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Darauf sollten Sie achten

Herzmuskelentzündung – Ursachen, Symptome, Behandlung

Herzmuskelentzündung: Illustration
Eine Herzmuskelentzündung ist nicht einfach zu diagnostizieren, was sie umso gefährlicher machtFoto: Getty Images

Vor allem in Zusammenhang mit Covid-19 und der Corona-Impfung fällt immer wieder der Begriff Herzmuskelentzündung. Aber was bedeutet das eigentlich? Und steigt tatsächlich das Risiko, daran zu erkranken, nach einer Corona-Impfung? FITBOOK hat alle Informationen zu den Ursachen, Symptomen und Behandlungsmethoden zusammengetragen.

Der Fachbegriff für eine Herzmuskelentzündung lautet Myokarditis. Oft hört man insbesondere bei Profi-Sportlern von einer Herzmuskelentzündung. Diese sind nämlich stärker gefährdet, weil sie durch intensives Training ihr Herz besonders stark beanspruchen. So besteht die Gefahr, dass eine unentdeckte Myokarditis zu Herzschwäche, zu Herzrhythmusstörungen oder sogar zum plötzlichen Herztod führen kann.1 Grundsätzlich kann aber jeder Mensch eine Herzmuskelentzündung entwickeln, auch kerngesunde Personen. Deswegen erklären wir, was die Ursachen für eine Myokarditis sind, auf welche Symptome Sie achten sollten und wie die Entzündung behandelt wird.

Die Ursachen für eine Myokarditis

Laut dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. (DZHK) ist zumindest in westlichen Ländern meist eine Virusinfektion der Hauptauslöser einer Herzmuskelentzündung. In seltenen Fällen können auch Parasiten, Pilze und Bakterien eine Myokarditis auslösen. Die Erreger dringen in die Zellen ein, vermehren sich dort und können so zur Schädigung des Herzmuskelgewebes führen. Das kann an einer einzelnen Stelle am Herzen passieren, im schlimmsten Fall aber den ganzen Herzmuskel erfassen. Bei der Bekämpfung der Viren hilft oft die Immunabwehr des Körpers. Allerdings reicht diese eben nicht immer aus, was unbehandelt bis hin zum Herztod führen kann.  

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Auslösende Viren sind sehr vielfältig

  • Erkältungs- und Grippeviren
  • Herpes
  • Masern
  • Hepatitis-C
  • HIV
  • Epstein-Barr-Virus
  • Parvovirus B19

Coronavirus kann eine Herzmuskelentzündung auslösen

Auch eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 erhöht deutlich die Wahrscheinlichkeit dafür, eine Myokarditis zu entwickeln. Das wurde mittlerweile in mehreren Studien belegt. US-Forscher aus Ohio haben beispielsweise bei 15 Prozent der von ihnen untersuchten 26 jungen Sportlern Anzeichen für eine Myokarditis gefunden, nachdem sie von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen waren. Und das, obwohl alle Studienteilnehmer nur milde Corona-Krankheitssymptome oder gar keine hatten.

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In einer deutschen Studie wurden 100 Personen mit einem Kardio-MRT untersucht, die ebenfalls nach einer Corona-Infektion genesen sind und zuvor Covid-19-Symptome hatten.3 60 der 100 untersuchten Personen zeigten Anzeichen für eine Herzmuskelentzündung, was ein enorm hoher Anteil ist.

Kann eine Corona-Impfung auch Myokarditis auslösen?

Für Aufregung sorgten Berichte darüber, dass auch Corona-Impfungen das Risiko für eine Muskelerkrankung erhöhen. Doch hier muss man ganz klar den Nutzen und das Risiko abwägen. „Das Auftreten einer impfbedingten Myokarditis oder einer Perikarditis (Entzündung des Herzbeutels, Anm.d.Red.) ist außerordentlich selten“, sagt der Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.4 Laut dem Experten sei das gesundheitliche Risiko durch eine Covid-Infektion in jeder Altersklasse sehr viel höher einzuschätzen als das Risiko einer Herzmuskelentzündung durch eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff.

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Dies bestätigt eine große Studie, die Daten von über 38 Millionen Engländern ausgewertet hat. Die Ergebnisse zeigen, dass das Myokarditis-Risiko durch eine Covid-19-Erkrankung mindestens um das Vierfache höher liegt als das einer impfbedingten Herzmuskelentzündung.5 Übrigens: Laut dieser Studie ist das Risiko einer impfbedingten Herzmuskel- oder einer Herzbeutelentzündung durch einen mRNA-Impfstoff relativ gering. Es trifft im Schnitt nur ein bis zehn Personen pro 100.000 Impfungen6

