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Abnehmwunsch? Intervallfasten scheinbar nicht effektiver als andere Diäten

Hilft Intevallfasten beim Abnehmen?
Intervallfasten im Check: Eine neue Arbeit dämpft den Hype Foto: SimpleImages
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Anna Echtermeyer
Redakteurin

16. Februar 2026, 13:13 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Der Hype um das Intervallfasten suggeriert, dass die Methode klassischen Diäten überlegen sei – etwa durch einen speziellen „Turbo-Effekt“ auf den Stoffwechsel oder die Fettverbrennung, der allein durch die Fastenperioden entsteht. Dass die Methode kein Selbstläufer ist zum Abnehmen, haben Studien in der Vergangenheit schon gezeigt. Noch ernüchternder für Verfechter des Intervallfastens dürften die Erkenntnisse einer neuen Übersichtsarbeit sein.

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Analyse zeigt: Beim Abnehmen schlägt Intervallfasten andere Diäten nicht

Forscher analysierten 22 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt fast 2000 Teilnehmern. Untersucht wurden verschiedene Formen des Intervallfastens (z. B. zeitlich begrenztes Essen, periodisches Fasten oder alternierendes Fasten). Die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung: Zur Gewichtsabnahme bei übergewichtigen Erwachsenen sei es nicht signifikant wirksamer als herkömmliche Diäten oder kalorienreduzierte Mischkost.1

Auch interessant: Wie Intervallfasten die Leistungsfähigkeit beim Sport beeinflusst

Warum das interessant ist

Gewichtsverlust ist die wichtigste Strategie zur Verringerung der gesundheitlichen Risiken von Adipositas. Während herkömmliche kalorienreduzierte Diäten oft nur kurzfristige Erfolge zeigen, wird Intervallfasten stark beworben. Bei Ärzten und Patienten besteht jedoch eine große Unsicherheit, ob die Methode tatsächlich eine nachhaltige Lösung für den langfristigen Gewichtsverlust darstellt. Bisherige Studienergebnisse habe gezeigt: Einzig am Zeitfenster zu schrauben, ist zu wenig, wenn man denn abnehmen möchte. Kein „Turbo-Effekt“ auf die Fettverbrennung oder den Stoffwechsel allein dadurch, dass man Intervallfasten anwendet. Am Ende entscheidet die Kalorienbilanz.

Für zusätzliche Einordnung sorgt die aktuell veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration. Die Forschenden um Luis Garegnani von der Universität des Italienischen Krankenhauses von Buenos Aires durchsuchten mehrere große medizinische Datenbanken bis November 2024 und berücksichtigten ausschließlich Studien mit besonders hoher Aussagekraft. Voraussetzung war zudem eine Mindestdauer von vier Wochen Intervention und mindestens sechs Monate Nachbeobachtung.

Das fanden die Forscher heraus

Die Forscher kamen zu dem Schluss: Im Vergleich zu herkömmlicher Ernährungsberatung hat Intervallfasten „wahrscheinlich kaum oder gar keinen Einfluss auf den Gewichtsverlust“.

Auch im Vergleich zu Personen, die gar keine Behandlung erhielten oder auf einer Warteliste standen, gab es wahrscheinlich kaum Unterschiede beim Gewichtsverlust, heißt es in der Arbeit.

Die Forscher stellten fest, dass die Ansätze keine klinisch bedeutsamen Veränderungen bei den meisten untersuchten Endpunkten bewirkten. Dies waren (neben dem Gewichtsverlust) Lebensqualität, Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen sowie die Zufriedenheit der Teilnehmer und Auswirkungen auf den Diabetes-Status.

Die „Lücken“ in der Cochrane-Analyse

Bringt Intervallfasten also gar nichts? Das sagen die Forscher explizit nicht. Ihr Vertrauen in die eigenen Ergebnisse ist – außer beim Gewichtsverlust vs. keine Behandlung – sehr niedrig, da viele Studien keine robusten Methoden verwendeten, sich nur auf kurzfristige Effekte (bis zu 12 Monate) konzentrierten oder zu kleine Teilnehmerzahlen hatten.

Insbesondere gesundheitliche Aspekte in den bisherigen qualitativ hochwertigen Studien seien schlichtweg noch nicht ausreichend untersucht worden. Beispielsweise lieferte keine der eingeschlossenen Studien Daten zum Diabetes-Status oder zu Begleiterkrankungen.

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Leber, Mikrobiom, Schlafqualität könnten profitieren

Es gibt durchaus Studien, die positive Effekte von Intervallfasten auf die Gesundheit andeuten. Neben der Leber, dem Mikrobiom und dem Blutzuckerspiegel könnte möglicherweise die Schlafqualität profitieren.2,3 Gerade erst zeigte eine Studie mit kleiner Teilnehmerzahl und kurzer Dauer, die sich auf Morbus-Crohn-Patienten in klinischer Remission mit gleichzeitigem Übergewicht oder Adipositas konzentrierte, unter Intervallfasten eine Verringerung der Bauchbeschwerden sowie eine verbesserte Krankheitsaktivität.4

Möglicherweise könnte die Strategie dem Körper gar helfen, Krebszellen zu bekämpfen (FITBOOK berichtete).

Intervallfasten als einfacher Einstieg in gesündere Ernährung

Auch wenn die Effekte insgesamt eher begrenzt ausfallen: Intervallfasten eignet sich für viele als alltagstauglicher Einstieg in eine gesündere Ernährung. Gut im Alltag umsetzen lassen sich die Methoden wie 14:10, 16:8 (ein Essensfenster von zehn Stunden bzw. acht Stunden) sowie die 5:2-Variante, bei der man an fünf aufeinanderfolgenden Tagen normal isst und anschließend zwei Tage fastet. Hier können Sie einen Erfahrungsbericht dazu lesen.

Schlau ist es übrigens, genau zu protokollieren, welche Methode und Zeitfenster man wählt – das schärft die Motivation – und man sollte viel trinken, idealerweise Wasser, Tee und Gemüsebrühe. Auch Sport ist eine gute Idee, denn Bewegung stärkt das Wohlbefinden und vermittelt Leistungsstärke.

Quellen

  1. Garegnani L., Oltra G., Ivaldi D. et al. (2026): Intermittent fasting for adults with overweight or obesity. Cochrane Library. ↩︎
  2. Wei, X., Lin, B., Huang, Y., et al. (2023). Effects of Time-Restricted Eating on Nonalcoholic Fatty Liver Disease: The TREATY-FLD Randomized Clinical Trial. JAMA Network Open. ↩︎
  3. Thaiss C.A., Zeevi D., Levy M. et al (2014): Jet lag can cause obesity by disrupting the daily rhythms of gut microbes. Scell Press.  ↩︎
  4. Haskey, N. m Ye, J., Lewis, A., (2026) Time-Restricted Feeding Reduces Body Mass Index, Visceral Adiposity, Systemic Inflammation, and Clinical Disease Activity in Adults With Crohn’s Disease: A Randomized Controlled Study. Gastroenterology ↩︎

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