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Studie aus Israel

Aspirin könnte davor schützen, sich mit dem Coronavirus zu infizieren

Frau nimmt Aspirin
Aspirin wirkt schmerzlindernd, blutverdünnend – und schützt womöglich vor einer Corona-InfektionFoto: Getty Images

Die regelmäßige Einnahme von Aspirin soll bei Vorbelasteten zur Prävention verschiedener Erkrankungen sinnvoll sein. Offenbar kann das Mittel auch zu einem gewissen Grad davor schützen, sich mit dem Coronavirus anzustecken, bzw. einen etwaigen Covid-19-Verlauf günstig beeinflussen. Das erklären Forscher aus Israel aktuell auf Basis einer Studie.

Vor allem Menschen, bei denen eine Veranlagung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht, empfehlen Ärzte die regelmäßige Einnahme von Aspirin*. Der darin enthaltene Wirkstoff ASS (=Acetylsalicylsäure) verdünnt das Blut und reduziert die Gerinnungsneigung der Blutplättchen. Die Vergabe des Mittels soll verhindern, dass es (erneut) zu einem lebensbedrohlichen Ereignis wie bspw. einem Herzinfarkt kommt. Viele Menschen greifen daher täglich zu niedrig dosiertem Aspirin – und verhindern dadurch womöglich unbewusst, sich mit Corona anzustecken.

Studie zur Wirkung von Aspirin auf Corona

Hinter der Untersuchung stecken Mitarbeiter der israelischen Forschungseinrichtungen Leumit Health Care Services, des Barzilai Medical Centers sowie der Bar-Ilan Universität. Sie sprechen in einer Pressemitteilung von „vielversprechenden“, wenn auch „vorläufigen“, Studienergebnissen.

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Rund 30 Prozent geringeres Corona-Infektionsrisiko dank Aspirin

Die Forscher haben mehr als 10.000 Daten israelischer Patienten ausgewertet, welche zwischen dem 1. Februar und 30. Juni 2020 auf das Coronavirus getestet worden waren. Dabei stellten sie ein um 29 Prozent verringertes Infektionsrisiko bei denjenigen fest, die regelmäßig Aspirin einnahmen.

Aspirin fördert Genesung im Fall von Covid-19

Und offenbar wirkt sich das Mittel auch auf einen etwaigen Krankheitsverlauf aus. Im Schnitt genasen Patienten, zu deren regelmäßiger Medikation Aspirin gehörte, um zwei bis drei Tage schneller. Ebenso sei bei ihnen die Zeit zwischen dem erstmals positiven Corona-Test und einem negativen Ergebnis, welches die Infektion als überstanden markierte, „signifikant“ kürzer gewesen.

Erklärungsansätze

Die Studie ist aktuell im Fachblatt „FEBS Journal der Federation of European Biochemical Societies“ nachzulesen. In der Zusammenfassung erklären die Wissenschaftler, ihre Forschungsarbeit vertiefen und die vorläufigen Ergebnisse genauer untersuchen zu wollen. Noch sei nicht klar, auf welche Weise das Schmerzmittel das Immunsystem unterstütze, bzw. welche Wirkmechanik hinter dem günstigen Effekt von Aspirin auf Corona stecke. Es seien weitere randomisierte Studien mit größeren Teilnehmerzahlen geplant.

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* Wichtig: Keinesfalls sollten Sie sich selbst eine regelmäßige Behandlung mit Aspirin verordnen, auch nicht aus Angst vor Corona. Das Mittel mag bei der entsprechenden Indikation schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken, hat aber auch verschiedene, mitunter schwere Nebenwirkungen. Und auch für die selteneren davon erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, wenn man Aspirin sehr häufig einnimmt. Daneben kann die blutverdünnende Wirkung, welche den Schutz vor Herz-Kreislauf-Ereignissen verbessern soll, auch unerwünschte Folgen haben und bspw. Blutungen begünstigen oder verstärken, die je nach Lage und Schwere schlimmstenfalls tödlich enden können.