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Von leichter Erkältung bis Fieber

Wie gefährlich ist Sport bei Krankheit?

Sport bei Krankheit: Frau fühlt sich nicht wohl
Sport bei Krankheit kann gefährlich werden, wenn die Beschwerden über das Maß einer leichteren Erkältung hinausgehenFoto: Getty Images

Sport bei Krankheit gilt als gesundheitliches No-Go. Doch wie gefährlich ist es wirklich zu trainieren, wenn man sich nicht richtig gut fühlt? Wäre es bei einer leichten Erkältung vielleicht noch okay oder sogar gesundheitsförderlich – und ab wann sollte dringend Bettruhe eingehalten werden?

Sollte man bei einer triefenden Nase und leichten Halsschmerzen auf das Workout verzichten? Oder hilft moderates Training eventuell sogar bei der Genesung? FITBOOK hat mit dem Gesundheitsexperten, Sportwissenschaftler und Autor Dr. Dr. Michael Despeghel die wichtigsten Fragen um das Thema Sport bei Krankheit geklärt.

Sport bei Krankheit: Bei milden Symptomen kann Bewegung helfen

Interessanterweise würde Despeghel von Sport bei Krankheit nicht grundsätzlich abraten, sofern es sich um milde Symptome handelt, im Gegenteil: Leichte Bewegung könnten den Körper und das Immunsystem aktivieren und dadurch im Kampf gegen mögliche Krankheitserreger unterstützen. „Bei einer drohenden Infektion lässt sich so das Abwehrsystem stärken“, fasst der Experte zusammen. Im Idealfall könne auf diese Weise ein vollständiges Ausbrechen der Erkältung verhindert werden. Wichtig zu betonen ist jedoch, dass mit Sport moderate Bewegung gemeint ist.

Milde Symptome, bei denen Training noch erlaubt ist

Zu den leiden Krankheitssymptome, bei denen moderate Bewegung mitunter sogar gesundheitsförderlich sein kann, sind beispielsweise:

  • Halskratzen
  • eine laufende Nase
  • schwere Beine

Despeghel empfiehlt in diesen Fällen leichte sportliche Aktivitäten wie bspw. Walking, Fahrradfahren oder Schwimmen. Auf extremen Ausdauer- und Kraftsport sollte hingegen verzichtet werden. Denn der Körper und das Immunsystem seien bereits bei Erkältungssymptomen geschwächt.

„Tempo rausnehmen und die gewohnte sportliche Anstrengung verringern“, so der Tipp des Experten. Um wie viel – dafür sollte der Maßstab immer das eigene Befinden sein. Bei extremem Unwohlsein und Schlappheit gilt: Bettruhe, unter die Decke kuscheln und auskurieren.

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Symptome, bei denen man auf keinen Fall Sport treiben sollte

Bei manchen Krankheitsbildern gilt es, vollständig auf Sport zu verzichten. Dazu gehören:

  • Fieber
  • virale
  • bakterielle Infektionen
  • Grippe
  • Halsschmerzen

„Erhöhte Temperatur und Fieber ab 38 Grad sind ein klares Ausschlusskriterium für jegliche körperliche Anstrengung und Bewegung“, warnt Dr. Dr. Despeghel.

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Mit Medikamenten fit für den Sport machen? Bloß nicht!

So mancher überambitionierter (Hobby-)Sportler spielt möglicherweise mit dem Gedanken, sich bei Beschwerden, mit aufputschenden und schmerzlindernden Arzneien fit zu machen. Und das obwohl ohne Medikamente an ein Workout gar nicht zu denken wäre. Laut dem Gesundheitsexperten ist das gar keine gute Idee. Im schlimmsten Fall könne es zu einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kommen und diese sogar lebensgefährlich sein. Daher rät Dr. Dr. Despeghel „zu einer Sportpause von bis zu drei Wochen nach der Erkrankung“, wenn man etwa auf eine Grippe mit Fieber zurückblickt.

Dr. Dr. Despeghel ist Gesundheitscoach, Sportwissenschaftler und Autor zahlreicher Bücher. Der Health-Experte hält regelmäßig Vorlesungen an Universitäten im In- und Ausland sowie Vorstand der deutschen Gesellschaft für präventive Männermedizin e.V.

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