamin, Endorphin und Oxytocin freigesetzt, die die Stimmung heben. Sex lässt uns Stress abbauen und besser schlafen, er kann nachweislich bei Migräne und Menstruationsbeschwerden helfen.

Auch unser Immun- und Herz-Kreislauf-System profitiert laut Studien von einem gesunden Sexleben. Vor allem ältere Frauen, die sexuell aktiv sind und intensive Orgasmen erleben, können so das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck verringern. Das fanden vor einigen Jahren Forschende der Universität Michigan heraus.