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YFood

Das taugt die Trink-Mahlzeit aus „Die Höhle der Löwen“

Um eine Alternative zu schnellen, aber meist weniger gesunden Snacks zu bieten, haben Benjamin Kremer (28) und Noel Bollmann (25) YFood entwickelt: ein Getränk, das alle wichtigen Nährstoffe enthalten und zudem lange sättigen soll. Ihre Erfindung haben sie mit Erfolg in der „Höhle der Löwen“ gepitcht. FITBOOK hat mit den Gründern gesprochen.

Meeting-Marathons, Abgabefristen – im stressigen Arbeitsalltag fehlt oftmals die Zeit für eine gesunde und ausgewogene Mahlzeit. Das wissen Benjamin Kremer und Noel Bollmann aus eigener Erfahrung. Sie haben früher in der Finanzbranche gearbeitet, und oftmals so lange, dass in der Umgebung nichts Anständiges mehr offen hatte, als sie endlich in den Feierabend gingen. „Wir haben uns deshalb viel von Fastfood und dem Angebot aus Snack-Automaten ernährt“, berichtet Mitgründer Kremer im Gespräch mit FITBOOK. Das hatte irgendwann unschöne Folgen: Kollege Bollmann kam – aufgrund einer ungesunden Kombination aus zu viel Stress und schlechter Ernährung, wie die Ärzte vermuteten – mit einem Schwächeanfall für mehrere Tage ins Krankenhaus. Ein Schock, der die beiden auf eine gesunde Idee brachte.

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Die YFood-Gründer bei Die Höhle der Löwen

Noel Bollmann (l.) und Benjamin Kremer (r.) stellen sich mit YFood, ihrer „Mahlzeit zum Trinken“, der „Die Höhle der Löwen“-Jury
Foto: MG RTL D / Frank W. Hempel

YFood: der gesunde „Fast-Drink“?

Die Jungs wollten etwas zum Express-Verzehr auf den Markt bringen, das alle wichtigen Nähstoffe liefert, die man insbesondere in stressigen Phasen braucht. Dafür haben sie sich einen Lebensmitteltechnologen ins Boot geholt und YFood entwickelt: ein Getränk (mit Vanille-Geschmack), das pro Portion eine komplette Mahlzeit ersetzen soll. Auf gesunde Weise. Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker – Fehlanzeige. Stattdessen seien, wie Kremer uns versichert, „Proteine, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien sowie wichtige Omega-Fettsäuren“ enthalten.

 Die Basis des Drinks ist laktosefreie Milch, außerdem kommen Zusätze wie Kokosnusspulver, Haferfasern, Sonnenblumenöl und einiges mehr hinein.

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YFood

Durch jahrelange lebensmitteltechnologische Herstellungsarbeit soll der YFood-Drink bis zu neun Monate lang haltbar sein. Dabei enthält er angeblich keine Konservierungsstoffe und muss nicht einmal in den Kühlschrank.
Foto: YFood

Das sagt der Ernährungswissenschaftler

Wirklich neu sei das Ganze nicht, klärt uns Ernährungswissenschaftler Sven-David Müller auf. „Solche Produkte werden in der Ernährung von Kranken seit Jahrzehnten verwendet, wenn jemand nicht essen kann oder darf.“ Er selbst könnte es nicht verstehen, wenn jemand ohne Not zu einem solchen „Kunstprodukt“ greifen würde. Und dafür findet er mehrere Argumente.

 Zur Erklärung: Mit dem glykämischen Index wird die Wirkung von kohlenhydrathaltigen Speisen und Getränken auf den Blutzuckerspiegel bewertet. Dabei gilt die Faustregel: je höher, desto ungünstiger.

