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Studienlage

4 mögliche negative Auswirkungen von Aspirin auf die Gesundheit 

negative auswirkungen aspirin: Aspirin-Tabletten
Viele Menschen schwören auf Aspirin bei Schmerzen und Fieber. Doch das Medikament kann auch schaden.Foto: Getty Images

Kopfschmerzen? Jetzt hilft eine Tablette Aspirin. Das Schmerzmittel ist bei vielen Menschen fester Bestandteil der Hausapotheke. Doch das Medikament kann unter bestimmten Bedingungen auch schädlich sein.

Laut Studien soll Aspirin mehr können als nur gegen Kopfschmerzen helfen. So gibt es wissenschaftliche Hinweise, dass das Medikament gegen Darmkrebs hilft, vor einer Ansteckung mit Corona schützen und die Genesung beschleunigen, sowie niedrig dosiert bei Frauen das Risiko für Fehlgeburten mindern kann. Zudem ist besonders in den USA die Annahme verbreitet, dass man das Schmerzmittel prophylaktisch (täglich) einnehmen sollte, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Die Deutsche Herzstiftung dagegen warnt vor zu häufiger Einnahme.1 Und auch die aktuelle Studienlage deutet darauf hin, dass Aspirin unter bestimmten Bedingungen negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann.

Mögliche schädliche Wirkungen von Aspirin

Der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Aspirin und der Herzgesundheit sind schon länger umstritten. Da Acetylsalicylsäure (kurz: ASS), weltweit hauptsächlich unter dem Markennamen Aspirin bekannt, nicht nur schmerzlindernd, sondern auch blutverdünnend und entzündungshemmend wirkt, wird angenommen, dass sie vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen kann. Viele Menschen nehmen Aspirin deshalb präventiv ein, ohne sich möglicher negativer Auswirkungen bewusst zu sein. Und diese können tatsächlich auch – aber nicht nur – das Herz betreffen.

Wirkung auf das Herz

Eine Studie von 2021 zeigte, dass Aspirin nicht jedem als Prophylaxe in Sachen Herzgesundheit zu empfehlen ist. Sie kam nämlich zu dem Ergebnis, dass das Medikament Personen, die mindestens einen Risikofaktor für Herzversagen aufwiesen, schaden kann. Der Grund: Es erhöht offenbar die Wahrscheinlichkeit für einen Infarkt.2 Bei den Risikofaktoren handelte es sich u. a. um Rauchen, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte sowie Diabetes.

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Blutungen durch Aspirin?

Aber auch Menschen, die nicht durch einen der zuvor genannten Faktoren vorbelastet sind, sollten die regelmäßige und langfristige Einnahme von Aspirin nicht unterschätzen. Eine Studie der University of Georgia untersuchte 1000 Probanden, die fünf Jahre lang täglich Aspirin genommen hatten. Während sich einerseits zeigte, dass in dieser Phase weniger Herzbeschwerden aufgetreten waren, stellten die Wissenschaftler auf der anderen Seite deutlich mehr Fälle von inneren Blutungen, u. a. im Bauch fest. Das Forschungsteam zeigte sich insbesondere über die Zahl der Aspirin-Konsumenten beunruhigt, die Blutungen im Gehirn erlitten.3

Eine Studie der U.S. Preventive Services Task Force (USPSTF) kam zu dem Schluss, dass insbesondere Menschen über 60 Jahren davon abzuraten sei, präventiv Aspirin einzunehmen. Das Team hatte dafür 13 randomisierte klinische Untersuchungen mit insgesamt 161.680 Probanden analysiert, die täglich eine geringe Dosis Aspirin (100 Milligramm) als vorbeugende Maßnahme zum Schutz vor Herzerkrankungen genommen hatten. Auch hier bestätigte sich die Gefahr innerer Blutungen – besonders für ältere Menschen. Der Grund liegt womöglich darin, dass sich das Risiko für Blutungen mit zunehmendem Alter generell erhöht. Der blutverdünnende Effekt von Aspirin könnte diese Gefahr noch verstärken.4

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Wirkung auf die Leber

Chinesische Forscher warnen vor der negativen Auswirkung von Aspirin auf die Leber, insbesondere bei kranken Menschen. Eine Analyse von Krankenhausdaten von 156.570 Menschen hatte ergeben, dass entzündungshemmende Medikamente wie Aspirin und Ibuprofen die Leber angreifen können. Besonders gefährdet seien Menschen mit hohen Cholesterinwerten, Herz-Kreislauf-Beschwerden und bereits geschädigter Leber. Auch Personen, die sich bereits einer Operation hatten unterziehen müssen, sollten laut der Studie eher auf die Einnahme von Aspirin und ähnlichen Mitteln verzichten.5

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Zusammenhang zwischen Aspirin und Krebs

Ein weiterer Grund, sparsam mit Aspirin umzugehen: Das Medikament erhöht laut einer fünfjährigen Studie mit 19.114 älteren australischen und US-amerikanischen Teilnehmern das Risiko, infolge einer Krebserkrankung zu sterben.

Ziel der Studie war es, genauer zu verstehen, inwieweit Aspirin mit der Entstehung von Krebs und dem Risiko, als Krebspatient an der Erkrankung zu sterben, in einem Zusammenhang steht. Die Ergebnisse: Aspirin kann das Risiko, eine Krebsdiagnose zu erhalten, um 19 Prozent erhöhen. Das Risiko, dass die Diagnose „Krebs im fortgeschrittenen Stadium“ lautet, sei durch die Aspirin-Einnahme um 22 Prozent erhöht. Die Sterblichkeitsrate war besonders hoch bei den Probanden, die eine fortgeschrittene solide Krebserkrankung hatten und Aspirin einnahmen.6 Zu den Krebsarten mit sogenannten soliden Tumoren (in einem Organ örtlich festgesetzte, feste, harte Krebszellen) zählen u. a. BrustkrebsProstatakrebsDarmkrebs oder Lungenkrebs.7

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Fazit

Nach aktuellem Wissensstand kann Aspirin schwerwiegende negative Auswirkungen haben. Besonders, wenn man das Medikament regelmäßig einnimmt, gesundheitlich vorbelastet und/oder bereits älter ist. Von einer regelmäßigen Einnahme ist in den meisten Fällen also abzuraten. Hin und wieder eine Tablette zu nehmen, wenn einen Kopfschmerzen quälen, ist natürlich vollkommen okay. Alles, was darüber hinausgeht, sollte jedoch nur in Absprache mit dem Arzt geschehen.

Quellen

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