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Nachgefragt beim Experten

Wie gesund ist die Trink-Mahlzeit YFood?

YFood gesund: YFood-Produkte
Die YFood-Drinks gibt es in verschiedenen Sorten, vegetarisch, und vegan. Doch was steckt eigentlich drin?Foto: YFood, Collage: FITBOOK

Im stressigen Alltag fehlt oftmals die Zeit für eine frische und ausgewogene Mahlzeit. Hier will YFood eine schnelle und gesunde Alternative sein: Das Getränk, das mit dem Slogan „This is Food“ wirbt, enthält angeblich alle wichtigen Nährstoffe und soll zudem lange sättigen. Gemeinsam mit einem Ernährungswissenschaftler hat FITBOOK den Mahlzeitenersatz unter die Lupe genommen.

Den Drink entwickelt haben die YFood-Gründer Benjamin Kremer und Noel Bollmann. Ihre Erfindung haben die ehemaligen Banker 2018 mit Erfolg in der „Höhle der Löwen“ (DHDL) gepitcht. Inzwischen zählt das junge Unternehmen mit Sitz in München gleich mehrere Produkte zu seinem Sortiment, die alle in Zusammenarbeit mit Lebensmitteltechnologen entwickelt und in Deutschland und Österreich produziert werden. Inzwischen gibt es die YFood-Drinks in 30 Ländern online sowie in sechs europäischen Ländern im Einzelhandel zu kaufen.

Doch was steckt wirklich in der Trinkmahlzeit und wie gesund ist YFood wirklich?

Ist YFood ein gesunder „Fast-Drink“?

Die beiden Gründer wollten etwas zum Express-Verzehr auf den Markt bringen, das alle wichtigen Nährstoffe liefert, die man insbesondere in stressigen Phasen braucht. Dafür haben sie sich einen Lebensmitteltechnologen ins Boot geholt und YFood entwickelt: ein Getränk (mit Vanille-Geschmack), das pro Portion eine komplette Mahlzeit ersetzen soll, weshalb auf der Flasche eben auch „This is food“, z. Dt.: „Das ist Essen“, steht. Auf gesunde Weise. Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker – Fehlanzeige. Stattdessen seien, wie Kremer FITBOOK versichert, „Proteine, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien sowie wichtige Omega-Fettsäuren“ enthalten.

Anders als vergleichbare Smoothies soll der YFood-Drink nicht nur gesund sein, sondern auch besonders gut sättigen: bis zu vier Stunden lang. Klingt nach Kalorienbombe, soll tatsächlich aber ungefähr einer vernünftigen Mahlzeit entsprechen (eine Flasche kommt auf rund 500 Kalorien).  Die Basis des Drinks ist laktosefreie Milch, außerdem kommen Zusätze wie Kokosnusspulver, Haferfasern, Sonnenblumenöl und einiges mehr hinein.

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Ist YFood gesund? Das sagt der Ernährungswissenschaftler

Wirklich neu sei das Ganze nicht, klärt uns Ernährungswissenschaftler Prof. PhDr. Sven-David Müller auf. „Solche Produkte werden in der Ernährung von Kranken seit Jahrzehnten verwendet, wenn jemand nicht essen kann oder darf.“ Er selbst könnte es nicht verstehen, wenn jemand ohne Not zu einem solchen „Kunstprodukt“ greifen würde. Und dafür findet er mehrere Argumente.

Umstrittene Inhaltsstoffe?

Der Experte betont, dass Ernährung so natürlich wie möglich sein sollte – und findet auf der Inhaltsstoff-Liste von YFood gleich einiges, das seiner Kenntnis nach umstritten ist. Seine Warnung betrifft etwa Haferfasern und Maltodextrin, die man in aufwändigen industriellen Prozessen herstellen muss und die weitere Nachteile mit sich bringen sollen. „Maltodextrin hat einen extrem hohen glykämischen Index, ebenso wie die zugesetzte Reisstärke“, so Müller. Zur Erklärung: Mit dem glykämischen Index (GI) wird die Wirkung von kohlenhydrathaltigen Speisen und Getränken auf den Blutzuckerspiegel bewertet. Dabei gilt die Faustregel: je höher, desto ungünstiger.

Verbesserte Rezeptur seit Markteinführung

Tatsächlich wurde in puncto Inhaltsstoffe nachgebessert. So enthielt das Produkt bei seiner Einführung noch Carrageen, eine Verbindung, die in zahlreichen Fertiglebensmitteln (z. B. Pudding, Salatsauce oder Eiscreme) als Gelier- und Verdickungsmittel eingesetzt wird. Und das, obwohl sie die Darmflora schädigen soll. Inzwischen habe YFood die Rezeptur so weiterentwickelt, dass der umstrittene Inhaltsstoff nicht mehr enthalten ist, erfuhr FITBOOK. Und dass das offenbar stimmt, zeigt die aktuelle Zutatenliste.

Zutatenliste YFood
Die Zutatenliste der YFood-Sorte „Creamy Cookie“Foto: PR

YFood im FITBOOK-Test

Natürlich ist eine echte Mahlzeit jeder Trinkvariante zu bevorzugen. Bevor man aber zwischen Tür und Angel fettiges Fastfood verdrückt oder zur Chipstüte greift, weil man für „vernünftiges“ Essen einfach keine Zeit findet, stellt YFood ohne Frage eine gute Alternative dar. Aber macht es auch wirklich satt, wie die beiden Gründer versprechen? Und schmecken die Drinks überhaupt?

Um das herauszufinden, haben zwei FITBOOK-Redakteure, Anna Kessler und Markus Hofmann, das Mittagessen in der Kantine mit YFood ausgetauscht. Geschmacklich hat es beide überzeugt. Was das Sättigungsgefühl betrifft, fand Anna, dass sie auch zwei Stunden später tatsächlich keinen richtigen Hunger hatte. Trotzdem fühlte sich ihr Magen leer und unangenehm flau an. Markus, ein notorischer Vielesser, war überrascht, wie sehr ihn der Drink sättigen konnte. Auch drei Stunden nach der Einnahme blieb der große Hunger aus. Fazit: Gar nicht so übel!

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Erweitertes Sortiment und verbesserte Rezeptur

Seit der Aufzeichnung von „Die Höhle der Löwen“, in der Investor Frank Thelen in das Startup einstieg, ist YFood stark gewachsen. Inzwischen gehören neben milchbasierten auch vegane Drinks und Pulver sowie Riegel und Bowls in verschiedenen Sorten, Größen und Geschmacksrichtungen zum Sortiment. Auch die Rezeptur wurde überarbeitet. Dabei wurde der Anteil an Maltodextrin „so weit reduziert, dass er weiter positive Effekte hat, während der negative Effekt nicht mehr ins Gewicht fällt“, heißt es auf der Website des Unternehmens. Auch der glykämische Index sei überprüft worden: „Unser Crazy Coconut Drink hat einen geringen GI von nur 32. Das bedeutet, dass der Blutzuckerspiegel nur geringfügig ansteigt und stetig wieder absinkt. Dadurch ist der Hungerstoffwechsel keinen starken Schwankungen wie einem übermäßigen Sättigungsgefühl oder einem plötzlichen Heißhunger ausgesetzt.“

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