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Anzeichen, Ursachen, Behandlung

Das sind typische Symptome bei Darmkrebs

Illustration von einem Darm mit Krebszellen
Das Tückische am Darmkrebs ist, dass sich häufig erst spät Symptome bemerkbar machenFoto: Getty Images

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Die Erkrankung tritt vor allem bei Menschen ab 50 Jahren und betrifft in den meisten Fällen Dickdarm (Kolonkarzinom) oder Mastdarm (Rektumkarzinom), kann aber in sehr selten Fällen auch den Dünndarm oder den After betreffen. Wie bei allen Krebserkrankungen gilt auch hier: Je früher man die Erkrankung entdeckt, desto besser sind die Heilungschancen. FITBOOK gibt einen Überblick über die Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Darmkrebs (kolorektales Karzinom) entsteht, wenn sich im Darm tumoröse Wucherungen bilden. In der Regel beginnen diese Wucherungen als kleine gutartige Zellklumpen, sogenannte Polypen, die sich an der Darminnenwand bilden. Das Tückische: Polypen rufen, wenn überhaupt, nur sehr wenige und leichte Beschwerden hervor. Als Vorsorgeuntersuchungen wird Frauen ab dem 50. Lebensjahr und Männer ab dem 55. Lebensjahr eine Darmspiegelung (Koloskopie) empfohlen. Welche Symptome weisen auf Darmkrebs hin und was kann man in puncto Lebensstil tun, um einer Erkrankung entgegenzuwirken?

Was sind Symptome von Darmkrebs?

Unglücklicherweise treten Symptome von Darmkreb in der Regel nicht in den frühen Stadien der Erkrankung auf, sondern erst in fortgeschrittenen Stadien. Auch die Art und Schwere der Symptome variiert, je nachdem wie groß die tumorösen Wucherungen sind und wo sie liegen. Symptome von Darmkrebs können sein:

  • abwechselnd auftretend Durchfall und Verstopfung
  • Veränderung in der Stuhlkonsistenz, z.B. weicher oder harter Stuhl
  • Blut im Stuhl
  • helles Blut beim Stuhlgang, das aus dem Rektum kommt
  • ständiges Gefühl bzw. Bedürfnis, Stuhl entleeren zu müssen
  • Bauchschmerzen, Krämpfe, Völlegefühl oder Blähungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwächegefühl und Müdigkeit
  • ungewollte Gewichtsabnahme
  • Appetitverlust
  • Reizdarmsyndrom
  • Eisenmangel

Symptome wie blutiger Stuhlgang, Veränderung in der in den Stuhlganggewohnheiten und Darmbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen sind Anzeichen, die sich auch schon in frühen Stadien von Darmkrebs bemerkbar machen. In fortgeschrittenen Stadien können heftigeren Symptome wie Blutarmut, Gewichtsverlust oder Darmverschluss hinzukommen.1

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Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es für die Erkrankung?

Die genauen Ursachen von Darmkrebs werden weiter erforscht. Krebs allgemein kann durch genetische Mutationen entstehen, die entweder vererbt, oder durch andere Faktoren erworben sein können. Durch diese Mutationen kann es dazu kommen, dass sich Polypen an der Darmschleimhaut bilden, die sich unbehandelt zu tumorösen Wucherungen entwickeln können. Die Mutation alleine ist keine Garantie, dass man Darmkrebs bekommt, sie erhöht lediglich das Risiko einer Erkrankung. Weitere Faktoren, die das Risiko einer Darmkrebserkrankung erhöhen, sind:2

  • über 50 Jahre alt sein
  • medizinische Vorgeschichte mit Darmpolypen
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen, wie z.B. Colitis ulcerosa
  • genetische Prädisposition
  • Übergewicht
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Typ-2 Diabeteserkrankung
  • ungesunde, ballaststoffarme Ernährung mit viel rotem und verarbeitetem Fleisch
  • wenig Bewegung

Wenn ein oder mehrere Faktoren auf jemanden zutreffen, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass man Darmkrebs bekommt. Vielmehr gilt es in diesen Fällen, auf einen präventiven Lebensstil zu achten und die Möglichkeit regelmäßiger medizinischer Check-ups zu ergreifen.

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Wie wird Darmkrebs diagnostiziert?

