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Urologe erklärt

Was jeder Mann über Prostatakrebs und die Vorsorge wissen sollte

prostatakrebs untersuchung: Symbolbild einer Prostata
In der Regel sind Männer erst um die 50 gefährdet, an Prostatakrebs zu erkranken. Kontrollen sind aber schon früher wichtigFoto: Getty Images

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung unter deutschen Männern. Umso wichtiger, sich untersuchen zu lassen – spätestens ab einem bestimmten Alter und/oder bei der Wahrnehmung erster Symptome. FITBOOK hat mit einem Fachmann gesprochen.

Ein unangenehmes, aber wichtiges Thema. Die Forschung arbeitet seit einer Weile an Methoden zur vereinfachten Früherkennung von Prostatakrebs. So berichteten Wissenschaftler z. B. 2019 im Fachjournal „BJUI International“ über einen neuen Urintest, mit dessen Hilfe sich aggressive Formen von Prostatakrebs erkennen lassen.1 Auf dieser Basis soll ein Arzt dann entscheiden können, ob eine Behandlung erfolgen muss. Noch ist der Test nicht ausgereift, und bis es so weit ist, könnte es dauern. Natürlich sollten Männer die Gefahr schon vorher im Blick haben. Was Männer über Prostatakrebs und Untersuchungen zur Vorsorge wissen sollten.

Was ist die Prostata und was macht sie?

Bei der Prostata handelt es sich um die Vorsteherdrüse. Dies ist ein männliches Fortpflanzungsorgan, das ein bestimmtes Sekret bildet, welches maßgeblich an der Spermaproduktion beteiligt ist. Vor allem ab dem 50. Lebensjahr steigt die Gefahr auf einen Tumor in der Prostata (auch: Prostatakarzinom). Laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten gibt es pro Jahr fast 65.000 Neuerkrankungen. Davon enden weniger als ein Fünftel tödlich.2 Es drohen jedoch andere Spätfolgen, welche die Lebensqualität des Betroffenen (auch nach einer überstandenen Krankheit) stark vermindern können. Dazu zählen u. a. dauerhafte Impotenz und Harninkontinenz.

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Ab wann sollte man eine Prostata-Untersuchung machen lassen?

Spätestens ab Mitte 40 sollte man mit Untersuchungen zur Früherkennung von Prostatakrebs beginnen. So kann man verhindern, dass die Krankheit nicht womöglich unerkannt voranschreitet. Ein Problem nämlich: Prostatakrebs hat im früheren Stadium keine oder höchstens sehr unspezifische Symptome. Diese unterscheiden sich kaum – und wenn, dann erst mit Fortschreiten der Erkrankung – von einer gutartigen Prostatavergrößerung. Wichtig: Die meisten gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei Männern ab 45 Jahren einmal jährlich die Kosten der Vorsorgeuntersuchung.

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Wie macht sich die Erkrankung bemerkbar?

Der Tumor kann beim Wasserlassen Beschwerden bereiten. Auch können Blut im Sperma und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auf eine Krebserkrankung hinweisen. Beides ist unter Umständen aber auch auf eine einfache Entzündung oder Vergrößerung der Prostata zurückzuführen. Eine gründliche Kontrolle derartiger Symptome ist in jedem Fall ratsam.

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Tut Prostatakrebs weh?

Nein, beziehungsweise erst dann, wenn der Krebs im fortgeschrittenen Stadium in benachbarte Nerven eingewachsen sein sollte. Behandelt man ihn rechtzeitig und richtig, sollte es dazu nicht kommen, und dann bestehen auch wie bereits erwähnt gute Heilungschancen (im Vergleich zu anderen Krebsarten).

Wie sieht eine Untersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs aus?

Der Urologe ermittelt im Patientengespräch, ob Hinweise auf die Erkrankung bestehen. Danach sind rektale Tast- und/oder Ultraschalluntersuchungen üblich. Zusätzlich wird (bei einem Anfangsverdacht) meist per Blutuntersuchung der PSA-Wert (Prostata-spezifische Antigen) bestimmt. Verhärtet sich der Verdacht, werden Gewebeproben entnommen und eingeschickt. Und bestätigt er sich, kann der Fachmann per bildgebendem Untersuchungsverfahren ermitteln, wie weit fortgeschritten die Krankheit ist.

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Welche Therapieformen gibt es?

Nicht immer muss man ein Prostatakarzinom behandeln. Vor allem bei älteren Menschen und wenn der Tumor keine (bedrohliche) Entwicklung nimmt, tendieren Ärzte dazu, ihn lediglich zu überwachen. Ansonsten gibt es neben der invasiven Möglichkeit einer Operation und einer Chemotherapie auch die der Kryotherapie, bei der die Prostata (oder der betroffene Teil davon) unter Einwirkung sehr kalter Temperaturen „gefrostet“ wird. In der Regel versuchen Urologen, die Wünsche des Patienten bei der Wahl der Behandlungsmethode zu berücksichtigen.

Mann bereitet sich Gemüse zu
Eine ausgewogene Ernährung, zu großen Teilen bestehend aus pflanzlichen Lebensmitteln, soll das Krebsrisiko senken könnenFoto: Getty Images

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Kann man Prostatakrebs verhindern?

Was man isst und trinkt, spielt generell eine wichtige Rolle für einen gesunden Körper und somit auch zur Vorbeugung von Krankheiten. Gemüse und Gewürzen der Gattung der Kreuzblütengewächse (u.a. Brokkoli, Radieschen und Kohl) werden zumindest geringfügige (prostata-)krebsvorbeugende Eigenschaften nachgesagt. Dies gilt laut den Experten des Uni Klinikums Heidelberg auch für Sonnenblumenöl, Granatapfelsaft und Rotwein (bis zu 4 Gläser pro Woche).3 Die Ernährung sollte möglichst entzündungshemmend sein, also aus moderaten Fleischmengen bestehen. Alkohol sollte man nur in Maßen konsumieren. Die Deutsche Krebsgesellschaft empfiehlt insbesondere, körperlich aktiv zu sein und zu versuchen, Normalgewicht zu halten.4

Quellen

Fachliche Beratung durch Dr. med. Christoph Pies, Facharzt für Urologie aus Aachen.

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