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Zubereitung, Wirkung, Inhaltsstoffe

Was Sie über Grünen Tee wissen müssen

Grüner Tee
Catechine – sekundäre Pflanzenstoffe – machen den grünen Tee besonders gesund
Foto: Getty Images

Grüner Tee ist wie das tägliche Zähneputzen. Er ist gesund, vernünftig und vielleicht gerade deshalb nicht besonders aufregend. Kurz gesagt: Grüner Tee hat ein Imageproblem. Während wir im Büro mit den unterschiedlichsten Kaffeesorten den Puls nach oben treiben und Schwarzer Tee zumindest in Ostfriesland ein heiliges Kulturgut ist, fristet sein grüner Vetter hierzulande noch immer ein Nischendasein. Zu Unrecht? Wir spielen den Vorkoster und zeigen, wie gesund und geschmackvoll Grüner Tee wirklich ist.

Was genau ist Grüner Tee?

Grüner Tee oder Grüntee wird genau wie Schwarzer Tee aus Blättern verschiedener Teepflanzen hergestellt. Der Unterschied: Beim Grüntee werden die Blätter nicht fermentiert, sondern kurz erhitzt. So soll sichergestellt werden, dass alle Inhaltsstoffe und Aromen enthalten bleiben. Grüner Tee ist also eigentlich kein Begriff für eine spezielle Teepflanze, sondern für eine Art der Zubereitung.

Welche Sorten Grüntee gibt es?

In Deutschland werden vor allem Sorten aus China und Japan verkauft. Diese unterscheiden sich nicht nur im Geschmack, sondern haben auch jeweils unterschiedliche Inhaltsstoffe. Besonders bekannt ist der japanische Sencha, der einen markanten, leicht grasigen Duft verströmt. Dieser Geruch entsteht durch die Dämpfung der Teeblätter – Sencha bedeutet übersetzt „gedämpfter Tee“. Die Sorte wird in Japan seit rund 800 Jahren angebaut und verträgt im Aufguss auch etwas höhere Temperaturen um die 85 Grad. Mit L-Theanin enthält Sencha zudem eine Aminosäure, die für eine deutlich größere Verträglichkeit des Koffeins im Grünen Tee sorgt. Eine gute Alternative für all jene, die nach dem Kaffeegenuss unter Nervosität oder Unruhe leiden. Stichwort Koffein: Da es beim Grünen Tee an Gerbstoffe gebunden ist, tritt die anregende Wirkung zwar später als bei Kaffee ein, hält dafür aber auch länger an.

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Eine beliebte Grünteesorte aus China ist Gunpowder. Der englische Name leitet sich aus den Kügelchen ab, zu denen der Tee während der Herstellung geformt wird und die entfernt an Schießpulver erinnern. Die ideale Temperatur für diese Art von Tee liegt zwischen 70 Grad und 80 Grad. Der Geschmack erinnert leicht an Honig und enthält eine feine, rauchige Note. Neben diesen beiden Teesorten gibt es mittlerweile aber unzählige Mischungen, wie Jasmintee oder Grüntee mit Zitrone, die besonders für Teetrinker geeignet sind, denen klassischer Grüntee noch zu herb oder bitter ist.

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Welche Inhaltsstoffe machen Grüntee so gesund?

Im Vergleich zu Kaffee oder anderen Teesorten verfügt Grüner Tee über besonders viele Catechine. Catechine sind sekundäre Pflanzenstoffe, die als Antioxidantien freie Radikale im Körper fangen und die Gesundheit fördern. Im Grüntee bestehen 30 bis 40 Prozent der trockenen Blattmasse aus Catechinen. Diese kommen bei den meisten anderen Nahrungsmitteln nur in geringen Konzentrationen vor. Doch was bewirken die Stoffe im Tee genau? Wie so oft, existieren hier zahlreiche Studien, die sich widersprechen oder relativieren. So soll Grüner Tee unter anderem:

  • Herzkreislauf-Erkrankungen vorbeugen
  • Entzündungen im Körper bekämpfen
  • das Immunsystem stärken
  • den Stoffwechsel ankurbeln
  • die Verdauung anregen
  • den Appetit zügeln
  • Alzheimer und Parkinson vorbeugen
  • Heuschnupfen abmildern
  • und das Zahnfleisch schützen

Gute Nachrichten auch für alle Choleriker: Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Grüntee den Blutdruck senken kann und so die Gefäße schützt. Wenn also mal wieder der Chef nervt, der Lieblingsverein verliert und die Tochter eine Fünf in Mathe hat, ist Grüntee gegenüber Kaffee oder Bier die bessere Wahl. Wer öfter Grüntee trinkt, kann sein Risiko für Schlaganfälle laut der Deutschen Herzstiftung so vermutlich senken. Einige Studien kommen übrigens zu dem Ergebnis, dass die Zugabe von Milch einige der positiven Wirkungen wieder zunichtemacht.

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Wie sollte ich Grünen Tee kochen?

Gar nicht. Vom Sencha und vom Gunpowder einmal abgesehen, sollten die meisten Grünteesorten nicht über 70 Grad erhitzt werden (ein Blick auf die Verpackung lohnt sich in jedem Fall). Ansonsten gehen viele wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Auch der Geschmack leidet. Ob Sie lose Teeblätter oder Teebeutel verwenden, spielt übrigens keine Rolle. Die Dosierung per Beutel ist einfacher, lose Teeblätter haben dafür einfach mehr Stil. Achten Sie darauf, möglichst weiches und wenig kalkhaltiges Wasser zu verwenden. Ein guter Wasserfilter kann Ihnen dabei helfen, den Geschmack des Grünen Tees deutlich zu verbessern. Ansonsten können Sie aber normales Leitungswasser nutzen. Deutsches Leitungswasser hat eine sehr hohe Qualität und ist gesundheitlich völlig unbedenklich.

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