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Es gibt eine klare Antwort

Ist Sport vor der Corona-Impfung gut oder schlecht?

Sport vor Corona-Impfung
Aus der Forschung zur Grippe-Impfung weiß man: Sport vor dem Pieks verbessert die Immunantwort – und verlängert sogar die Impfwirkung. Gilt das auch für die Corona-Impfung?Foto: Getty Images, Collage: FITBOOK

Kann man mit einem Workout vor der Corona-Impfung möglicherweise deren Wirkung verbessern? Oder ist davon abzuraten? Jüngere gut untersuchte Studien zu anderen Impfstoffen haben auf diese Frage eine ganz klare Antwort.

Auf fachliche Richtigkeit geprüft von
Enrico Zessin, Arzt in Weiterbildung für Innere Medizin und Sportmedizin, Verbandsarzt Deutscher Leichtathletik Verband und Diplom-Molekularbiologe

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Trainierter Muskel „zieht“ Impfstoff möglicherweise besser in die Zellen

Mit mehr Immunzellen im Körper – was dank ausreichend Bewegung der Fall ist – gibt es auch für den Impfstoff mehr „zu tun“. Muskelbewegungen wirken da wie zusätzliche Helfer. „Wenn Sie die Muskeln trainieren, in die Sie auch den Impfstoff erhalten, setzen diese Immunsignale frei, was ihn möglicherweise effektiver in die Zellen zieht“, zitiert „The Sydney Morning Herald“ den australischen Sportmediziner Rob Newton. Daher liegen für ihn die Vorteile, vor der Corona-Impfung Sport zu machen, auf der Hand. Sein Tipp: Eine Stunde leichte Bewegung vor und nach der Impfung erzielt die besten Effekte. Am Folgetag sollte man seinem Körper allerdings eine Pause gönnen.

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Ist es ratsam, vor der Corona-Impfung zu trainieren?

Ob Sport vor der Corona-Impfung zu ähnlich positiven Ergebnissen führt wie bei der Grippe-Impfung, konnte bislang natürlich noch nicht bewiesen werden. Laut Newton ist davon auszugehen: „Auch Corona-Impfstoffe erfordern immer noch die Beteiligung des Immunsystems und die Aktivierung von Immunzellen. Und Bewegung sorgt dafür, dass sich diese besser verteilen.“ Er selbst wird es so halten: „Ich trainiere bereits regelmäßig und wenn ich an der Reihe bin, werde ich vor meinem Termin Sport machen.“

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Fazit

Es ist davon auszugehen, dass lockerer Sport bzw. leichte Bewegung den Corona-Impfstoff bei seiner „Arbeit“ im Körper genauso oder ähnlich gut unterstützt wie der Grippe-Impfstoff. Intensives Krafttraining sollte jedoch vermieden werden, da hier (gewollte) Mikroläsionen in der Muskulatur entstehen. Das Immunsystem ist dann auch mit dessen Reparatur beschäftigt und es fehlt entsprechend an Kapazität für den Impfstoff. Auch lange härtere Ausdauereinheiten sollte man mindestens einen Tag zuvor nicht machen, da es aufgrund der hohen Belastung und besagten Muskelläsionen nach drei Stunden bis zu drei Tagen nach der Trainingseinheit zu einer Immunsuppression kommen kann. Das Immunsystem ist dann mit der „Reparatur der Trainingsschäden“ beschäftigt und steht nur vermindert für andere Dinge zur Verfügung. In dieser Zeit ist man auch vermehrt infektanfällig.

Vor der Impfung sollte also nur lockerer Sport bzw. leichtes Bewegungstraining durchgeführt werden, damit die Durchblutung und der Stoffwechsel gesteigert wird und das Immunsystem besser arbeiten kann. Die Frage, ob Sport vor der Corona-Impfung eine gute Idee ist, kann also mit einem klaren Ja beantwortet werden, sofern es sich um moderates Training handelt.

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