Die Symptome einer Herzmuskelentzündung

Genau das macht eine Myokarditis tückisch: Die Erkrankung verläuft oft ohne typische Symptome. Dadurch ist es schwierig für Mediziner, sie zu diagnostizieren. Insbesondere wer bei einer Virus-Infektion schon mit anderen stärkeren Symptomen zu kämpfen hat, wie Fieber, Müdigkeit, Husten oder Kopfschmerzen, bemerkt eventuell die Herzbeschwerden nicht. Deswegen ist es laut der Deutschen Herzstiftung besonders wichtig, nach einer überstandenen Virus-Infektion auf das Herz und folgende Symptome zu achten:6

  • Atemnot bei Anstrengung
  • Brustschmerzen
  • Herzrasen
  • Herzstolpern (Rhythmusstörungen)
  • Herzschmerzen (vor allem bei einer Entzündung des Herzbeutels)
  • unerklärliche Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • körperliche Schwäche

Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser kann durch EKG, Röntgenaufnahmen und Echokardiografie überprüfen, ob ein Verdacht auf Myokarditis besteht. Anschließend kann anhand einer Magnetresonaztomographie sowie von Blutuntersuchungen festgestellt werden, ob die Krankheit tatsächlich vorliegt.

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Worauf sollte man bei Kindern achten?

Noch schwieriger ist es bei Babys und Kleinkindern, eine Herzmuskelentzündung zu diagnostizieren. Hier sollten Eltern auf folgende Symptome achten:

  • hohes Fieber
  • eine allgemeine Lethargie
  • Schwitzen
  • schlechtes Trinkverhalten
  • Abgeschlagenheit
  • Schwindel
  • Bauch- oder Muskelschmerzen

Experten der amerikanischen Kardiologenvereinigung ACC definieren eine Myokarditis durch drei wesentliche Punkte7:

  1. das Vorhandensein von kardialen Symptomen, (z. B. Brustschmerzen, Dyspnoe, Herzklopfen, Synkope)
  2. ein erhöhter Troponin-Wert (cTn) im Blut
  3. abnorme Befunde im EKG, Echokardiogramm (z. B. linksventrikuläre Wandbewegungsstörungen), kMRT und/oder Gewebeproben aus Biopsie/Autopsie (z.B. Entzündungszeichen mit Zellzerstörung)

Wie wird eine Herzmuskelentzündung behandelt?

Die wichtigste Maßnahme: körperliche Schonung! Vor allem darf man gar keinen Sport treiben, um das Herz nicht zu überlasten. Obwohl es vielen Menschen schwerfällt, sich körperlich nicht zu betätigen und auf der „faulen Haut“ zu liegen, ist es in diesem Fall die beste Therapie. So kann bei leichten Fällen allein schon das Ausruhen dafür sorgen, dass man nach ein paar Wochen wieder gesund wird.

In ernsteren Fällen kommen auch Medikamente zum Einsatz. Sie sollen vor allem Herzrhythmusstörungen beseitigen. Sollten diese keinen Erfolg haben, bekommen Patienten eine sogenannte Defibrillator-Weste. Diese überwacht die Herzfunktion und kann im Notfall sogar einen Stromschlag abgeben, um vor einem Herztod zu schützen.

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Nicht zu früh mit dem Sport anfangen!

Laut der Deutschen Herzstiftung können besonders jene Menschen eine Myokarditis entwickeln, die nach einer Virusinfektion zu früh mit dem Sport anfangen. Erst wenn man wirklich wieder komplett fit ist, sollte man langsam mit sportlichen Aktivitäten anfangen.

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Wird eine Myokarditis festgestellt, sollte man starke körperliche Belastungen in einem Zeitraum von drei bis sechs Monaten vermeiden. Insbesondere also keinen Sport treiben. Sonst kann es zu gravierenden Komplikationen kommen wie Herzschwäche, Atemnot und Herzrhythmusstörungen. Im schlimmsten Fall droht der Herztod.

Experten der amerikanischen Kardiologenvereinigung ACC geben folgende Empfehlungen zur Behandlung von Herzmuskelentzündungen7:

  • Patienten, die ausschließlich Brustschmerzen haben, aber keine Anzeichen von Herzschwäche (eingeschränkte linksventrikuläre Funktion) oder von Rhythmusstörungen haben, können ambulant behandelt werden und müssen zu einer Nachkontrolle nach drei bis sechs Monaten.
  • Bei einer mild bis moderat ausgeprägten Myokarditis wird zum Klinikaufenthalt geraten. Je nach Symptomen könnten dort Sauerstoff, Kortikosteroide oder nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAID) verabreicht werden.
  • Patienten ohne Beschwerden bzw. Symptomen, die einen Zufallsbefund einer Myokardbeteiligung haben, brauchen keine Behandlung. Sie sollten aber auf Warnsignale wie Brustschmerzen und Kurzatmigkeit achten.

Quellen

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