Besonders kritisch sieht Müller das in YFood enthaltene Carrageen. „Es steht im Verdacht, Darmkrebs fördern zu können, zudem schädigt es die wichtige Darmflora“, sagt er uns. In diesem Punkt ist sich die Forschung jedoch nicht einig. Carrageen (auf Produktverpackungen oft als Zusatzstoff E 407 deklariert) wird als Gelier- und Verdickungsmittel in zahlreichen Fertiglebensmitteln wie Pudding, Salatsauce oder Eiscreme verwendet, darunter auch in Produkten aus dem Bio-Laden. Seine schädliche Wirkung auf die Darmschleimhaut wird seit den 1980er-Jahren diskutiert, nachdem bei Versuchstieren durch die Fütterung mit niedermolekularem, teilweise abgebautem Carrageen vereinzelt Darmgeschwüre festgestellt wurden. Bei Studien mit Menschen wurden bisher jedoch keine Schäden entdeckt, hält hierzu der „Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB)“ fest. Und führt aus: „Auch der Verdacht, dass Carrageen bei entsprechend veranlagten Menschen allergieähnliche Symptome auslöst, ist bislang nicht bestätigt.“

Nährwerte von YFood

Man findet ihn in der vorletzten Zeile: Auf der YFood-Verpackung wird der Carrageen-Einsatz gekennzeichnet. Für viele Wissenschaftler stellt der Zusatzstoff E 407 eh keine Gefahr für den Menschen dar.
Foto: YFood

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FITBOOK-Einschätzung

Natürlich ist eine echte Mahlzeit jeder Trinkvariante zu bevorzugen. Bevor man aber zwischen Tür und Angel fettiges Fastfood verdrückt oder zur Chipstüte greift, weil man für „vernünftiges“ Essen einfach keine Zeit findet, stellt YFood ohne Frage eine gute Alternative dar. Aber macht es auch wirklich satt, wie die beiden Gründer versprechen? Und schmecken die Drinks überhaupt?

Um das herauszufinden, haben zwei FITBOOK-Redakteure, Anna Kessler und Markus Hofmann, das Mittagessen in der Kantine mit YFood ausgetauscht. Geschmacklich hat es beide überzeugt. Was das Sättigungsgefühl betrifft, fand Anna, dass sie auch zwei Stunden später tatsächlich keinen richtigen Hunger hatte. Trotzdem fühlte sich ihr Magen leer und unangenehm flau an. Markus, ein notorischer Vielesser, war überrascht, wie sehr ihn der Drink sättigen konnte. Auch drei Stunden nach der Einnahme blieb der große Hunger aus. Fazit: Gar nicht so übel!

So lief es für die Gründer in der Sendung

Die Gründer, die nun hauptberuflich an ihrem Start-up tüfteln, greifen gerne zu ihrem Vanille-Drink. Und wie sich in der Vox-Sendung zeigte: Judith Williams (46), Dagmar Wöhrl (64), Ralf Dümmel (51), Dr. Georg Kofler (61), Carsten Maschmeyer (59) und Frank Thelen (43) schmeckte es auch. Nachdem sich die Löwen zunächst etwas skeptisch gezeigt hatten, konnte YFood schließlich aus drei guten Angeboten wählen. „Wir haben uns am Ende für Frank Thelen entschieden, aufgrund seiner Erfahrung im Bereich Food“, erklärt uns Kremer.

So erfolgreich wurde YFood durch DHDL

Die Aufzeichnung liegt schon ein paar Monate zurück – und in dieser Zeit ist YFood schier durch die Decke gegangen. Das Produktsortiment ist inzwischen um die Geschmacksrichtungen Schokolade, Beere und Kaffee erweitert worden, ebenso um eine weitere Flaschengröße (330 Milliliter). Diese soll einem geringeren Kalorienbedarf gerecht werden, „wie dem von Frauen, bei denen eine komplette Mahlzeit oftmals etwas über 300 Kalorien entspricht“, so Kremer weiter.

Das Start-up ist inzwischen auf eine 20-köpfige Firma herangewachsen, die zeitnah ein Büro in New York eröffnen wird, um auch den amerikanischen Markt zu erschließen. Bereits jetzt kann man ihr Produkt in verschiedenen europäischen Ländern kaufen; bei uns beispielsweise bei Rewe. Eine Fasche kostet um die 3,50 Euro und ist damit, glaubt man den Erfindern, „teilweise günstiger, aber viel gesünder als ein Döner“.

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