Je früher die Erkrankung diagnostiziert wird, desto eher kann man mit einer Behandlung beginnen und einem Fortschreiten der Krankheit entgegenwirken. Durch Früherkennungsmaßnahmen wie regelmäßige Darmspiegelungen und Stuhlproben – insbesondere ab dem 50. Lebensjahr – besteht die Möglichkeit, die Polypen früh zu entdecken und Behandlungsmaßnahmen einzuleiten. Oft entdeckt man genau bei diesen Routineuntersuchungen erste Anzeichen oder auch eine schon fortgeschrittene Erkrankung. Das Bundesministerium für Gesundheit gibt auf seiner Website Informationen (hier nachzulesen), wann und welche Möglichkeiten gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland auf Darmkrebsvorsorge haben.

Wenn man mit Symptomen, die auf Darmkrebs hinweisen, einen Arzt aufsucht, nimmt dieser nach ausführlicher Anamnese weitere Untersuchungen vor. Neben einer Stuhlprobeuntersuchung sowie Darmspiegelung kann der behandelnde Arzt unter anderem eine Tastuntersuchung des Enddarms, einen Ultraschall des Bauchraums oder Bluttests vornehmen. Bei Endarmkrebs können außerdem ein Magnetresonanztomografie (MRT) sowie einer Endoskopie weitere Klarheit schaffen.3

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Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine Behandlung von Darmkrebs hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab und wird von einem Arzt auf den Patienten und dessen vorliegende Gesundheitszustand abgestimmt. Als mögliche Behandlungsmaßnahmen kommen – je nach Stadium der Erkrankung – häufig infrage:

  • eine Operation, wenn krebsartige Polypen noch nicht mit der Darmwand verwachsen und chirurgisch sicher zu entfernen sind. Im Falle einer Verwachsung muss unter Umständen betroffenes Gewebe, d.h. zum Beispiel Teile des Dickdarms oder Rektums, mit entfernt werden.
  • Chemotherapie, bei welcher bestimmte Medikamente eingesetzt werden, um die Krebszellen abzutöten.
  • Bestrahlung, welche häufig parallel zur Chemotherapie erfolgt und durch starke Strahlung, ähnlich wie Röntgenstrahlung Krebszellen zerstören soll.
  • andere Medikamente zur Krebsbehandlung oder in späten Stadien zur Schmerzbehandlung.

Die Behandlungsmöglichkeiten werden häufig miteinander kombiniert, um die Heilungschancen zu maximieren. Wenn der Krebs schon in andere Organe gestreut hat und die Prognosen einer erfolgreichen Behandlung gering sind, konzentriert sich eine Therapie gegebenenfalls auf das Behandeln von Schmerzen.4

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Wie häufig ist Darmkrebs und wie sind die Prognosen?

Bei fast jeder achten Krebserkrankung in Deutschland handelt es sich um Darmkrebs bzw. betrifft sie den Dickdarm (Kolon) oder Mastdarm (Rektum). Das macht Darmkrebs sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu einer der dritthäufigsten Krebserkrankungen in der Bundesrepublik. Laut dem Robert Koch-Institut wird eine von 19 Frauen und einem von 15 Männern im Laufe des Lebens die Diagnose Darmkrebs gestellt. Die relative 5-Jahre-Überlebensrate bei einer Diagnose liegt bei Frauen und Männern bei circa 63 bis 65 Prozent und die 10-Jahre Überlebensrate bei 57 bis 62 Prozent.5

Welche Rolle spielt ein gesunder Lebensstil?

Wer Angst hat, an Krebs zu erkranken oder durch die eigene genetische Familiengeschichte ein erhöhtes Darmkrebsrisiko hat, sollte – neben der Wahrnehmung regelmäßiger Früherkennungsuntersuchungen – ganz besonders darauf achten, einen für die Darmgesundheit vorteilhaften Lebensstil zu pflegen. Konkret heißt das: nicht zu rauchen, wenig bis keinen Alkohol zu trinken, regelmäßig Sport zu treiben, auf rotes und verarbeitetes Fleisch zu verzichten und – ganz besonders wichtig – sich gesund, das heißt, ballaststoffreich, mit vielen Vollkornprodukten sowie Obst und Gemüse zu ernähren.6

Quellen

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