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Studie aus Kalifornien

Aspirin kann dabei helfen, Darmkrebs aufzuhalten

Darmkrebs Aspirin: Darmkrebs
Bei Darmkrebs sind meist Dickdarm (Kolonkarzinom) oder Mastdarm (Rektumkarzinom), in sehr seltenen Fällen auch Dünndarm oder betroffen Foto: Getty Images

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen und betrifft insbesondere Menschen ab 50 Jahren. Die Heilungschancen hängen oft davon ab, wie weit sich das Karzinom bereits ausgebreitet hat. Forscher haben nun herausgefunden, dass Aspirin dabei helfen kann, das Wachstum der Krebszellen aufzuhalten.

Das weitverbreitete Medikament wird vor allem für seine schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung geschätzt. Doch offenbar könnte Aspirin auch im Kampf gegen Darmkrebs hilfreich sein.

Aspirin beeinflusst Entwicklung von Darmkrebszellen

Laut Forschern der University of California, Irvine (USA) könnte Aspirin die Entwicklung von Darmkrebszellen so beeinflussen, dass diese weniger überlebens- und vermehrungsfähig sind. Demnach verlangsamt Aspirin die Teilung der Tumorzellen und erhöht gleichermaßen die Zelltodrate.1

Die Studie erschien kürzlich im Fachmagazin „eLife“. Co-Autor Dominik Wodarz, Professor für Bevölkerungsgesundheit und Krankheitsprävention am Institut für Öffentliche Gesundheit erklärt: „Krebs entsteht, weil sich Zellen von einem gesunden zu einem krankhaften Zustand entwickeln, in dem sie sich pausenlos teilen. Das passiert, wenn Zellen eine Reihe von Mutationen erworben haben und diese Mutationen ausgewählt wurden. Wir fanden heraus, dass Aspirin diesen Entstehungsprozess beeinflusst und verlangsamt.“2

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Studie mit Lynch-Syndrom-Patienten

Eine frühere Studie hatte bereits die Wirkung von Aspirin auf Patienten mit Lynch-Syndrom untersucht. Dabei handelt es sich um eine Erbkrankheit, die das Risiko für die Entwicklung bestimmter Krebsarten wie Darmkrebs erhöht. Die Patienten nahmen zwei Jahre lang täglich 600 Milligramm Aspirin zu sich. Das Ergebnis: Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, sank um 63 Prozent.3 Viele andere Studien bestätigten dieses Ergebnis. Nun konnte erstmals nachgewiesen werden, wie Aspirin auf Zellen von Darmkrebs wirkt.

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Mathematisches Modell gibt Aufschluss

Das Besondere: Die aktuelle Studie der University of California stützt sich nicht allein auf empirische Ergebnisse. Stattdessen entwickelte Hauptautorin Natalia Komarova, Professorin für Mathematik, ein mathematisches Modell, anhand dessen die Inzidenz auf Bevölkerungsebene vorhergesagt werden konnte, wenn man die Zellkinetik durch eine Behandlung mit Aspirin veränderte. Die Professorin: „Wir dachten, dass eine verlangsamte Entwicklung von Krebs aufgrund von Aspirin irgendwie aus einer verlangsamten Entwicklung der Zellen in Richtung Bösartigkeit entstehen muss. Was uns überraschte, war, dass dieser Mechanismus das in der menschlichen Bevölkerung beobachtete Schutzniveau ziemlich gut erklären konnte. Mit anderen Worten: Das vorhergesagte Ausmaß stimmte mit der in epidemiologischen Studien in der menschlichen Bevölkerung beobachteten Schutzwirkung überein.“

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Und ihr Kollege Dominik Wodarz betont: „Diese Arbeit ist ein Beispiel dafür, dass mathematische Ansätze sehr nützlich sein können, um komplexe Phänomene in der Krebsbiologie zu verstehen. Solche Einsichten hätte man nicht durch Experimente allein gewinnen können. Es erfordert die Zusammenarbeit von empirischer biologischer Arbeit und Mathematik.“

Quellen

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